Die Elternzeit

Werdende Eltern können es zumeist gar nicht erwarten, bis der Nachwuchs endlich das Licht der Welt erblickt. Neun lange Monate müssen vergehen, bis es einen neuen Lebensmittelpunkt im Leben von Mama und Papa gibt. Ohne Frage wünschen sich die meisten Eltern gerade in der Anfangszeit möglichst viel Zeit mit dem eigenen Kind zu verbringen. Das erste Lächeln, die ersten Zähne und zum ersten Mal krabbeln – all das möchte jeder Elternteil gerne miterleben. Problematisch ist allerdings die Tatsache, dass auch der Alltag weitergehen muss. Mithilfe der sogenannten Elternzeit soll eine Vereinbarung zwischen Beruf und Privatleben zugunsten des Kindes erfolgen. Doch wie sieht das im Detail aus?

Was genau ist die Elternzeit?

Die Elternzeit bezeichnet einen Rechtsanspruch von Eltern auf eine unbezahlte Freistellung von der Arbeit für einen bestimmten Zeitraum. Das bedeutet, dass die Hauptpflichten im Arbeitsverhältnis ruhen, aber das Arbeitsverhältnis weiterhin bestehen bleibt. Dieser Anspruch besteht bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes. Nach Ablauf der Elternzeit besteht ein Anspruch auf Rückkehr in den ursprünglichen Beruf oder aber in einen dementsprechenden.
Während der Elternzeit besteht kein Anspruch auf Lohn gegen den Arbeitgeber. Es besteht allerdings die Möglichkeit, Elterngeld beim Staat zu beantragen. Dieses wird bis zur Vollendung des 14. Monats des Kindes gezahlt. Die Höhe des Geldes bemisst sich nach dem Durchschnittsgehalt der letzten 12 Monate. Der Maximalbetrag beträgt jedoch 1800 Euro.

Der Unterschied zum Mutterschutz

Der Mutterschutz ist hiervon zu unterscheiden. Er gilt ausnahmslos für alle Frauen, die sich in einem Arbeitsverhältnis befinden. Der Mutterschutz beginnt grundsätzlich sechs Wochen vor der Geburt und endet in der Regel acht Wochen nach der Entbindung. Nach Ablauf der acht Wochen haben Frauen dann die Möglichkeit die Elternzeit zu beginnen. Für Männer besteht die Möglichkeit schon direkt nach der Geburt.

Welche Formalitäten müssen beachtet werden?

Voraussetzung für einen wirksamen Antrag auf Elternzeit ist es, die Fristen zu wahren. Am wichtigsten ist es zunächst, den Arbeitgeber zu informieren. Es gilt eine Frist von sieben Wochen.
Aufgrund dessen, dass Frauen sich anfänglich im Mutterschutz befinden, ist ein Antrag auf Elternzeit bis spätestens in der ersten Lebenswoche des Kindes zu verschicken.
Väter, die unmittelbar nach der Geburt des Nachwuchses in Elternzeit gehen möchten, müssten folglich sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin den Antrag stellen.
Zusätzlich muss erklärt werden, für welchen Zeitraum die Elternzeit genommen werden soll. Dies erfolgt zumeist über standardisierte Anträge, die die Arbeitgeber dann aushändigen.

Eine sinnvolle Auszeit – sowohl für Mama als auch für Papa

Gerade die ersten Fortschritte in der Entwicklung des eigenen Kindes sind Erfahrungen, die kein Elternteil missen möchte. Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass inzwischen sogar 88 Prozent der Männer Wert darauf legen, die Entwicklung aktiv mitzuerleben. Eine Elternzeit für Väter ist heutzutage keine Seltenheit mehr. Es bestehen allerdings von männlicher Seite aus noch viele Bedenken, dass eine Auszeit im Berufsleben ein möglicher Karrierekiller sein könnte. Ohne Frage läuft ein Wiedereinstieg ins Arbeitsleben nicht immer reibungslos ab und man sollte eine gewisse Einarbeitungszeit einplanen. Dennoch lohnt sie sich. Man erlebt einmalige Erfahrungen und wer vor dem „Erziehungsurlaub“ einen ordentlichen und zuverlässigen Job gemacht hat, wird es auch danach wieder schaffen.

Hilfreich ist es, sich vor der geplanten Elternzeit mit den Kollegen zu verständigen. Wer könnte in der geplanten Auszeit welche Aufgaben übernehmen? Ein schlüssiges Konzept macht die berufliche Auszeit für alle Beteiligten leichter – den Arbeitgeber eingeschlossen. Und während der Elternzeit ruhig mal am Arbeitsplatz vorbeischauen, den Kontakt zu Arbeitsfeld und Kollegen halten. Das erleichtert den Wiedereinstieg. Praktischer Tipp zum Schluss: Alle nötigen Anträge für die Elternzeit zum Download bietet das Internetportal väterzeit.de

Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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