Die Pille als Verhütungsmittel

Die Antibabypille revolutionierte 1960 drastisch das Liebesleben vieler Einwohner der Industrienationen. Bereits fünf Jahre nach der Einführung des Verhütungsmittels wurde es von fast der Hälfte aller verheirateten Frauen unter 30 in den Vereinigten Staaten von Amerika eingenommen. Heute ist die Pille das am häufigsten verwendete Verhütungsmittel weltweit.

Vor- und Nachteile der Pille

Bild: Die erste Pille

Das erste Mal die Pille ist für jede Frau ein kleines Abenteuer.

Der größte Vorteil der Antibabypille liegt unmittelbar auf der Hand. Das unscheinbare Kügelchen verhindert eine mögliche Schwangerschaft, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr zwischen einem Mann und einer Frau eintreten kann. Sie kann damit als Alternative zu Kondomen eingesetzt werden, die zwar in dieser Hinsicht dieselbe Wirkung erzielen, allerdings ein nicht so intensives Erlebnis beim Sexualakt versprechen. Kondome haben aber einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Pille. Bei der Anwendung von Kondomen wird die Übertragung von Krankheiten wie AIDS oder Hepatitis verhindert, bei der Verhütung mit der Pille kann es allerdings zur Übertragung solcher Krankheiten kommen. Das Wundermittel hat eine Vielzahl von Nebenwirkungen, die sich unmittelbar auf den Körper auswirken. Sie ist nicht umsonst ein verschreibungspflichtiges Medikament und sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden. Durch die Einnahme des Medikaments kommt es zum Durcheinanderwirbeln des Hormonhaushaltes und einer damit verbundenen starken Belastung des Körpers. Mögliche Nebenwirkungen sind Migräne, Gewichtszunahme, Krampfadern, Pickel, erhöhtes Krebsrisiko, Übelkeit und im schlimmsten Fall sogar eine Lungenembolie. Mit der Einführung der Antibabypille ging ein dramatischer Einbruch der Geburtenrate in den Industrienationen einher, der oft auch als der sogenannte Pillenknick bezeichnet wird. Dieser Trend wurde durch die Emanzipation der Frau und die immer größer werdenden beruflichen Anforderungen noch verstärkt, sodass Länder wie Deutschland, begünstigt durch die steigende Lebenserwartung der Einwohner, heute eine alternde Gesellschaft besitzen, der ein ausreichender Unterbau an jungen Erwerbstätigen fehlt.

Verschreibung und Anwendung

Die Antibabypille wird Ihnen vom Arzt verschrieben. Das Rezept können Sie in jeder beliebigen Apotheke einlösen. Die Kosten des Medikaments liegen, je nach Hersteller und Packungsgröße (drei oder sechs Monate), bei etwa 15 bis 50 Euro für drei Monate. Bei gesetzlich versicherten Frauen, die jünger als 20 sind, trägt die Krankenkasse die Kosten für die Pille. Dies gilt nicht, wenn Sie privat versichert sind. An 21 aufeinanderfolgenden Tagen müssen Sie je eine Pille einnehmen. Die Einnahme erfolgt oral und sollte mit einem Schluck Wasser unterstützt werden. Danach folgt eine siebentägige Pause und der Zyklus beginnt von vorne. Insgesamt gibt es über 50 Präparate auf dem deutschen Markt, die sich teilweise von den Wirkstoffen und den Nebenwirkungen stark unterscheiden. Es ist nicht ungewöhnlich den Anbieter nach einer abgeschlossenen Einnahmezeit und der siebentägigen Pause zu wechseln, gerade wenn Sie sehr unter den Nebenwirkungen des Präparats leiden. Sofern Ihr Hausarzt eine Frau ist, bringt Sie die Schilderung der Nebenwirkungen häufig weiter. Ihre Ärztin kennt die einzelnen Hersteller genauer, kann Ihnen Tipps aus eigenen Erfahrungen geben und Sie so auf ein anderes Präparat, das besser zu Ihnen passt, aufmerksam machen. Im Schnitt werden im Jahr von 1000 Frauen, die mit der Pille verhüten, nur drei Frauen schwanger. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft liegt also bei einer einjährigen Einnahmezeit bei 0,3%.

Wirkung der Antibabypille

In einer herkömmlichen Pille unterdrückt das enthaltene Östrogen den Eisprung. Sollte es bereits zu einem Eisprung gekommen sein, so sorgt das Gestagen dafür, dass es zu keiner Befruchtung und Einnistung der Eizelle kommt.

Pille danach

Bild: Die Pille danach

Die Pille danach ist kein Verhütungsmittel.

Die Pille danach verhindert eine ungewollte Schwangerschaft, die nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr zwischen einem Mann und einer Frau eintreten kann. Sie kann bis spätestens 72 Stunden nach dem Akt eingenommen werden. Je später die Einnahme jedoch erfolgt, desto größer ist das Risiko einer Schwangerschaft. Bei Einnahme innerhalb von 24 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr liegt die Schwangerschaftswahrscheinlichkeit bei etwa 0,4%, am zweiten Tag bereits bei 1,2% und am dritten Tag bei 2,7%. Das Medikament weist ebenfalls starke Nebenwirkungen auf und ist in Deutschland, im Gegensatz zu den meisten europäischen Ländern, verschreibungspflichtig.

Die Minipille

Minipillen enthalten ausschließlich Gestagene. Östrogene, die in herkömmlichen Pillen eingesetzt werden, sind in der Minipille nicht enthalten. Daher haben die Minipillen geringere Nebenwirkungen, müssen aufgrund ihrer niedrigeren Dosierung aber auch täglich möglichst zur gleichen Uhrzeit eingenommen werden. Die Minipille wird am ersten Tag der Menstruation eingenommen und anschließend insgesamt 28 Tage in Folge ohne Unterbrechung verabreicht. Achtung: Bereits eine Verschiebung von drei Stunden zwischen der Einnahmezeit am Vortag und der Einnahmezeit am Folgetag garantiert keinen umfassenden Schutz mehr! Die Kosten sind ähnlich hoch wie bei der Kombinationspille.

Die Pille ist sicherlich eine bequeme Art der Verhütung. Gerade in einer festen Partnerschaft gehört sie in vielen Fällen zum Standard. Wenn Sie allerdings Single sind und hin und wieder auch einmal einen One-Night-Stand haben, sollten Sie zum Kondom greifen.

Bild 1: © Katie Little/fotolia.com
Bild 2: © dalaprod/fotolia.com

Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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