Frühgeburt und Frühchen

Frühgeburt und Frühchen

Eine Frühgeburt besteht, wenn das Baby lebend vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche bzw. nach weniger als 260 Tagen Schwangerschaft zur Welt kommt. Etwa sieben Prozent aller Geburten in Deutschland sind Frühgeburten. Dank des medizinisch-technischen Fortschritts können mittlerweile jedoch auch extreme Frühchen (ab der 24. Schwangerschaftswoche) überleben.

Ursachen und Risikofaktoren für Frühchen und Frühgeburten

Eine normale Schwangerschaft dauert in der Regel 40 Wochen. Bei den Risikofaktoren für eine Frühgeburt unterscheidet man zwischen mütterlichen und kindlichen Risikofaktoren. Mütter, vor allem Erstgebärende unter 18 und über 35 Jahren, tragen ein gewisses Risiko für eine Frühgeburt. Kommen eine schlechte Ernährung der Mutter, Stress und schwere körperliche Arbeit sowie bereits bestehende Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Schilddrüsenerkrankungen hinzu, steigt das Risiko für eine Frühgeburt. Weitere Risikofaktoren sind Myome in der Gebärmutter, Chlamydieninfektionen, vorzeitige Wehen oder vorausgegangene Schwangerschaftsabbrüche. Auch eine Mehrlingsschwangerschaft ist häufig Ursache für eine Frühgeburt. Frühchen werden fast immer per Kaiserschnitt geholt, um den Kleinen den Geburtsstress zu ersparen.

Welche Möglichkeiten hat die werdende Mutter, eine Frühgeburt zu verhindern?

Das Ziel ist immer, die Schwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten. Dazu braucht die Schwangere viel Ruhe, eine gesunde Ernährung und die Vermeidung von harter, körperlicher Arbeit. Droht aufgrund vorhandener Risikofaktoren eine Frühgeburt, wird die Schwangere vorzeitig von der Arbeit entbunden und krankgeschrieben. Bei vorzeitigen Wehen werden Wehenhemmer und Magnesium eingesetzt, während Kortison die Lungenreife des Babys fördert, um Atemprobleme des Babys bei einer eventuellen Frühgeburt zu vermindern.

Die Risiken von Frühgeburt und Frühchen

Frühchen haben ein erhöhtes Risiko für Lungenfunktionsstörungen, da die Lunge und der Atemreflex noch nicht vollständig ausgereift sind, so dass es zum plötzlichen Atemstillstand kommen kann (plötzlicher Kindstod). Das Immunsystem des Frühchens ist ebenfalls noch nicht voll funktionsfähig, so dass es anfällig für Infektionen ist. Frühchen werden nach der Geburt auf der Neugeborenenintensivstation einer Kinderklinik betreut, bis sie die notwendige Reife und ein normales Gewicht erzielt haben.

Frühgeburt und Frühchen – der richtige Umgang nach der Geburt

Viele Eltern sind unsicher im Umgang mit dem kleinen Winzling und trauen sich kaum, ihn anzufassen. Dabei ist die Eltern-Kind-Bindung und ein direkter Körperkontakt von Anfang an für die Entwicklung des Frühchens sehr wichtig. Bereits auf der Intensivstation wird das Baby der Mutter regelmäßig auf die Brust gelegt, damit es den Herzschlag und die Körperwärme der Mutter spüren kann.

Frühgeburt und Frühchen – eventuelle Spätfolgen

Frühchen neigen zu Gehirnblutungen, die zu neurologischen Langzeitschäden, geistigen Behinderungen, epileptischen Anfällen und spastischen Krämpfen, motorischen Störungen, eingeschränkter Sehfähigkeit sowie Nahrungsmittelunverträglichkeit führen können. Etwa ein Drittel der Frühchen leidet an starken Spätfolgen, ein weiteres Drittel an Beeinträchtigungen, die eine langwierige, intensive Therapie und Betreuung erforderlich machen, und ein weiteres Drittel ist vollkommen gesund und hat keine Spätfolgen zu befürchten.

Bildquelle: PublicDomainPictures / Pixabay.com

Klara

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Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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