Babymassage: Eine Einführung

Babymassage: Eine Einführung

Die Babymassage ist eine für Eltern und Kind wunderbare Erfahrung und einer der schönsten Liebeserklärungen an Ihren Nachwuchs.
Mit den rhythmischen Streicheleinheiten des kleinen Körpers unter sanftem Druck können Sie Ihr Baby beruhigen, entspannen und bei Schmerzen wie Bauchkrämpfen Linderung verschaffen sowie das Einschlafen erleichtern.

Eine Studie hat ergeben, dass regelmäßige Babymassagen die Gesundheit des Kindes fördern – Frühgeborenen helfen sie sogar bei der Gewichtszunahme. Aber auch auf das Wohlbefinden des Säuglings wirkt sich die Babymassage aus, was bewirkt, dass er weniger weint, ausgeglichener ist und daher auch eher durchschläft.
Ein weiterer positiver Aspekt ist die Tatsache, dass eine Babymassage die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Kind stärkt und Sie diese Beziehung viel intensiver genießen können. Durch dieses fest eingeplante Ritual, bei dem Sie Ihrem Baby etwas wirklich Gutes tun, werden Sie feststellen, dass Sie sich als Elternteil noch mehr bestätigt fühlen und sich auch Ihre Stimmung merklich bessert – diese Viertelstunde ist Ihre ganz besondere Zeit zu zweit. Frauen hilft eine Babymassage sogar bei postnatalen Depressionen und Vätern beim Überwinden ihrer Ängste, sie könnten durch den Beruf vielleicht zu wenig Zeit mit dem Nachwuchs verbringen und etwas versäumen.

Vorbereitungen auf die Babymassage

Erst baden dann massieren! Der ideale Zeitpunkt für eine Babymassage ist nach dem abendlichen Bad.

Erst baden dann massieren! Der ideale Zeitpunkt für eine Babymassage ist nach dem abendlichen Bad.

Sie sollten Ihr Baby idealerweise zwischen den Mahlzeiten massieren, wenn es nicht zu hungrig, aber auch nicht zu satt ist, allerdings nicht unmittelbar vor dem Zubettgehen, da die verschiedenen Griffe sehr stimulierend wirken und das Kind vom Einschlafen abhalten könnten.
Optimal ist die Zeit nach dem abendlichen Bad und vor dem letzten Mal füttern. Durch das warme Wasser sind nämlich die Poren der Babyhaut geöffnet, sodass die Wirkstoffe des Massageöls sehr gut in die Haut eindringen können.

Für die Babymassage, die in einem gut geheizten Raum durchgeführt werden und etwa 15 Minuten lang dauern sollte, benötigen Sie folgende Dinge: die übliche Wickelausstattung, Babybekleidung (die fettig werden darf), ein flauschiges Handtuch und Papiertücher.
Nun legen Sie das Kind nackt auf das zusammengefaltete Handtuch, beträufeln Ihre Handflächen sparsam mit duftendem, wirkstoffreichem Babyöl, reiben dieses zwischen den Händen, um es ein wenig zu erwärmen, und beginnen dann mit der Massage. Alternativ kann auch eine reichhaltige Feuchtigkeitscreme verwendet werden, viele Eltern schwören auch auf Kokosfett.
Sie sollen allerdings keine wasserhaltigen Cremes sowie nicht raffiniertes Erdnussöl und Senföl verwenden, da diese Präparate die empfindliche Babyhaut irritieren könnten.

Grundsätzlich gilt: Sie sollten immer auf die gleiche Art und Weise vorgehen und eine bestimmte Reihenfolge einhalten – dabei empfiehlt es sich, bei den Extremitäten zu beginnen, danach das Gesicht zu streicheln und die Babymassage am Körper zu beenden. Diese Routine wirkt beruhigend auf das Kind und vermittelt ihm ein Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit.

Die richtige Technik – eine Anleitung für die Babymassage

Bild von Mutter mit Kind

Mit der richtigen Technik wird die Babymassage garantiert zum Erfolg!

Zuerst werden bei der Babymassage die Hände des Kindes geöffnet, indem Sie sanft mit beiden Daumen die Handinnenflächen ausstreichen. Danach ziehen Sie leicht an den Fingern, indem sie diese zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen, sie mit einem sachten Zug Richtung Fingerspitzen gleiten lassen und dabei ganz leicht drücken.
Nachdem Sie während der Babymassage mit dem Kind sprechen und immer wieder den Blickkontakt suchen sollten, können Sie beim Ziehen der Finger auch den Reim „Das ist der Daumen, der schüttelt die Pflaumen, der sammelt sie auf, der trägt sie nach Haus´, und der kleine, der isst sie alle, alle auf!“ aufsagen. Natürlich kann auch ein neuer Spruch erfunden werden, den Sie in das Ritual integrieren, auch zu den anderen Körperteilen.

