Babys und Zucker

Babys und Zucker

Kaum ein Lebensmittel, das man heute im Supermarkt kaufen kann, enthält keinen Zucker. Das gilt leider auch für Babynahrung. Dabei ist Zucker für die Kleinen nicht nur schädlich, er ist für eine kindgerechte Ernährung auch vollkommen überflüssig, da er nichts als leere Kalorien liefert und dabei weder lebenswichtige Mineralstoffe noch Vitamine enthält.

Wie kann man Zucker vermeiden?

Ernährungsexperten sind sich einig, dass für eine vollwertige Ernährung von Säuglingen kein Zucker notwendig ist. In den ersten Lebensmonaten werden sie durch die Muttermilch mit allen nötigen Inhaltsstoffen versorgt. Später, wenn die sogenannte Beikost, eingeführt wird, beginnt das Problem mit dem Zucker. Grundsätzlich sind kleine Mengen erlaubt. Jedoch sollte ein Kleinkind niemals mehr als 5 Würfelzucker am Tag zu sich nehmen. Deswegen gilt es, auf versteckten Zucker zu achten. Beim Kauf von Babynahrung sollten deswegen immer die Inhaltsstoffe kontrolliert werden, denn Zucker hat viele Namen. Befindet sich in einem Fruchtsaft zum Beispiel kein Kristallzucker, kann es durchaus sein, dass er stattdessen mit Traubenzucker gesüßt ist. Hier ist also Wachsamkeit gefragt. Es ist nicht immer ganz leicht, das Kind vollständig von Zucker fernzuhalten.

Besonders bei fertigem Brei aus dem Glas besteht immer die Gefahr, dass man den einen oder anderen Inhaltsstoff übersieht.

Besonders bei fertigem Brei aus dem Glas besteht immer die Gefahr, dass man den einen oder anderen Inhaltsstoff übersieht.

Besonders bei Fertigprodukten und Brei aus dem Glas besteht immer die Gefahr, das man den einen oder anderen Inhaltsstoff übersieht. Wichtig ist, dass man sensibel mit dem Thema umgeht und alles sorgfältig prüft, bevor es im Einkaufswagen landet. Beachten Sie auch, dass Fruchtzucker zwar grundsätzlich nicht schädlich für Ihr Kind ist, das aber nur gilt, solange er im Obst selbst aufgenommen wird. Säfte oder Breis, die mit Fructose gesüßt sind, sind genauso leere Kalorien wie Industriezucker und gewöhnen das Kind an den süßen Geschmack.

Auswirkungen von Zucker

Die negativen Auswirkungen von Zucker sind viele. Besonders Kinder, die noch aus der Flasche trinken, können von gesüßten Getränken schwerwiegende Zahnprobleme bekommen. Auch die Darmflora wird durch übermäßigen Zuckerkonsum gestört, da sich Bakterien schneller vermehren können. Hinzu kommen zahlreiche langwierige Probleme, deren Grundstein bereits in der frühsten Kindheit gelegt wird. Dazu gehören zum Beispiel Hyperaktivität oder Lernschwächen. Aber auch Fettleibigkeit ist ein Problem, das häufig mit der Ernährung im frühesten Kindesalter beginnt. Denn zu viel Zucker verwirrt außerdem die Geschmacksbildung. Ein Kind, das schon als Baby Zucker zugeführt bekommt, gewöhnt sich an den Geschmack und wird bereits als Säugling zum Zuckerjunkie. Lebensmittel, die von Natur aus süß sind, wie zum Beispiel Obst reichen ihm dann nicht mehr aus. Kinder, die bereits als Babys viel Zucker bekommen haben, können später viel schwerer darauf verzichten, als Kinder, die eine vollwertige und ausgewogene Ernährung genossen haben. Um dem Kind diese Probleme zu ersparen, sollte, der Zuckerkonsum also so niedrig wie möglich gehalten werden.

Süßstoff ist keine Alternative

Süßstoff ist keine Alternative zum Zucker - verwenden Sie lieber Karotten und Äpfel für eine natürliche Süße.

Süßstoff ist keine Alternative zum Zucker – verwenden Sie lieber Karotten und Äpfel für eine natürliche Süße.

Wer Gewicht reduzieren möchte, greift schnell zum Süßstoff. Er scheint ja auch eine gute Alternative zu sein, da er vom Körper nicht verarbeitet und unverändert wieder ausgeschieden wird. Er greift die Zähne nicht an und macht nicht dick. Jedenfalls in der Theorie. Für Säuglinge und Kleinkinder ist er dennoch keine Alternative. Das hängt zum einen damit zusammen, dass die Geschmacksbildung auch durch Süßstoff gestört wird und zum anderen damit, dass Süßstoff die Eigenschaft hat den Appetit anzukurbeln. Das liegt daran, dass der Körper automatisch Insulin ausschüttet, wenn er etwas Süßes zugeführt bekommt. Da jedoch kein echter Zucker geliefert wird, sondern nur unbrauchbarer Süßstoff, sinkt der verbleibende Blutzucker rasant, was zu starken Heißhungerattacken führt. Mit Süßstoff tun Sie ihrem Kind also nichts Gutes, sondern machen es nur hungrig. Hinzu kommt, dass dieser Zuckerersatz nur in bestimmten Dosierungen aufgenommen werden kann. Diese werden von der EU festgelegt, gelten aber nur für Erwachsene. Bei Babys ist der Höchstwert schnell überschritten, beziehungsweise kann kaum kontrolliert werden. Kinder haben nämlich nicht nur ein weitaus geringeres Körpergewicht, sondern auch eine viel höhere Stoffewechselaktivität. Das heißt, schon ein einziges mit Süßstoff gesüßtes Getränk, kann den Höchstwert für ein Kleinkind sprengen. Bei Babys ist das ganze natürlich noch problematischer.

Auch Babys mögen’s süß

Für eine kindgerechte Ernährung ist Zucker also nicht nur vollkommen überflüssig, sondern auch schädlich. Allerdings können Sie Ihrem Kind Alternativen anbieten und es langsam und auf gesunde Weise an den süßen Geschmack gewöhnen. Säuglinge, die nie mit Industriezucker in Berührung gekommen sind, empfinden zum Beispiel auch Karotten als sehr süß. Äpfel und Bananen sind ebenfalls eine Möglichkeit. Zwar sind sie reich an Fruchtzucker, aber gleichzeitig auch mit jeder Menge Vitaminen versehen. Sie können dem Kind unbedenklich gereicht werden.

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Klara

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Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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