Masern bei Kindern: 9 wichtige Fakten über Masern

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Unterschätzte Kinderkrankheit Masern

Bild: Kleines Kind mit Masern

Masern gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten, werden aber leider oft unterschätzt.

Kinderkrankheiten gehören zum Groß werden. Einige Kinderkrankheiten bergen jedoch zahlreiche Risiken, denen mit einer frühzeitigen Impfung vorgegriffen werden kann. Eine oft unterschätzte Kinderkrankheit sind die Masern, die mit juckendem Hautausschlag und fiebrigen Grippesymptomen stetig in ärztliche Behandlung gehören, um mögliche Komplikationen frühzeitig zu bekämpfen.

 

2. Virusinfektion mit hoher Ansteckungsgefahr

Masern werden als typische Kinderkrankheit angesehen, deren Auswirkungen jedoch häufig unterschätzt werden. Die Erkrankung zeichnet sich durch einen juckenden Hautausschlag und grippeähnliche Symptome aus und ist hochgradig ansteckend. Die meisten kindlichen Patienten leiden weniger unter den Masern als Jugendliche oder Erwachsene, bei denen der Krankheitsverlauf zumeist deutlich stärker ausgeprägt und mit einem höheren Komplikationsrisiko belastet ist. Doch auch bei den kleinen Patienten ist das Komplikationsrisiko nicht zu unterschätzen, das auch nach ausgeheiltem Krankheitsverlauf in Form von Spätfolgen auftreten kann.

Ursächlich für die Erkrankung ist die Infektion mit dem Masernvirus. Dieser wird über die sogenannte Tröpfcheninfektion übertragen, beispielsweise über das Sprechen, Husten und Niesen. Dabei ist der Masernvirus (Briarcus morbillorum) bis zu zwei Stunden in der Raumluft überlebensfähig und kann somit auch nach dem Verlassen eines Raumes durch einen Erkrankten nachfolgende Menschen anstecken. Der Erreger gelangt über die Atemwege in den Organismus des gesunden Menschen und kann sich über das Blutkreislaufsystem im Körper ausbreiten. Hitze und Kälte, Licht und Desinfektionsmittel töten den Virus in der Raumluft jedoch ab.

 

3. Woran erkennen Eltern die Masern?

Typisch für eine Masernerkrankung ist der sich ausbreitende Hautausschlag in Kombination mit Abgeschlagenheit und sich erhöhender Körpertemperatur. Zur Absicherung sollte bei den ersten Anzeichen einer Masernerkrankung sowie bei vermuteter Ansteckung mit dem Virus (z.B. Erkrankung von Kindesfreunden, in Kindergarten oder Schule) und dem Auftreten von grippeähnlichen Symptomen ein Kinderarzt aufgesucht werden. Dieser ist in der Lage, die ähnlichen Symptome von einer anderen Erkrankung, beispielsweise Röteln oder Scharlach, abzugrenzen. Auch die Diagnostik über eine Laboruntersuchung ist in diesem Fall sinnvoll.

 

4. Erste Anzeichen der Masern

Bild:Masern

Die Masern sind hochgradig ansteckend und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Die Ansteckung mit dem Masernvirus beläuft sich auf den Zeitraum zwischen fünf Tagen vor dem Krankheitsausbruch und vier Tagen nach dem Sichtbarwerden des für die Masernerkrankung typischen Hautausschlages. Kommt ein Kind mit dem Virus in Kontakt, ist eine Infektion in nahezu jedem Fall wahrscheinlich, von einem Krankheitsausbruch mit den typischen Symptomen ist ohne Impfung in rund 95% aller Fälle auszugehen. Eine einmal erfolgte Infektion hinterlässt dabei eine lebenslange Immunität durch die Entwicklung von Antikörpern, sodass eine erneute Erkrankung des Patienten nahezu ausgeschlossen ist.

Der Virus gelangt über die Schleimhäute in den Körper. Bis zum Auftreten der ersten Symptome vergehen jedoch zwischen 8 und 12 Tage, in deren letzten Tagen sich die Infektion durch die Abzeichnung des Vorstadiums mit Müdigkeit, Gereiztheit und grippeähnlichen Symptomen zeigt. Die Krankheit selbst erfolgt in zwei Stadien, die als Vorstadium (Prodromalstadium) und Hauptstadium (Exanthemstadium) bezeichnet werden.

