PDA & Co. – Ein „Fremdwörterbuch“

Kinderärztin

Schwangere Frauen und die, die es bereits einmal im Leben gewesen sind, unterhalten sich bekanntlich in einer ganz eigenen Sprache. Damit Sie zwischen SSW, HCG, PDA & Co. den Überblick behalten, haben wir die wichtigsten Begriffe in unserem „Fremdwörterbuch“ zusammengefasst und geben so einen Einblick in Schwangerschafts- und Baby-Jargon.

Fremdwörterbuch: Das 1. Trisemester

Mutterpass

Der Mutterpass sollte während der Schwangerschaft unbedingt zu Ihren ständigen Begleitern zählen. In Notfällen hat der Arzt so sofort alle wichtigen Informationen parat. Wenn Ihnen das typische Design nicht zusagt, dann können Sie im Internet zwischen zahlreichen individuell gestalteten Mutterpass-Umschlägen wählen.

Stützstrumpfhosen

Nein, Stützstrumpfhosen sind nicht nur etwas für Rentner! Auch wenn sie nicht schön aussehen, hier geht die Funktion vor: Die speziellen Strumpfhosen schützen von Anfang an vor Krampfadern und Kreislaufproblemen.

SSW

Während einer Schwangerschaft werden Sie eher in Wochen rechnen, als in Monaten. Die sogenannten Schwangerschaftswochen, geben genau an, in welcher Phase der Schwangerschaft Sie sich gerade befinden und was in diesen Phasen typisch für Sie und Ihr Kind ist.

Embryo & Fötus

Embryo bedeutet im Griechischen so viel wie „Keimling“. Nach 8 Wochen spricht man jedoch nicht mehr von einem Embryo, sondern von einem Fötus.

HCG

Das Schwangerschaftshormon Humanes Choriongonadotropin (HCG) wird oft für die Übelkeit verantwortlich gemacht, die vor allem bis zur 12. Schwangerschaftswoche auftritt. Das Hormon wird während der ersten drei Monate in der Plazenta produziert und garantiert das Wachstum der Fruchtblase sowie die Bildung wichtiger Hormone. Der HCG-Spiegel sollte regelmäßig kontrolliert werden, da eine Abweichung von der Normalkonzentration auf Chromosomenveränderungen hinweisen kann.

Fremdwörterbuch: Das 2. Trisemester

PAPP-A

Um die Gesundheit des Babys zu überprüfen, wird im 2. Trisemester unter anderem das Schwangerschaftshormon PAPP-A untersucht. PAPP-A (Pregnancy Associated Plasma Protein A) wird wie das HCG in der Plazenta produziert und ist ein schwangerschaftsspezifisches Eiweiß. Der PAPP-A-Spiegel sollte regelmäßig kontrolliert werden, da eine Abweichung von der Normalkonzentration auf Chromosomenveränderungen, wie zum Beispiel Trisomie 21 hinweisen kann.

Hebamme

Eine Hebamme steht der werdenden Mutter nicht nur während der Geburt, sondern auch davor und danach mit Rat und Tat zur Seite. Seit 1987 dürfen den Beruf auch Männer ausüben. Statt Hebamme werden sie dann „Entbindungspfleger“ genannt.

Progesteron

Das Hormon Progesteron wird während der Schwangerschaft in großen Mengen ausgeschüttet. Es soll die Entspannung der Muskeln fördern und die Blutgefäße erweitern. So soll die Muskelspannung der Gebärmutter gesenkt und frühzeitige Wehen verhindert werden. Das Problem: Verdauungs- und Harntrakt entspannen sich gleich mit! Das führt zu unangenehmen Nebeneffekten, wie Verstopfung und Harndrang.

Östrogen

Das Hormon Östrogen ist normalerweise für die Periode zuständig, während einer Schwangerschaft fördert es vor allem das Wachstum der Brüste und der Gebärmutter.

