Beikost: Zeitpunkt und Einführung

Wann und wie sollte Beikost eingeführt werden?

Für viele Mütter und werdende Eltern stellt sich die Frage, wie das Baby ernährt werden soll. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die Beikost. Bei der Beikost handelt es sich um die Nahrung, die einem Kind zusätzlich zur Mutter- bzw. Säuglingsmilch gegeben wird. Wann der richtige Zeitpunkt zur Einführung von Beikost ist, und was dabei beachtet werden sollte, bleibt weitestgehend unklar. Es gibt jedoch wichtige Regeln, die nach Möglichkeit bei der Säuglingsernährung befolgt werden sollten.

Der richtige Zeitpunkt für die Beikost

Wer sein Baby richtig ernähren möchte, sollte nicht zu früh mit der Beikost beginnen. Das Kind ist erst ab einem gewissen Alter in der Lage, schwere Kost zu verdauen. Auch das Kauen gelingt dem Baby erst ab einem bestimmten Zeitpunkt. Generell können Babys im Alter von etwa vier Monaten andere Kost als Muttermilch zu sich nehmen, empfohlen wird jedoch, bis zum sechsten Monat zu warten. Dann ist die Darmflora des Kindes ausgereift und Kaubewegungen werden möglich. Es gibt einige Indizien, die darauf hinweisen können, dass das Kind bereit ist für neue Nahrung. Unter anderem sollte das Baby in der Lage sein, seinen Kopf von sich aus autonom aufrecht balancieren zu können, da es sonst zu einer Verschluckungs-Gefahr kommen kann. Ebenso ist es wichtig, dass das Kind aufrecht sitzen kann, vorzugsweise im Hochsitz oder auf einem Stuhl. Allerdings ist es anfänglich ausreichend, wenn das Kind sich mit dem Rücken gegen die Mutter lehnt. Ein weiteres Anzeichen dafür, dass das Kind für zusätzliche Kost bereit ist, lässt sich an einem bestimmten Verhalten des Kindes feststellen: es schaut interessiert zu, wenn Erwachsene essen, greift und schnappt nach dem Essen und imitiert Kaubewegungen. Die meisten Eltern beobachten dieses Verhalten etwa ab dem fünften Monat.

Der Umgang mit Beikost

Das Stillen

Trotz Beikost sollte die Muttermilch zunächt die Haupt-Nahrungsquelle bleiben.

Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich bei der Beikost um eine zusätzliche Ernährung, die neben der Mutter- oder Säuglingsmilch verabreicht wird. Die Muttermilch enthält alle Stoffe, die ein Kind im Säuglingsalter braucht. Deshalb ist die Einführung der zusätzlichen Ernährung erst nach den ersten sechs Lebensmonaten sinnvoll. Neben der Beikost sollte weiterhin Muttermilch gegeben werden, da diese die Haupt-Nahrungsquelle darstellt. Alle zusätzlichen Lebensmittel dienen lediglich einer Gewöhnung des Kindes an spätere Nahrung. Wenn die Verabreichung von Beikost in Betracht gezogen wird, sollte diese erst nach Rücksprache mit dem Kinderarzt umgesetzt werden. Die ersten Versuche mit dem Baby können etwas holprig sein, möglicher Weise verweigert das Kind die Nahrung. In einem solchen Fall sollte jedoch beständig weiter versucht werden, da sich das Kind dann langsam an das Essen gewöhnen kann. Um dem Baby den Umstieg zu erleichtern, empfiehlt es sich, zu Beginn ausschließlich Brei zu verabreichen, welcher mit Wasser oder Muttermilch verdünnt wurde. Nach und nach kann dann die Konsistenz verändert werden, bis das Baby den Brei in seiner urspünglichen Form aufnehmen kann.