Schon in der Zeit von bis zu fünf Tagen vor dem Auftreten des Vorstadiums ist das erkrankte Kind selbst Überträger des Virus und kann andere Menschen in seinem Umfeld mit Masern anstecken. Sicher vor der Erkrankung sind lediglich Menschen mit einer Masern-Impfung, Menschen, welche selbst bereits die Masern erlebt haben sowie Neugeborene bis zu ihrem ca. sechsten Lebensmonat, da diese durch die Antikörper der Mutter den sogenannten Nestschutz besitzen.

 

5. Vorstadium einer Masernerkrankung

Ab ca. acht Tage nach der Infektion mit dem Masernvirus zeigt sich das Vorstadium der Masern über einen Zeitraum von drei bis fünf Tagen. In dieser Zeit bekommen erkrankte Kinder grippeähnliche Symptome wie Halsschmerzen, trockenen Husten, Schnupfen und mäßiges Fieber. Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Bauchschmerzen sind verbreitet.

Ebenfalls typisch ist eine zunächst unspezifizierte Lichtempfindlichkeit, die mit tränenden Augen bis hin zu einer Bindehautentzündung einhergeht. Das Gesicht wirkt aufgedunsen und wird im Mund von charakteristischen weißen Belägen ergänzt, die wie Kalkspritzer mit rötlicher Umrandung wirken (Koplikflecken). Um den dritten Tag herum ist die vollständige Mund- und Rachenschleimhaut gerötet und das Fieber steigt stark an.

 

6. Masern im Hauptstadium

Das Hauptstadium (Exanthemstadium) beginnt mit der Entwicklung des typischen Hautausschlages, der in Form von kleinen, zunächst hellroten Flecken auftritt, die zwischen 3 und 6 Millimeter groß sind und im Krankheitsverlauf ineinanderzufließen scheinen. In dieser Phase steigt auch das Fieber schubweise immer wieder sehr hoch. Der Ausschlag beginnt zumeist hinter den Ohren, verbreitet sich über das Gesicht und den Körper aus. Mit dem Fortschreiten der Krankheit färben sich die Flecken im Verlauf von 5 bis sieben Tagen dunkler in einen bräunlich-roten bis violetten Farbton, bevor sie sich mit einer schuppigen Form vom Körper lösen.

bis zum vollständigen Abklingen des Hautausschlages als infektiös zu betrachten ist und sein Umfeld noch immer anstecken kann. Ohne Komplikationen ist eine Erholungsphase von bis zu zwei Wochen einzuplanen, bis das Kind vollständig genesen und in gewohnter Weise im Alltag belastbar ist (z.B. Kindergarten- und Schulbesuch).

 

7. Komplikationsgefahr: Bei den Kleinen niedriger als bei den Großen

Bild:Kind nach der Masernimpfung

Um sich vor den Masern zu schützen, sollte man zum Arzt gehen und sich impfen lassen.

Wie nahezu jede andere Krankheit kann auch der Ausbruch der Masern je nach Stärke des Krankheitsverlaufes Komplikationen mit sich bringen. Während in den meisten Fällen eine unkomplizierte Ausheilung erfolgt, kommt es vor allem bei Kindern unter 5 Jahren sowie bei Erwachsenen über 20 Jahren bei 10% bis 20% zu Problemen: Die Masernerkrankung schwächt das Immunsystem für einen Zeitraum von rund sechs Wochen, in denen andere Bakterien und Viren leichtes Spiel haben.

Häufige Folgeerkrankungen sind entsprechend entzündlicher Natur und greifen als Lungen-, Mittelohr- oder Kehlkopfschleimhautentzündungen in den Genesungsprozess ein. Auch Durchfallerkrankungen sowie Haut- und Augeninfekte gehören zu den häufig auftretenden Komplikationen. Glücklicherweise seltener, doch sehr schwerwiegend kann einer Masernerkrankung eine Enzephalitis folgen, eine nervenschädigende Gehirnentzündung, die bei Fehlbehandlungen bis Bewusstseinsstörungen und Koma führen. Diese Gehirnentzündung führt in 10% bis 20% der Fälle zum Tode, während weitere 20% irreparable Schäden zurückbehalten. Umso wichtiger ist die richtige Vorsorge über eine Schutzimpfung sowie eine sorgfältige Therapie der aufgetretenen Masernerkrankung.

