Schnuller – Vorteile und Risiken

Schnuller - Vorteile und Risiken

Die einen schwören darauf, während die anderen komplette Gegener sind: Kaum ein anderes Hilfsmittel schafft es, die Meinungen der Mütter so sehr zu spalten wie der Schnuller. Doch worum handelt es sich eigentlich genau und wie sieht es mit den Vor- und Nachteilen aus? Erfahren Sie hier alles Wissenswerte zum Thema Schnuller.

Rund um den Schnuller

Bekannt ist der Schnuller auch unter den Begriffen Nuckel oder Beruhigungssauger, wobei sie alle das gleiche Produkt beschreiben: ein Hilfsmittel für Säuglinge und Kleinkinder, welches das Saugbedürfnis von ihnen befriedigen soll. Nach geschichtlichen Funden zu urteilen ist das Prinzip des Schnullers bereits seit 900 v.Chr. bekannt – lediglich der Aufbau und die Form von diesem hat sich seit damals deutlich verändert. Die heutigen Beruhigungssauger bestehen in der Regel aus zwei Bestandteilen: einmal dem Mundstück aus Silikon oder Latex sowie dem Schild aus hartem Kunststoff.

Da es die beliebten Nuckel in verschiedenen Größen gibt, kann dieser bereits bei Neugeborenen verwendet werden. Allerdings sollten Sie dieses nach Möglichkeit vermeiden, wenn Sie Ihr Kind stillen und in diesem Fall den Beruhigungssauger erst nach mehreren Wochen Eingewöhnungsphase des Stillens verwenden. Der Grund hierfür ist leicht erklärt: im Gegensatz zum Stillen braucht Ihr Kind beim Füttern durch das Fläschen oder eben auch bei einem Schnuller deutlich weniger Saugkraft und der Mund muss zudem hierbei auch nicht soweit geöffnet werden. Würden Sie Ihrem Kind nun neben dem Stillen ebenfalls den Nuckel zeitweilig überlassen, dann könnte dieses zu einer so genannten Saugverwirrung führen und im schlimmsten Fall müsste frühzeitig abgestillt werden.

Die Vorteile von einem Schnuller

Der Schnuller ist oft die bessere Alternative als Daumennuckeln.

Der Schnuller ist oft die bessere Alternative als Daumennuckeln.

Ein Nuckel hat gerade bei Säuglingen einen besonderen Vorteil, denn das Saugen an ihm beruhigt die meisten Kleinen fast sofort. Auch wenn Ihr Kind leichte Schmerzen hat, wie zum Beispiel bei den gelegentlich vorkommenden Koliken oder Blähungen, kann der Schnuller eine gute Abhilfe verschaffen und das Kind trösten. Zudem ist der Beruhigungssauger auch eine sehr gute Einschlafhilfe und viele Eltern nutzen ihn daher vorwiegend vor dem Mittagsschlaf oder auch der Nachtruhe.
Immer öfter werden weiterhin Meldungen laut, dass der Nuckel eine gute Vorbeugungsmöglichkeit gegen den plötzlichen Kindstot darstellt. Die genauen Hintergründe sind zwar noch nicht ausreichend geklärt, doch laut verschiedener Annahmen kann die Atmung durch den Saugvorgang eventuell besser kontrolliert werden. Den gleichen präventiven Effekt würde zwar auch das Lutschen am Daumen haben, dieses ist jedoch im Gegensatz zum Schnullern noch mit wesentlich mehr Nachteilen behaftet. Selbst die meisten Ärzte geben daher den Ratschlag, dass der Schnuller eine bessere Alternative als das Daumennuckeln ist und Sie haben es bei diesem auch einfacher bei der Abgewöhnung. Denn einen Beruhigungssauger können Sie Ihrem Kind irgendwann vorenthalten – den eigenen Daumen aber nicht.

Und wenn Ihr Kind ein Frühchen ist, dann kann der Nuckel sogar die Entwicklung fördern. Denn durch das Saugen wird die Kiefermuskulatur Ihres Kindes trainiert und mehrere Studien haben herausgefunden, dass hierdurch schneller das Füttern mit Fläschen möglich ist. Und sobald das Frühchen keine Sonde zur Ernährung mehr benötigt, rückt der Tag schnell näher, an dem es aus dem Krankenhaus entlassen werden kann.

Die Nachteile von einem Schnuller

Neben den zahlreichen Vorteilen eines Schnullers gibt es natürlich auch einige Nachteile, welche gegen die Verwendung von diesem sprechen. Am häufigsten wird bei den Nachteilen von einem Schnuller immer die Schiefstellung der Zähne genannt, welche durch einen Dauergebrauch entstehen kann. Wird einem Kind der Schnuller ständig und noch über das Kleinkindalter hinaus gegeben, dann erhöht sich das Risiko für Fehlbildungen des Kiefers stark und eine spätere Korrektur mittels Zahnspange wäre die Folge. Weiterhin gehören zu den Risiken des Nuckels auch Fehlstellungen der Zunge, welche im weiteren Verlauf zu Sprachproblemen führen könnten.

