Abstillen

Das AbstillenEine gesunde Ernährung ist für das Kind nach der Geburt für die weitere Entwicklung von großer Wichtigkeit.

Muttermilch ist meist die beste Wahl, wenn es um die optimale Ernährung des Säuglings geht.

Doch nicht immer kann oder will die Mutter dem Kind die Brust anbieten und entscheidet sich zum Abstillen.

Dabei hat sie unterschiedliche Möglichkeiten, den Milchfluss zu verringern und kann auch durch die Hebamme sowie den behandelnden Arzt Unterstützung bekommen.

Gründe für das Abstillen

Die Gründe für das Abstillen sind so vielfältig wie die Frauen selbst. Möchte die eine einfach ihren Körper wieder haben, so kann es bei der anderen auch aus beruflichen oder privaten Gründen nach der Geburt zu dieser Entscheidung kommen. Und nicht zu vergessen ist natürlich auch, dass bei manch einer Frau mit der Zeit die Milchproduktion nachlässt und das Baby durch den zugleich zunehmenden Hunger nur durch die Milch nicht mehr satt wird.

Ein weiterer Grund nach der Geburt sehr zügig abzustillen kann auch eine bei der Mutter auftretende Krankheit sein, die das weitere Stillen zum Risiko für den Säugling macht.

Im Idealfall wird abgestillt, wenn Mutter und Kind durch gegenseitige Signale ihr Einverständnis dazu geben. Ist dies für die Mutter in Ordnung, bereitet der Umstieg auf die Flasche oder auch andere Beikost keine Probleme.

Zum Abstillen hat die Mutter mehrere Möglichkeiten, um die Milch versiegen zu lassen.

Der richtige Zeitpunkt

Leider gibt es keinen perfekten Zeitpunkt für das Abstillen nach der Geburt. Die Mutter merkt jedoch, wenn sich der Säugling abnabeln möchte. Meistens aber geht dieser Schritt von der Mutter aus, da diese nach der langen Schwangerschaft wieder mehr Freiheit genießen möchte. In der Regel werden Babys mindestens sechs Monate gestillt. Frühling, herbst und Winter eignen sich für das Abstillen am besten. Im Sommer kommt es nämlich auf Grund der Hitze oftmals zu Magen-Darm-Problemen bei Neugeborenen.

Tabletten für den Milchstopp

Nach der Entbindung wird die Mutter bereits im Kreissaal gefragt, ob sie ihr Kind an die Brust anlegen oder abstillen möchte. Letzteres wird in den Krankenhäusern mit der Gabe von Tabletten durchgeführt.

Diese verhindern den Milcheinschuss, der beim ersten Anlegen angeregt wird. Allerdings können durch die Tabletten auch psychische Probleme auftreten, weshalb die Wöchnerin gerade in den Wochen nach der Geburt besonders gut betreut werden sollte.

Zusätzlich zu den Tabletten darf nur wenig Flüssigkeit zu sich genommen werden. Hebammen raten zunehmend vom Abstillen auf diese Weise ab, da sie den Körper der Mutter stark belastet.

Natürlich Abstillen

Wenn die Mutter nicht stillen möchte, kann sie auch einen sanfteren Weg wählen, vor allem auch um ihren eigenen Körper zu schonen. Auch in diesem Fall wird das Kind erst gar nicht an die Brust angelegt, aber es werden keine Medikamente verabreicht.

Durch Tees wie Salbei- oder Pfefferminze wird der Milchfluss auf natürliche Weise verhindert. Auch die Einnahme bestimmter homöopathischer Medikamente hilft dabei, den Milchfluss versiegen zu lassen.Malzbier, Fenchel, Wasser ohne Kohlensäure haben dagegen eine milchanregende Wirkung. Deshalb wäre es sinnvoll, auf diese Produkte während der Abstillzeit zu verzichten. Das Abstillen auf diese Weise kann dennoch dazu führen, dass die Milch in die Brust einschießt.

Die Menge ist in der Regel allerdings so gering, dass sie nicht weiter stört. Das Ausstreifen sollte allerdings unterlassen werden, da diese Bewegungen den Milchfluss wieder anregen können.

Wenn der Milchfluss nicht versiegt

Nach der Geburt kann es manchmal auf vorkommen, dass die frisch gebackene Mutter nicht genug Milch produziert und der Milchfluss ohne Abstillen vollkommen versiegt. Dies kann unterschiedlichste Ursachen haben, die jedoch abgeklärt werden müssen.

Dennoch muss dies nicht bedeuten, dass die Mutter generell nicht stillen kann. Liegt es am Stress, so kann selbst nach einigen Wochen ein erneuter Stillversuch gestartet werden, der meist auch glückt.

Tipps zum Abstillen

Um das Kind möglichst schonend an die feste Kost zu gewöhnen sollte zunächst nur alle drei Tage Beikost verabreicht werden. Dadurch gewöhnt sich die Verdauung an die Nahrung. Nach und nach sollte die Brusternährung durch Beikost ersetzt werden. Durch ein zu schnelles Abstillen kann es jedoch zu einem Milchstau kommen, ebenso ist eine Entzündung der Brust nicht ausgeschlossen. Trotzdem ist es möglich, innerhalb weniger Tage abzustillen. Das Tragen von engeren BHs, das Massieren der Brust oder das Kühlen mit Kühl-Kompressen eignen sich dafür hervorragend. Durch letzteres, können jedoch verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Das Baby muss sich an diesen Vorgang gewöhnen. Sollte dies allerdings zu einer schwierigen Aufgabe werden und das Kind sich heftig gegen das Abstillen sträubt, so sollten Sie Ihre Gewohnheiten ändern. Geben Sie dem Kind nicht das Gefühl, dass die Nahrungsaufnahme durch die Brust etwas Tolles ist. Das wird das Kind schnell merken. Hilft dies auch nicht, so bietet sich an, dass Kind über ein bis zwei Tage mit dem Vater alleine zu lassen.

Bildquelle:
© Vivid Pixels / fotolia.com

Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

Leave a Reply

*