Stillen – Was spricht dafür & was dagegen?

Das Stillen

Das Baby ist unterwegs, die werdenden Eltern kaufen Babybettchen und beschäftigen sich intensiv mit dem, was auf sie zukommen wird. Eine zentrale Frage ist die nach der Ernährung des neuen Erdenbürgers – Muttermilch oder Säuglingsnahrung, Brust oder Fläschchen? Viele Fragen und viele verwirrende Antworten, je nach Erfahrungs- und Interessenlage des Antwortenden. Hier finden Sie ein paar Antworten, die Ihnen vielleicht helfen können.

Stillen – Die Vorteile

Die Muttermilch ist von Natur aus optimal auf die Bedürfnisse von menschlichen Säuglingen abgestimmt. Stillen fördert die Mutter-Kind-Bindung.
Andere Vorteile des Stillens gegenüber der Ernährung mit Säuglingsnahrung:

  • Nestschutz des Kindes: Die Muttermilch enthält Antikörper und Immunzellen der mütterlichen Immunabwehr, sodass der gestillte Säugling besser gegen Infektionskrankheiten geschützt ist als ein „Flaschenkind“, außerdem beeinflusst die Muttermilch die kindliche Darmflora positiv.
  • Muttermilch kann nicht überdosiert werden, sie ist immer steril und richtig temperiert.
  • Stillen ist für die Sprachentwicklung förderlich, da durch das aktive Saugen Zunge, Kiefermuskulatur etc. trainiert werden.
  • Der Geschmack der Muttermilch verändert sich mit der Nahrung der Mutter, das Kind lernt damit eine Vielzahl an Geschmäckern kennen und ist auf spätere Brei- und Familiennahrung besser vorbereitet.
  • Nach diversen Studien scheint es für gestillte Kinder ein geringeres Risiko zu geben, im späteren Leben an Diabetes, Schizophrenie oder Alkoholsucht zu erkranken.

Stillen – Mögliche Nachteile

  • Das Füttern in der Öffentlichkeit ist mit Säuglingsnahrung deutlich unproblematischer, keine Schamgefühle wegen entblößter Körperteile, allerdings ist das Mitführen umfangreichen Zubehörs nötig (gilt aber auch für abgepumpte Muttermilch).
  • Das Kind kann mit Säuglingsnahrung auch von anderen Personen gefüttert werden (ginge auch mit abgepumpter Muttermilch).
  • Wenn die Mutter nicht stillt, kann sie alles essen, insbesondere Zwiebeln und Knoblauch, ohne dass das Kind Koliken bekommt.

Stillprobleme und -hindernisse

Weniger als 5% aller Frauen können nicht ausreichend stillen, bei allen anderen kann es jedoch körperliche oder psychische Hindernisse wie Stress, Ängste oder Erwartungsdruck geben, die das Stillen erschweren können. Oftmals sind es Stillprobleme, wie Milchstau und wunde Brustwarzen, die zu einem ungewollt frühen Abstillen führen. Einfache Maßnahmen wie Ruhe, häufiges Anlegen und eine „richtige“ Stillposition, helfen häufig schon, um aus dem Stillen eine wunderbar befriedigende Erfahrung zu machen. Bei allen Stillproblemen sollten Sie nicht zögern, die fachkundige Hilfe von Hebammen, Stillberaterinnen oder der La Leche Liga in Anspruch zu nehmen. Es lohnt sich.


Bildquelle: © S.Kobold / fotolia.com

Klara

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Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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