Die wichtigsten Komponenten

Für ein Baby spielt der Geschmack von den Lebensmitteln eine große Rolle. Süßes und Fruchtiges ist meist sehr beliebt bei den Kleinen, während Bitteres eher wieder ausgespuckt wird. Um dies mit der richtigen Konsistenz für Babynahrung zu vereinbaren, empfiehlt es sich, das meiste in Breiform zu verabreichen. In einem solchen Brei sollten die wichtigsten Nährstoffe enthalten sein. Unter anderem können weichere Gemüsesorten wie gekochte Kartoffeln, Pastinaken, Möhren, Zucchini oder Kürbis verarbeitet werden. Des weiteren ist auch der Babybrei in der Dose nicht zu verachten. Allerdings sollte vorerst Gluten vermieden werden, da die Gefahr einer Gluten-Unverträglichkeit besteht. In der Beikost sollte auch Obst enthalten sein. Sehr beliebt sind Bananen, da diese sehr weich sind und eine starke natürliche Süße enthalten. Ähnliches gilt für Birnen und Mangos sowie auch Papayas. Der Geschmack von gekochten Äpfeln ist für Kinder unwiderstehlich. Ein Brei aus den verschiedenen Obstsorten ist empfehlenswert, da dieser mehrere Nährstoffe enthält und dem Kind von Beginn an unterschiedliche Geschmackseindrücke liefert.

Der beste Start für Beikost: Brei aus unterschiedlichen Obstsorten.

Der beste Start mit der Beikost gelingt mit Brei aus verschiedenen Obstsorten.

Die Beikost kann mit einem Löffel in den Mund des Kindes geführt werden. Sobald das Baby bereits etwas Erfahrung gesammelt hat, ist es auch bereit für neue Lebensmittel. Wer sein Kind ausgewogen ernähren möchte, sollte püriertes Fleisch in Betracht ziehen. Ebenso können sehr weich gekochte Nudeln, Weißweizenbrot und Reis, aber auch Brokkoli, Erbsen, Linsen, Kohl und Spinat verwendet werden. An der Reaktion des Kindes kann man schnell ablesen, ob ein Lebensmittel in der Beikost betand halten soll, oder eher nicht. Allerdings besteht die Möglichkeit, dass das Kind anfänglich etwas wählerisch scheint. Hierbei sollte auf bestimmten Lebensmitteln beharrt werden. Des Weitern ist es nicht empfehlenswert, tagtäglich neue Beikost auszuprobieren. Das Kind braucht mindestens eine Woche zur Gewöhnung.

Da nicht von Anfang an klar ist, ob das Baby Allergien aufweist, sollte auf bestimmte Lebensmittel vorsichtshalber verzichtet werden. Zu diesen gehören Nüsse, Kuhmilch und andere Milchprodukte, also Käse, Quark, Joghurt, des Weiteren Fische und Meeresfrüchte, Zitrusfrüchte (auch Orangensaft!) sowie Sojaprodukte, also auch Tofu. Es sollte auch darauf geachtet werden, dass das Zufügen von Salz oder Honig absolut tabu ist, da der Körper des kleinen Kindes diese Stoffe noch nicht richtig verarbeiten kann. Süße, zuckerhaltige Lebensmittel sollten nur in geringen Mengen in der Beikost vorkommen, ebenso wie Kohlenhydrate. Den größten Teil seiner Energie bezieht das Baby aus Fetten.

Fortgeschrittene Beikost

Ab dem achten Monat sind die Körperfunktionen des Babys bereits wesentlich ausgereifter und bereit, mehr unterschiedliche und schwerer verdauliche Nahrung zu sich zu nehmen. Von nun an ist auch Essen in zerhackter Form in der Beikost angebracht, der Brei sollte allerdings im täglichen Essen vorkommen. Ab jetzt ist auch Stärke kein so großes Problem mehr, es dürfen also mehr Getreide- und Kartoffelprodukte verabreicht werden. Ab dem achten Monat sind sogar schon Tees und Fruchtsäfte in der Beikost erlaubt. Mit drei abwechslungsreichen Mahlzeiten pro Tag kann das Kind sich an einen vielfältigen und geregelten Speiseplan gewöhnen. Neben der Beikost ist es jedoch unerlässlich, immerfort die Mutter- oder Säuglingsmilch zu verabreichen. Diese ist besonders für das Frühstück geeignet, da die Verdauungsfunktionen des Kindes zur frühen Stunde noch nicht ganz hochgefahren sind.

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Klara

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Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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