Schwangerschaftsdiabetes ? Ursachen, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten

Schwangerschaftsdiabetes ? Ursachen, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten

Schwangerschaftsdiabetes, auch Gestationsdiabetes, zählt mit zu den häufigsten Begleiterscheinungen von Schwangerschaften, denn sie betrifft zwischen 2 und 14% aller Schwangeren. Man spricht von einer Schwangerschaftsdiabetes, wenn die Diabetes erstmals während der Schwangerschaft festgestellt wird. Es gibt verschiedene Risikofaktoren und auch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, so dass die bestehenden Gefahren für Mutter und Kind erfolgreich minimiert werden können.

Die Ursachen der Schwangerschaftsdiabetes

Vorsicht vor zu viel Zucker!

Vorsicht vor zu viel Zucker!

Die Hormonumstellung während der Schwangerschaft ist verantwortlich für das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes. Verschiedene Hormone werden vermehrt ausgeschüttet, so dass die Bauchspeicheldrüse mit einer vermehrten Insulinproduktion reagieren muss. Wenn sie dazu nicht in der Lage ist, kommt es zu erhöhten Blutzuckerwerten. Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die dazu führen können, dass die Bauchspeicheldrüse diese Mehrleistung nicht erbringen kann. Zu diesen Faktoren zählt beispielsweise Übergewicht, ein Lebensalter von über 30 Jahren, eine erhöhte Fruchtwassermenge oder eine Vorbelastung durch Diabetes in der Familie. Auch Frauen, die in der Vergangenheit bereits ein oder mehrere Kinder mit einem Geburtsgewicht von über 4000 Gramm zur Welt gebracht haben, tragen ein höheres Risiko für ein Schwangerschaftsdiabetes in sich. Die Hormone, die zur Mehrbelastung der Bauchspeicheldrüse führen, werden vermehrt in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft ausgeschüttet. Aus diesem Grund wird meist zwischen der 23. und der 27. Schwangerschaftswoche ein sogenannter Zuckerbelastungstest gemacht, um festzustellen ob ein Schwangerschaftsdiabetes vorliegt. Hierzu wird eine Zuckerlösung getrunken, und im Anschluß wird der Zuckergehalt im Blut gemessen.

Die Symptome

Schwangerschaftsverlauf

Starke Müdigkeit kann ein Symptom für Schwangerschaftsdiabetes sein.

In vielen Fällen bemerken betroffene Frauen nichts von ihrem Schwangerschaftsdiabetes, da dieser ohne Symptome oder nur mit sehr geringen Symptomen verlaufen kann. Aus diesem Grund wird der Zuckerbelastungstest seit einiger Zeit allen Frauen empfohlen, auch wenn keine Beschwerden vorliegen. Doch nicht in jedem Fall verläuft der Schwangerschaftsdiabetes ohne Symptome. Verschiedene Beschwerden können auftreten und auf die Erkrankung hinweisen. Hierzu zählen vermehrter Durst, starke Müdigkeit und häufiger Harndrang, ebenso wie das häufige Auftreten von Harnwegsinfektionen oder Infektionen der Nieren. Auch Gewichtsschwankungen deuten auf das Vorliegen einer Schwangerschaftsdiabetes hin, ebenso wie eine Veränderung der Fruchtwassermenge oder auch Zucker im Urin. Auch das Ungeborene wird von einem vorliegenden Schwangerschaftsdiabetes in Mitleidenschaft gezogen, denn es kann unter einem abnormen Größenwachstum und einer verzögerten Lungenreifung leiden, die bei Untersuchungen mit einem Ultraschallgerät vom Arzt festgestellt werden können. Dies kann dadurch entstehen, dass der Zucker über die Plazenta in den Blutkreislauf des Babys gelangt. Das Risiko für das Ungeborene ist hoch, wenn der Schwangerschaftsdiabetes nicht behandelt wird. Die Wahrscheinlichkeit für einen Kaiserschnitt steigt und das Risiko einer Neugeborenengelbsucht ebenfalls. Sobald die Erkrankung festgestellt wird, gibt es jedoch verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die das Risiko für Mutter und Kind sehr erfolgreich minimieren können.

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Schwangerschaftsdiabetes

Bild von Schwangeren mit Essen

Eine Umstellung der Ernährung führt bei 90% der Schwangeren zur Besserung!

Die Wahl des Behandlungsansatzes hängt von der Schwere des Schwangerschaftsdiabetes ebenso ab, wie von der individuellen Situation der werdenden Mutter. Wenn Übergewicht bei der Schwangeren vorliegt, sollte eine Gewichtsreduktion angestrebt werden. Während einer Schwangerschaft ist natürlich von starken Diäten abzuraten, aber nach Möglichkeit sollte die werdende Mutter sich ausreichend bewegen und auf gesunde und kalorienarme Nahrung zurückgreifen. Eine halbe Stunde Sport am Tag ist empfehlenswert, sofern auf Sportarten zurückgegriffen wird, die während der Schwangerschaft gefahrlos ausgeübt werden können. Doch auch wenn Übergewicht nicht die Ursache der Diabetes ist, kann eine Umstellung der Ernährung bei etwa 90% der betroffenen Frauen zu einer Normalisierung der Blutzuckerwerte beitragen, so dass keine weitere Behandlung und auch keine Gabe von Insulin notwendig ist. Die Ernährungsumstellung in diesem Fall sieht vor, dass die Frauen keine zu großen Mahlzeiten zu sich nehmen, sondern eher öfter kleinere Mengen essen. Auch ein weitgehender Verzicht auf schnell resorbierende Kohlenhydrate, wie sie sich beispielsweise in Fruchtsäften finden, wird empfohlen, ebenso wie ein Verzicht auf Weißmehl. Vollkornprodukte, Reis, Nudeln und Kartoffeln sind empfehlenswert, Limonaden und Süßigkeiten sollten gemieden werden. In einigen Fällen führt eine solche Ernährungsumstellung nicht zu einer Verbesserung des Schwangerschaftsdiabetes. Wenn dies der Fall ist muss mit einer Insulintherapie begonnen werden. Die Einnahme von blutzuckersenkenden Tabletten ist während einer Schwangerschaft nicht möglich, doch Insulininjektionen können den Blutzuckerspiegel senken und die Diabetes bekämpfen.

Der weitere Verlauf nach der Schwangerschaft

Übergewicht ist Ursache für Schwangerschaftsdiabetes.

Übergewicht ist Ursache für Schwangerschaftsdiabetes.

In den meisten Fällen normalisieren sich die Blutzuckerwerte nach der Schwangerschaft wieder auf ein Normalmaß. Um dahingehend Sicherheit zu bekommen, sollten betroffene Frauen etwa drei Monate nach der Schwangerschaft den Blutzuckergehalt erneut testen lassen. Übergewicht ist auch unabhängig von der Schwangerschaft ein Risikofaktor für Diabetes, so dass bei einem Body-Mass-Index von mehr als 27 auf jeden Fall eine Gewichtsreduktion angestrebt werden sollte. Frauen, die einmal unter einer Schwangerschaftsdiabetes gelitten haben, haben in der Folge ein höheres Risiko an Diabetes zu erkranken, so dass regelmäßige Blutzuckermessungen und Zuckertoleranztests durchgeführt werden sollten.

 

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Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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