Mumps bei Kindern: 7 wichtige Fakten über Mumps

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Mumps bei Kindern

Bild: Mumps

Mumps gehört zu den häufiigsten Kinderkrankheiten im Kleinkindalter

Die Mumps wird den Kinderkrankheiten zugeordnet und ruft starke Schwellungen hervor. Häufig wird sie in der Umgangssprache auch als Ziegenpeter, vereinzelt gar als Tölpel oder Bauernwetzel bezeichnet. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Parotitis epidemica.

Bei ihr handelt es sich um eine Erkrankung, die in der ganzen Welt nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Erwachsenen auftreten kann. In der Regel befällt sie aber hauptsächlich Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren. Sie tritt vermehrt im Winter und Frühjahr auf und befällt mehr Jungen als Mädchen. Wer daran erkrankt, kann allerdings mit einer lebenslangen Immunität gegen das Mumps-Virus rechnen. Zweiterkrankungen sind zwar generell möglich, kommen jedoch nur äußerst selten vor.

Kurios ist jedoch, dass rund ein Drittel aller betroffenen Kinder überhaupt keine Krankheitszeichen aufweisen und diese Virusinfektion daher unbemerkt an ihnen vorüber zieht. Auf diese Weise können völlig unbewusst viele andere Kinder und Erwachsene ihres Lebensumfeldes infiziert werden, denn der Ziegenpeter ist sehr ansteckend und wegen möglicher Komplikationen nicht ernst genug zu nehmen.

Seit 29. März 2013 zählt die Mumps in Deutschland zu den meldepflichtigen Infektionskrankheiten.

 

2. Mumps und ihre Übertragungsweisen

Bild: Mann beim Niesen

Die Mumps Viren werden beim Husten oder Niesen durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Die Mumps ist eine rein menschliche, humanpathogene, Viruserkrankung. Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis). Hervorgerufen wird sie durch das Virus Rabula inflans, das wiederum zur Familie der Paramyxoviridae zählt.

Der Virus ist im Schleim verborgen und wird über die Tröpfcheninfektion, also durch Husten, Niesen und Spucken übertragen. Auch der Kontakt mit dem Speichel eines infizierten Kindes, der sich häufig auf Spielsachen oder Essgeschirr befinden kann, fördert die Ansteckung gewaltig. Kindertagesstätten sind daher ideale Orten der Virenübertragung. An Mumps infizierte Kinder müssen daher zum Schutz der anderen Kinder aus Kindergärten und Schulen ferngehalten werden.

Bereits eine Woche vor Ausbruch der Krankheit sind die kleinen Patienten Virenträger und ansteckend, ohne dass die Erkrankung zu diesem Zeitpunkt wahrnehmbar ist. Auch neun Tage nach Ausbruch kann sie noch immer weiter übertragen werden. Somit summiert sich die recht lange Inkubationszeit auf 12 bis zu 26 Tage.

 

3. Krankheitsmerkmale

In den ersten Tagen der Krankheit tritt zunächst leichtes Fieber auf, das seinen Höhepunkt am zweiten oder dritten Tag erreicht. Die betroffenen Kinder fallen weiterhin durch eine immense Müdigkeit und Lustlosigkeit auf. Auch ihr Interesse an ihrem Lieblingsspielzeug sinkt drastisch. Nach etwa 2 Tagen sind die typisch charakteristischen Merkmale der Mumps wie Entzündungen, Schwellungen und Schmerzhaftigkeit der Ohrspeicheldrüsen, die genau unter den Ohrläppchen liegen, erkennbar. Manchmal sind auch andere Speicheldrüsen wie die Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) und die Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis) in Mitleidenschaft gezogen. Stark angeschwollene Wangen, die gerne Hamsterbacken genannt werden und ein deutliches Anzeichen auf Mumps signalisieren, entstellen das Gesicht der kranken Jungen und Mädchen und erschweren ihre Nahrungsaufnahme und das Trinken erheblich.

Diese unangenehme und schmerzhafte Schwellung entsteht normalerweise auf einer Seite und breitet sich nach einigen Tagen auf die andere Seite aus. Leider kann die Krankheit in schlimmen Fällen auch die Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) in Mitleidenschaft ziehen. Erbrechen, Bauchschmerzen und Diarrhoe sind sichere Anzeichen dafür und erfordern dringend die Hilfe eines Arztes.

Die Erkrankung ist in den meisten Fällen nach 7 bis 10 Tagen überstanden. Sie zählt im Allgemeinen zu den harmlosen Kinderkrankheiten und stellt keine Bedrohung für das Leben dar.

 

4. Komplikationen

Apathie, Übelkeit und ein steifer Nacken sind Symptome, die in Zusammenhang mit der Mumps auf eine Hirnhautentzündung (Meningitis) hinweisen. Ihr rasanter Krankheitsverlauf macht eine umgehende medizinische Behandlung notwendig. Hier gilt es daher, keine Zeit zu verlieren und sofort zu handeln.