Fremdwörterbuch: Das 3. Trisemester

Der Gebärmutterhals

Der Gebärmutterhals ist eine Art Schlauch, der ca. 4 cm lang ist und mit dem äußeren Muttermund abschließt. Rückt die Geburt näher, wird der Gebärmutterhals stetig kürzer, bis er schließlich komplett verschwindet.

Gebärpositionen

Heutzutage bringen die meisten Mütter ihr Kind liegend im Bett zur Welt. Früher zählten lange Zeit hockende oder liegende Gebärpositionen zu den Klassikern. Mittlerweile konnten sich einige dieser Trends erneut durchsetzen: Immer mehr Frauen ziehen eine Geburt im Sitzen auf einem Gebärhocker oder eine Geburt im Vier-Füßler-Stand vor.

Stubenwagen

Der Stubenwagen kann außerhalb der Babyszene auch einfach als Babybett bezeichnet werden. Es handelt sich um ein Bett für Babys, das oft mit Rollen versehen ist, damit man es von einem Zimmer ins nächste schieben kann und das Baby so immer bei sich hat.

Spontangeburt

Ganz wichtig: In der Schwangerszene wird Ihnen das reine Wort „Geburt“ so gut wie nie begegnen – sprechen Sie hier am besten wie alle anderen Schwangeren oder Ex-Schwangeren von Entbindung! Im Gegensatz zum Kaiserschnitt bedeutet Spontangeburt, dass natürlich entbunden wird.

Wiege

Eine Wiege kann im Gegensatz zum normalen Bett gerollt, vor allem aber geschaukelt werden. Das entspannt das Baby und hilft dem Neuankömmling beim Einschlafen!

Fremdwörterbuch: Geburt

Wehe

“Wehe“ heißt im Englischen „Labour“ und bedeutet so viel wie Arbeit, denn Arbeit ist es in der Tat. Im Deutschen leitet sich das Wort tatsächlich von dem Wort „weh tun“ ab. Eine Kombination aus Arbeit und „weh tun“ trifft es wohl am besten: Die Gebärmutter ist ein Muskel, der sich während der Geburt zusammen zieht. Da dabei die Blutgefäße zusammen gequetscht werden, erhält der Muskel zu wenig Sauerstoff. Die Ausschüttung chemischer Substanzen löst daraufhin den Schmerz aus. Sobald die Anspannung abfällt, ist die Sauerstoffversorgung des Muskels wieder intakt und der Schmerz hört auf.

Muttermund

Der äußere Muttermund bildet den Abschluss des Gebärmutterhalses. Wenn die Geburt kurz bevorsteht, wird der Gebärmutterhals ausgewalzt, das heißt er weitet sich so lange, bis er an den Mutternmund heranreicht: Währenddessen öffnet sich der Muttermund nach und nach.

Periduralanästhesie – PDA

Die Periduralanästhesie wird kurz auch als PDA bezeichnet. Dabei werden Nervenleitungen im Peridualraum betäubt, der das Rückenmark umgibt. So kann der Wehenschmerz nicht weitergeleitet werden, das Kind wird dabei jedoch nicht beeinträchtigt. Bei einer PDA betäubt der Anästhesist betäubt die Haut am Rücken zunächst lokal, damit der Einstich schmerzfrei bleibt.

Kaiserschnitt

Viele gehen davon aus, dass das Wort „Kaiserschnitt“ weit in die Geschichte zurück zu führen ist. Im Lateinischen als „sectio caesarea“ bezeichnet, soll das Wort aus dem Jahre 100 v. Chr. stammen: Damals wurde der spätere römische Kaiser Julius Cäsar aus dem Bauch seiner Mutter geschnitten. Da der erste erfolgreiche Kaiserschnitt jedoch erst um 1500 durchgeführt wurde, handelt es sich hierbei vermutlich eher um eine Legende.