Diese schweren Komplikationen erklären auch, warum die immer wieder erwähnten „Masernpartys“ für die bewusste Ansteckung der Kinder durch ein erkranktes Kind im Kindesalter einer fahrlässigen Körperverletzung gleichkommen und nicht aus falscher Fürsorge in Kauf genommen werden sollten.

Vollständig verhindert werden kann die Masern-Erkrankung ausschließlich durch eine Impfung, die durch zwei Spritzen im Zeitraum der ersten 11 bis 14 bzw. 15 bis 23 Lebensmonate vorgenommen werden sollten. Hierbei wird ein Lebendimpfstoff mit abgeschwächten Erregern in den Organismus eingebracht, der das kindliche Immunsystem stimuliert Antikörper zu bilden. Bei erfolgreicher Impfung bietet sich der gleiche lebenslange Schutz vor den Masern wie nach der überstandenen Erkrankung.

 

8. Die richtige Behandlung bei Masern

Sobald sich die ersten Anzeichen einer Masernerkrankung zeigen, sollten Eltern mit Ihrem Kind den Arzt aufsuchen, um die Diagnose zu stellen und benötigte Medikamente zu verschreiben. Danach benötigt das Kind strikte Bettruhe und Schonung, die optimal in einem abgedunkelten, jedoch gut gelüfteten Zimmer vorgenommen werden sollte. Leichte Mahlzeiten über den Tag sollten das Immunsystem unterstützen. Optimal ist eine gute Vitaminzufuhr der Vitamine A und C sowie die regelmäßige Gabe von Flüssigkeiten wie Wasser und ungesüßtem Tee.

Bild:Hilfreiche Masern-Tipps für Eltern

Beachtet man ein paar Tipps, haben die Masern keine Chance.

Während den Fieberschüben sollten ab ca. 38,5 C° kühlende Wadenwickel vorgenommen werden und die Medikamentierung des Arztes exakt eingehalten werden: Fiebersenkende Mittel und gegebenenfalls hustenstillende Mittel (z.B. bei Masern-Krupp) dürfen nicht eigenmächtig zur gleichen Zeit verabreicht werden. Ein verschriebenes Antibiotikum sollte stets bis zum Ende der Verpackung nach Anweisung des Arztes eingenommen werden, da die verfrühte Beendigung der Einnahme das Auskurieren verzögern oder einen neuen Schub hervorrufen kann.

Sollte hingegen das Fieber über 39 C° steigen oder Fieberkrämpfe, Atembeschwerden, Erbrechen oder Bewusstseinsstörungen hinzukommen, ist umgehend der Notarzt zu verständigen. Gleiches gilt für das Auftreten einer Nackensteife, die als erstes Warnsignal einer Hirnhautentzündung gelten kann.

 

9. 7 tolle Tipps für Eltern bei Masern

  • Bei Auftreten von Krankheitssymptomen umgehend den Arzt aufsuchen!
  • Krankheitsverlauf stetig auf Anzeichen von Komplikationen beobachten.
  • Mindestens fünf-tägige, möglichst zweiwöchige Alltagspause für das erkrankte Kind in Bezug auf Krippen-, Kindergarten- und Schulbesuch
  • Nicht geimpfte Babys haben für ca. 5 bis 6 Monate Nestschutz, dennoch bis zum Abschluss der Impfungen von erkrankten Kindern fernhalten!
  • Bei nicht geimpften Erwachsenen sollte der Impfschutz auch ohne Erkrankung nachgeholt werden. In manchen Ländern gehört die Masernimpfung zu Pflichtbestimmungen zur Einreise (beispielsweise bei Auslandsstudium oder Au Pair Aufenthalten)
  • „Masernpartys“ generell vermeiden!
  • Masern gelten seit 2001 als meldepflichtige Erkrankung, die der behandelnde Arzt dem zuständigen Gesundheitsamt namentlich melden muss.

Bildquellen:
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Kimberly Kolmorgen

Über 

ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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