Sind die Hoden eines Jugendlichen respektive jungen Mannes mit befallen, so ist das eine ernste und schmerzhafte Komplikation, die nach der Pubertät häufig (bei etwa 10 bis 30 % der erkrankten Erwachsenen) auftritt. Dabei können die Sperma bildenden Zellen stark beschädigt werden und lebenslange Sterilität zur Folge haben. In diesem Falle muss eine spezielle medizinische Behandlung eingeleitet werden, um die Schmerzen und das Risiko einer bleibenden Schädigung zu mindern. Väter und Brüder der an Mumps erkrankten Kindern sollten darum eine Ansteckung unbedingt vermeiden.

Bei jungen Mädchen und Frauen kann es im Gegenzug zu einer Eierstockentzündung kommen. Auch sie erfordert selbstverständlich eine ärztliche Behandlung, ist jedoch ohne einschneidende Folgen, da eine Unfruchtbarkeit nicht zu befürchten ist.

Weitere mögliche Komplikationen sind ein Mitbefall der Bauchspeicheldrüse und eine glücklicherweise meist gutartig verlaufende Entzündung des Gehirns und der Gehirnhäute, die nur ganz selten eine Schädigung des Innenohres hinterlässt. Selten treten auch Gehirnentzündungen mit daraus resultierender Schwerhörigkeit oder Ertaubung auf.

 

5. Behandlungsformen

Bei Erkennung der genannten Krankheitssymptome ist es dringend ratsam, einen Arzt zu konsultieren, um eine genaue Diagnose erstellen zu lassen. Dies ist besonders wichtig, wenn Kinder über Kopfschmerzen und einen steifen Nacken klagen, die für die Gefahr einer Hirnhautentzündung (Meningitis) spricht.

Begleiten bei Jungen Hodenschmerzen und bei Mädchen Unterleibsprobleme die Erkrankung, ist die Hilfe eines Arztes unverzüglich in Anspruch zu nehmen.

Eine Behandlung der typischen Mumps ohne schwerwiegende Begleitsymptome beschränkt sich in erster Linie auf die Linderung der Schmerzen.

Eine spezielle Behandlung des klassischen Ziegenpeters gibt es nicht. So lange das Fieber und die Schwellungen anhalten, muss Bettruhe eingehalten werden. Da das Kauen und Schlucken meist schmerzhaft sind und zu Appetitlosigkeit führen, sollten ausschließlich weiche Speisen wie Brei, Joghurt und andere leicht essbare Nahrungsmittel gereicht werden. Fettarme Nahrung schont hierbei die Bauchspeicheldrüse. Säurehaltige Fruchtsorten und Getränke müssen hingegen komplett vermieden werden, da sie Schmerzen im Mundraum verursachen. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist vor allem bei Fieber und Durchfall erforderlich. Warmer Tee ist immer eine gute und hilfreiche Alternative . Traditionelle Hausmittel wie Wadenwickel helfen ebenfalls, Fieber zu senken.

Je nach individuellen Vorlieben der kleinen Patienten sind kalte oder warme Umschläge von Nutzen.

 

6. Vorbeugung durch Impfung

Bild: Arzt impft ein kleines Baby

Um sich vor Mumps zu schützen, kann jedes Kind ab dem 11. Lebensmonat geimpft werden

Prophylaktische Impfungen stellen einen hohen Schutz vor der Mumpserkrankung dar. Sie bieten sich in Form eines Vierfachimpfstoffes gegen Masern, Mumps, Pocken und Röteln an. Hier sind zwei Impfungen im 2. Lebensjahr eines Kindes notwendig. Die zweite Impfung erfolgt dabei 6 Wochen nach der ersten.

Kinderärzte und Gesundheitsämter sind ideale Ansprechpartner für empfohlene Impfungen. Sie verfügen stets über aktuelle Impfstoffe, dazugehörige Forschungsergebnisse und stehen als Berater Hilfe suchenden Eltern immer zur Seite. Natürlich klären sie ferner über mögliche Reaktionen einzelner Seren umfassend auf.

Alle empfohlenen Impfungen gelten zudem als präventive Maßnahmen, deren Kosten von den Krankenversicherungsträgern übernommen werden.

 

7. Bedrohungen während der Schwangerschaft

Bei Frauen, die im ersten Drittel ihrer Schwangerschaft an Mumps erkranken, kann es zu einer erhöhten Fehlgeburtenrate kommen. Übersteht der Embryo die Viruserkrankung seiner Mutter, sind bisher jedoch keine Schädigungen oder Fehlbildungen aufgetreten.

Allerdings ist die überwiegende Anzahl der Frauen gegen den Erreger der Mumps immun. Dies gilt ebenfalls für Kleinkinder im ersten Lebensjahr.

Ferner besteht die Möglichkeit, dass sich Frauen auch etwa drei Monate vor ihrer Familienplanung noch impfen lassen können. Diese Prophylaxe erübrigt sich, wenn sie in ihrer Kindheit bereits an Mumps erkrankt waren und auf diese Weise immun gegen das Virus sind.

Bildquellen:
Bild 1: © creative soul / Fotolia.com
Bild 2: © RioPatuca Images / Fotolia.com
Bild 3: © Dmitry Lobanov / Fotolia.com

Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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