Beschwerden nach der Geburt: So helfen Sie ihrem Baby!

Beschwerden nach der Geburt: So helfen Sie ihrem Baby!

Sie können ihr Baby endlich im Arm halten!

Die ersten Tage nach der Geburt, sind für die meisten jungen Familien eine riesige Umstellung. Vor allem das erste Kind stellt das Leben komplett auf den Kopf. Das Baby muss sich nach 9 langen Monaten in Mamas Bauch, nun zuerst von den Strapazen der Geburt erholen. Zusätzlich stürmen auf den Säugling nach der Geburt zahlreiche neue Eindrücke ein, die es zu verarbeiten gilt. Sollte das Kleine einmal krank werden sind viele Eltern ratlos: Ist das noch harmlos oder geh ich lieber zum Arzt?

Erste Beschwerden nach der Geburt: Wenn das Essen nicht drinbleiben will

Langsames Stillen mit vielen Trinkpausen beugt Erbrechen vor.

Langsames Stillen mit vielen Trinkpausen beugt Erbrechen vor.

Nach der Geburt kann es jedoch zu einigen Problemen bei dem Säugling kommen. Einige Babys erbrechen die Muttermilch nach dem trinken. Dies ist nicht auf die leichte Schulter zu nehmen es kann dafür eine ganz harmlose Erklärung geben, es kann aber auch ernsthafte Ursachen geben die rasches Handeln erfordern. Eine anatomische Erklärung kann eine Verengung in der Speiseröhre sein. Alternativ kann es auch ein Problem mit dem Zwerchfell geben, sodass die Nahrung aus dem Magen wieder „nach oben kommt“.

Muss sich der Säugling im Alter von einigen Wochen, während des Stillens schwallartig übergeben, kann dies auf eine Verengung des Magenausgangs hindeuten.

Bei dieser Art von Erbrechen, wird dringen zu einer Konsultation des Arztes geraten, da eventuell eine Operation notwendig sein kann. Kurzfristig kann versucht werden das Baby zwar häufiger, aber dafür kürzer zu stillen.

Sollte das erbrochene Blut aufweisen, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen, da dies ein Anzeichen für eine Darmverschlingung sein kann.

Ist Ihr Baby hingegen fit, und erbricht nur sehr wenig kann das ein Zeichen für zu hastiges Trinkens ein. Eine ruhige Stillumgebung mit vielen Trinkpausen kann Abhilfe verschaffen.

Verstopfungen: das Elend vom ständigen Druck

Angezogene Beine können ein Anzeichen für Verstopfung sein.

Angezogene Beine können ein Anzeichen für Verstopfung sein.

Ein weiteres Problem nach der Geburt können Verstopfungen sein. Symptome hierfür können sein, ständiges Schreien und Weinen, ein anziehen der Beine und seltener Stuhlgang (etwas nur alle 10 Tage).

Blut im Stuhl , andauernde Appetitlosigkeit und Probleme beim Stuhlgang, können ebenfalls auf eine Verstopfung hinweisen. Ursache hierfür kann eine Unverträglichkeit der Nahrung sein (Flaschennahrung) oder auch eine Erkrankung des Dickdarms und den anliegenden Nervenbahnen. Eine Arztbesuch ist deshalb bei anhaltenden Problemen sehr ratsam und kann häufig sehr gut und schnell behandelt werden.

Durchfall: Trubel im Darm

Auch der die Gegenteilige Situation kann nach der Geburt auftreten: das Baby leidet an Durchfall.
Durchfall äußert sich in häufigem und sehr wässrigen Stuhlgang. Dies ist jedoch nicht zu Unterschätzen gehen die Ausscheidungen doch mit einem deutlichen Flüssigkeitsverlust einher. Ursachen kann eine Viren- und/oder Bakterien – Infektion des Darm sein. Die entzündete Darmschleimhaut sondert nun vermehrt Wasser ab, und damit leider auch lebenswichtige Mineralien.

Da dies unter Umständen sehr gefährlich sein kann sollten sie nach spätestens zwei Tagen den Kinderarzt aufsuchen. Der Zeitpunkt ist dabei auch abhängig von dem sonstigen Zustand des Babys. Bei einem Säugling der ansonsten agil ist und genügend trinkt, kann man eventuell einen Tag warten bevor es zum Doktor geht. Macht das Baby jedoch insgesamt einen eher kränklichen Eindruck dann geht man lieber sofort. Der Kinderarzt kann die Ursache klären und danach zusammen mit den Eltern einen Essens -Plan für das Baby erstellen.

Kinderärztin

Bei anhaltenden Beschwerden am besten einen Arzt aufsuchen.

