Erziehungsstile – Eine Einführung

Durch Vorlesen kann die Motivation zum Spracherwerb bereits im Säuglingsalter gesteigert werden.

Wohl jedes Elternteil, dem sein Kind am Herzen liegt, hat sich schon einmal Gedanken über seine Erziehung gemacht. Wie kann man seinem Kind am besten Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens vermitteln, ohne es dabei in der freien Entfaltung seiner ganz eigenen Persönlichkeit einzuschränken? Wie fördert man die psychische Entwicklung und den Erwerb von Wissen am besten? Und wie kann man dazu beitragen, dass das eigene Kind ein gesundes Selbstkonzept entwickelt? Wir geben eine Einführung in Erziehung und Erziehungsstile:

Erziehung lässt sich allgemein in verschiedene, stereotype Erziehungsstile unterteilen.
Ein Forscher namens Baumrind stellte dazu drei verschiedene, prototypische Erziehungsstile vor: Autoritär, Autoritativ und Permissiv. Hierbei ist zu beachten, dass diese Erziehungsstile lediglich Prototypen und Orientierungshilfen sind – nicht jedes Erziehungsverhalten lässt sich eindeutig einem der Stile zuordnen und allgemein lässt sich sagen, dass Elternverhalten auch immer situationsabhängig verläuft.

Erziehungsstile: Der autoritäre Erziehungsstil

Beim autoritären Erziehungsstil werden dabei vor allem die elterlichen Vorstellungen und Wünsche durchgesetzt. Das Kind hat sich in diesem Erziehungsstil zu fügen und oftmals werden Konsequenzen angedroht und durchgesetzt, um die Machtposition des Erziehenden aufrecht zu erhalten.
Innerhalb dieses Erziehungsstils sind gute Schulleistungen recht wahrscheinlich, was insbesondere mit dem großen Ausmaß an Kontrolle zusammen hängt. Die Wahrscheinlichkeit kriminellen Verhaltens ist ebenso gering, wie das Auftreten von psychischen Belastungssymptomen. Allerdings leiden Selbstvertrauen und soziale Kompetenz stark unter dem Mangel an Wärme, der mit dem autoritären Erziehungsstil einher geht. Durch die starke Kontrolle fällt es Kindern schwer, sich auf eigene Talente und Fähigkeiten zu verlassen.

Der autoritative Erziehungsstil

Beim autoritativen Erziehungsstil hingegen, wird den Kindern ein Mitspracherecht an den wesentlichen Regeln häuslichen Verhaltens eingeräumt. Mit großem Verständnis wird auf die Position des Kindes reagiert, seine Ansichten werden angehört und diskutiert. Selbstständiges Verhalten und Denken wird von den Eltern unterstützt, allerdings wird auch darauf geachtet, dass vereinbarte Regelungen eingehalten werden.
Der autoritative Erziehungsstil hat aus der Perspektive des Kindes die meisten Vorteile, denn nicht nur die Wahrscheinlichkeit guter Leistungen in der Schule, sondern auch die Wahrscheinlichkeit eines hohen Selbstvertrauens und sozialer Kompetenzen sind hier gegeben und das bei einer geringen Wahrscheinlichkeit späteren Problemverhaltens oder psychischer Belastungssymptome. Der ständige Dialog mit dem Kind fordert die Entwicklung eines eigenständigen Menschens und sozialer Kompetenzen, wie beispielsweise Durchsetzungsfähigkeit.

Der permissive Erziehungsstil

Mit sehr viel weniger Lenkung geht hierbei der permissive Erziehungsstil einher. Die Wünsche des Kindes werden voll und ganz toleriert und akzeptiert, wobei wenige Forderungen an das Kind gestellt werden. Auch sehr wenige Regeln bestimmen das Zusammenleben, während Kontrolle und Bestrafung ebenfalls abgelehnt werden. Allerdings ist auch eine allgemeine Vermeidung von Konfrontationen zu beobachten.
Auch bei diesem Erziehungsstil entwickeln Kinder ein hohes Maß an Selbstvertrauen, allerdings führt der Mangel an Lenkung hier zu schlechteren Leistungen in der Schule und einer hohen Wahrscheinlichkeit für problematisches Verhalten. Die Wahrscheinlichkeit für Belastungssymptome liegt im Mittelmaß.

Bildquelle: © Alliance / Fotolia.com

Klara

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Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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