Durch den Gebrauch von einem Schnuller ist auch das Infektionsrisiko Ihres Kindes erhöht, da einerseits schneller Krankheitserreger zusammen mit dem Nuckel in den Mundraum Ihres Kindes gelangen können und andererseits auch die Atmung durch den offenen Mund verschiedene Erkältungskrankheiten begünstigt.
Wie bereits erwähnt kann der Beruhigungssauger auch das Stillen behindern, insbesondere wenn dieser direkt den Neugeborenen zum Saugen überlassen wird. Daher rät die WHO (Weltgesundheitsorganisation) generell vom Schnuller ab, wenn Sie Ihr Kind stillen.

So gehen Sie richtig mit dem Schnuller um

Die meisten der genannten Nachteile lassen sich mit dem richtigen Schnuller-Umgang verhindern, so dass Sie Ihrem Kind diesen auch mit einem guten Gewissen geben können. Der richtige Umgang beginnt bereits bei der Auswahl des geeigneten Beruhigungssaugers, denn dieser sollte möglichst kiefergerecht geformt sein und zudem von der Größe her zum Mund Ihres Kindes passen. Wählen Sie lieber einen zu kleinen als einen zu großen Nuckel, da dieser andernfalls eine Schiefstellung der Zähne begünstigen würde.
Bei der Verwendung vom Schnuller sollten Sie darauf achten, dass dieser nicht zu einer festen Gewohnheit wird. Setzen Sie ihn daher nur ein, wenn Sie Ihr Kind in bestimmten Situationen beruhigen möchten oder auch als Einschlafhilfe. Beobachten Sie Ihr Kind regelmäßig bei Nuckeln auf dem Beruhigungssauger, denn sollte der Schnuller dauernd falsch herum in den Mund genommen werden, dann wird die Wahrscheinlichkeit für spätere Zahnprobleme erhöht.

Da der Nuckel in den empfindlichen Mundbereich gelangt, sollten Sie diesen äußerst sauber halten und auch wie die Flaschensauger täglich sterilisieren. Durch einen hygienischen Umgang wird die Gefahr von Infektionen minimiert und Sie brauchen sich deswegen keine Sorgen mehr zu machen.
Viele Mütter neigen dazu, dass Sie den Schnuller von Ihrem Kind selbst in den Mund nehmen (zum Beispiel um diesen nach dem Herunterfallen zu säubern oder auch rein aus Spielzwecken) – verzichten Sie Ihrem Kind zuliebe darauf. Erstens können mögliche Krankheitserreger von Ihnen so auf Ihr Kind übertragen werden und zweitens wird auch die Kariesgefahr hierdurch erhöht. Wenn der Schnuller beim Spielen auf den Boden gefallen ist, dann sollten Sie diesen erst sterilisieren, bevor Sie ihn Ihrem Kind zurück geben.
Und schließlich ist es auch wichtig, dass Sie Ihr Kind so früh wie möglich wieder den Schnuller abgewöhnen – Experten empfehlen die Abgewöhnung noch im ersten Lebensjahr, spätestens sollte dieser vor den bleibenden Zähnen restlos aus dem Kindermund verbannt worden sein.

Tipps zum Abgewöhnen des Schnullers

Viele Eltern überlassen ihrem Kind den Schnuller wesentlich länger als empfohlen, da es diesen einfach noch nicht abgeben möchte. Damit es Ihrem Kind etwas leichter fällt, sollten Sie die Schnullerzeiten stetig reduzieren und dabei auch konsequent bleiben. Bei Kleinkindern kann das Abgewöhnen des Schnullers auch wie ein Ritual gefeiert werden und in manchen Großstädten gibt es sogar einen so genannten Schnullerbaum. An diesen können die Kinder ihren letzten Nuckel hängen und diesen dann hinterher nochmal besuchen. Natürlich würde sich hierfür auch ein Baum in Ihrem eigenen Garten eignen, der ganz offiziell zur letzten Heimat des Schnullers erklärt wird.

Vielen Kindern fällt die Entwöhnung vom Schnuller besonders leicht, wenn Sie für die einzelnen Erfolge des Abgewöhnens belohnt werden. Führen Sie zum Beispiel ein Stickerbuch ein, welches bei jedem Verzicht auf den Schnuller mit ein paar tollen Stickern gefüllt wird. Bleiben Sie auf jeden Fall immer am Ball, denn irgendwann wird sich Ihr Kind abgewöhnt haben und dann denn Beruhigungssauger überhaupt nicht mehr vermissen.

Bildquellen:
Bild 1: © ClkerFreeVectorImages / Pixabay.com
Bild 2: © Gradt / Fotolia.com

Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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