Dammschnitt und Dammriss

Früher wurde oft aus Routine ein Dammschnitt gemacht, heute geht man davon aus, dass ein Damriss besser verheilt. Da sich das Dammgewebe bei der Geburt so stark ausdehnt, dass es reißen kann, wird in manchen Fällen, zum Beispiel wenn der Kopf des Kindes sehr groß ist, auch heute noch ein Dammschnitt durchgeführt. Aber keine Panik – Mittlerweile überstehen viele Frauen die Geburt auch ohne Riss.

Prolaktin, Oxytocin und Milchspendereflex

Prolaktin und Oxytocin sorgen dafür, dass das Baby beim Saugen an der Brust Milch erhält. Wenn das Kind zu Saugen beginnt schüttet die Hirnanhangdrüse Prolaktin raus. Über das Blut wird es zur Brust weitergeleitet und stimuliert dort die milchbildenden Zellen. Saugt das Baby etwa 2 Minuten weiter, wird Oxytocin freigesetzt, dass zum tatsächlichen Milchfluss führt. Dieser Prozess wird auch als „Milchspendereflex“ bezeichnet.

Vorsorgeuntersuchungen: U (1 bis 9)

Damit Entwicklungsverzögerungen rechtzeitig erkannt werden können, sollten Kinder bis sie sechs Jahre alt sind regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung, die kurz auch als „U (1 bis 9)“ bezeichnet werden. Dabei erhält jedes Neugeborene ein gelbes Büchlein, in dem die Ergebnisse der Untersuchungen festgehalten werden.

APGAR-Test

Gesundheitscheck

Der APGAR-Test ist der erste Gesundheitscheck nach der Geburt.

Bei dem APGAR-Test ist der Name Programm: Er wird bereits eine Minute nach der Entbindung durchgeführt und ist damit der erste Gesundheitscheck nach der Geburt. Er kontrolliert Atmung (A), Puls (B), Grundtonus, also Bewegung (B), Aussehen (A) und Reflexe (R). Die höchste Punktzahl, die das Baby bei dem Test erreichen kann, ist 10 – Wenn der Arzt das Ergebnis als angemessen empfindet ist aber beispielsweise auch eine 7 kein Grund zur Besorgnis. Der Test wird zuerst nach 5 und dann nach 10 Minuten noch einmal wiederholt.

Bilirubin-Wert

Wirkt die Haut Ihres Baby kurz nach der Geburt gelblich? Dann hat es vermutlich Neugeborenen-Gelbsucht. Dafür ist der gelbe Farbstoff Bilirubin verantwortlich, der von der Leber abgebaut werden muss. Er entsteht durch den Zerfall roter Blutkörperchen, von denen das Baby kurz nach der Geburt noch zu viele besitzt. Um den Bilirubin-Wert festzustellen, wird dem Säugling eine Blutprobe aus der Ferse entnommen. Wenn der Wert lediglich etwas zu hoch ist, wird er weiter überprüft. Übersteigt der Wert jedoch einen Grenzwert, wird eine sogenannte Phototherapie durchgeführt: Dabei wird das Neugeborene zunächst unter eine UV-Lampe gelegt. Durch das kurzwellige Licht wird das Bilirubin gespalten und wird damit wasserlöslich. So kann es über den Urin ausgeschieden werden.

Vorlage

Im Krankenhaus ist alles anders: Normale „Binden“ werden im Krankenhaus -Fachjargon als „Vorlage“ bezeichnet.

Das Kind anlegen

Muttermilch

Das Kind anlegen bedeute so viel wie stillen.

Klingt gefährlich, ist es aber nicht: Das Kind anlegen bedeutet in Hebammen-Sprache so viel wie: Das Kind an die Brust anlegen, also stillen.

 

Pucken

„Pucken“ wird wohl außerhalb der Babyszene kaum jemand verstehen. Es handelt sich um eine spezielle Einwickeltechnik für Neugeborene, die das Baby an die Enge im Mutterleib erinnern und dementsprechend Geborgenheit ausstrahlt soll.

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Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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