Wichtig ist hierbei das es ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Wenn sie ihr Baby vorher gestillt haben, können Sie dies weiterhin tun. Bei Flaschen- Kindern kann zu der Milchnahrung eine Elektrolytlösung hinzugegeben werden. Die Menge davon aber um bedingt mit dem Kinderarzt absprechen, da eine zu hohe Dosis sehr gefährlich für das Baby werden kann.

Ein weitere Indikator dafür wie ernst die Lage ist das Gewicht. Ein Gewichtsverlust von circa fünf Prozent, ist noch im Rahmen sollte aber dennoch schnellstmöglich vom Kinderarzt untersucht werden. Bei einer Reduzierung des Gewichts von circa 10 Prozent sollten Sie jedoch umgehend das nächste Krankenhaus aufsuchen!

Husten: Von harmlos bis gefährlich

Desweiteren kommt es nach der Geburt hin und wieder vor das das Neugeborene an Husten leidet.

Vor allem die häufig damit einhergehende verstopfte Nase kann zu Problemen beim Trinken führen. Die verstopfte Nase kann daher mit homöopathischen Mitteln aus der Apotheke behandelt werden. Bei akutem Husten , ohne verstopfte Nase, kann feuchtere Luft und das Anlegen von Brustwickeln hilfreich sein. Sollte das Baby zu dem rasselnde Atemgeräusche aufweisen kann Wärme und Inhalieren helfen den festsitzenden Schleim zu lösen und den Husten zu lindern.

Dauerhafter Husten kann einen Hinweis auf eine Bronchitis oder Lungenentzündung sein, suchen sie bitte umgehend einen Arzt auf. Sollte der Husten sich eher bellend anhören und das Baby beim atmen „brummelnde“ Geräusche machen kann die einen Hinweis auf die Virenerkrankung: Pseudo Krupp geben. In diesem Fall ist es am besten sofort einen Notarzt zu rufen!

Fieber: der Körper im Kampfmodus

Fieber hingegen, ist an sich keine Erkrankung, sondern eine Abwehrreaktion des Körpers gegen Keime und Bakterien. Da das Immunsystem von Säuglingen jedoch noch sehr schwach ist, ist es wichtig eine Fiebererkrankung im Auge zu behalten. Anzeichen können neben der hohen Temperatur, trockene Lippen und eine Verweigerung des Trinkens sein. Behandeln lässt sich das Fieber vorläufig mit dünner Kleidung, Wadenwickeln und Säuglingszäpfchen. Bei einer Temperatur von 38,5 Grad sollte jedoch vorsichtshalber ein Arzt aufgesucht werden.

Wenn das Atmen zum Problem wird

Atemprobleme tauchen besonders bei Frühchen häufiger nach der Geburt auf. Dieses Phänomen hat sogar einen eigenen Namen „Atemnotsyndom des Frühgeborenen“. Ursache hierfür ist oft das die Lunge zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht vollständig entwickelt war. Symptome sind unter anderem blasse Haut, Atemgeräusche und Einziehungen am Brustkorb. Durch eine umfassende Überwachung und eine Unterstützung der Atmung kann das Syndrom häufig schon früh behandelt werden.

Sie sind jedoch nicht nur bei Frühchen ein ernsthaftes Problem sondern auch bei Säuglingen die nach den normalen neun Monaten auf die Welt gekommen sind. Symptome sind auch hier ein starkes Beben der Nasenflügel, hohe Atemfrequenz und Einziehungen des Brustkorbs. Erst Maßnahmen sollten nun zum einen sein die gute Belüftung der Umgebung sicher zu stellen, sowie zu kontrollieren das die Kleidung den Säugling nicht beim Atmen behindert. Atemprobleme können jedoch häufig Hinweis auf eine ernste Erkrankung sein, deshalb ist es ratsam sofort einen Kinderarzt oder das Krankenhaus aufzusuchen.

Abschließend lässt sich sagen: Malen Sie vielleicht nicht bei jeder kleinen Abweichung den Teufel an die Wand. Da jedoch das Immunsystem von Säuglingen noch nicht vollständig entwickelt ist, ist eher zur Vorsicht geraten. Anfangs eher nebensächliche Probleme wie z.B. Husten können sich schnell zu einer teilweise lebensbedrohlichen Erkrankung, z.B. einer Lungenentzündung entwickeln. Sollten Sie sich also unsicher sein ob das Baby lediglich an einer Unpässlichkeit leidet oder an einer ernst zu nehmenden Erkrankung, ist es ratsam im Zweifelsfall lieber einen Arzt aufzusuchen.

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Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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