Wenn Sie beide Händchen massiert haben, sind nun die Armen an der Reihe. Sie streichen mit der Hand in einem raschen Zug von der Schulter, die sie vorher ein wenig umkreisen, den Arm entlang bis zum Handgelenk. Danach halten Sie es mit einer Hand und machen mit der zweiten dieselbe Bewegung noch einmal. Dann wieder wechseln, Ihre Hände lösen einander dabei rhythmisch ab. Danach umfassen Sie den Oberarm des Babys und massieren ihn, indem Sie Ihre Hände ganz vorsichtig vor und zurück gegeneinander drehen, wobei sie gleichzeitig langsam zum Handgelenk wandern.

Als Nächstes sind bei der Babymassage die Füße an der Reihe. Sie streichen mit beiden Daumen abwechseln von der Ferse zu den Zehen und pressen dabei, etwa nach jedem halben Zentimeter, ihren Daumen ganz sanft auf die Fußsohlen. Ihr Kind wird dabei aus Reflex immer wieder die Zehen einkrallen, Sie müssen vor dem Weitermachen also jedes Mal abwarten, bis sich die Anspannung gelöst hat. Zuletzt machen Sie sanfte kreisende Bewegungen an jedem Zeh. Wenn beide Füße massiert sind, gehen Sie nun an den Beinen hoch, indem Sie die Waden und Oberschenkel sachte drücken – so als ob sie Ton formen würden. Danach halten Sie mit einer Hand das Fußgelenk, umschließen mit der anderen den Oberschenkel und ziehen sie langsam abwärts. Dann hält diese Hand das Fußgelenk und die andere fährt von oben nach unten, ihre Hände wechseln sich bei dieser Bewegung, wie bei der Massage der Arme, rhythmisch ab.

Die nächste Zone bei der Babymassage ist das Gesicht, das nun ganz liebevoll und behutsam gestreichelt wird. Sie gleiten dabei ganz vorsichtig mit Ihren Daumen von den Nasenflügeln über die Wangen seitwärts bis zu den Ohren. Diese Bewegung kann ebenso von der Kinnmitte oder auch von der Oberlippe weg ausgeführt werden.

Als nächstes folgt bei der Babymassage die Brust. Dabei werden die Hände rechts und links neben das Brustbein des Kindes gelegt und dem Rippenverlauf folgend zart nach außen geführt. Danach gleiten sie in einem Bogen zurück zur Mitte. Diese Bewegung wiederholen Sie gleichmäßig mehrere Male und beenden sie danach an der Brustseite.

Der Bauch sollte nur dann massiert werden, wenn das Kind nicht kurz vorher gegessen hat. Sie legen dem Kind dabei die flache Hand auf und umkreisen großflächig den Bauchnabel, um die Bewegung letztendlich über das linke Bein ausfließen zu lassen. Sie folgen damit dem Verlauf des Dickdarms, weshalb sich diese Massage besonders zur Schmerzlinderung bei Koliken und zur Reduzierung von Blähungen eignet.
Im zweiten Durchgang streichen Sie mit den Händen sanft abwechselnd vom unteren Rippenbogen abwärts über den Bauch, wobei gleich darauf die nächste Hand, die wieder oben angesetzt wird, folgt. Sie können allerdings auch die Beine hochheben und nur eine Hand für die Massage verwenden – das entspannt zusätzlich und entlastet die Bauchmuskeln.

Bei einer Babymassage darf auch der Rücken nicht vergessen werden. Hierbei streichen Sie einige Male mit beiden Händen von den Schulterblättern abwärts bis zum Po und verlängern die Bewegung eventuell über die Rückseite der Beine bis zu den Füßen hin. Danach kann der Rücken auch noch einmal quer zur Wirbelsäule massiert werden – Sie bewegen Ihre Hände in gegengesetzter Richtung sachte vor und zurück und gleiten dabei langsam abwärts bis zum Po hinunter.

Bild von Baby

Entspannt und glücklich! Ein Abschlussritual signalisiert das Ende der Babymassage.

Den Abschluss der Babymassage bildet ein langsames Ausstreichen. Das Kind wird wieder auf den Rücken gedreht und Sie gleiten mit den Händen langsam über die Haut – von der Kopfmitte über das Gesicht, über die Schultern und Brust zu den Beinen und Füßen. Zuletzt halten Sie noch für ein paar Sekunden die Füße in Ihren geschlossenen Händen und sprechen ein paar abschließende, beruhigende Worte, um dem Baby ein Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln. Ebenso handelt es sich dabei um eine Art Abschlussritual, an das sich der Säugling gewöhnt und ihm signalisiert, dass die Babymassage zu Ende ist.

Bildquellen:
Bild 1: © Zbyszek Nowak / Fotolia.com
Bild 2: © Darren Baker / Fotolia.com
Bild 3: © Fotolia.com
Bild 4: © Fotolia.com

Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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