Die wichtigsten Verhütungsmittel im Überblick

Verhütung muss nicht mehr kompliziert sein: es gibt viele verschiedene Verhütungsmittel-

Dank immer wirksameren und besser dosierten Verhütungsmitteln muss in Deutschland keine Frau mehr schwanger werden, wenn sie das nicht möchte. Verhütung muss heutzutage nicht mehr kompliziert sein. Inzwischen ist sie in vielerlei Formen erhältlich. So gibt es Verhütungspflaster, Verhütungsringe, Verhütungsimplantate und natürlich gibt es immer noch die gute alte Anti-Baby-Pille und die sonstigen altbekannten Verhütungsmittel. Wollen Sie sich über die neuen Verhütungsmittel informieren? Die Vor- und Nachteile kennenlernen? Eine Auflistung und Beschreibung der bekannten Verhütungsmittel folgt auf den kommenden Seiten.

 

Liste der Verhütungsmittel

 


Das Kondom

Das Kondom – erhältlich in allen Formen, Größen und Farben.

Das Kondom – erhältlich in allen Formen, Größen und Farben.

Die ersten bekannten Kondome wurden aus gewebtem Stoff hergestellt. Sie können sich sicherlich vorstellen, was dies mit der Eigenschaft, ein Verhütungsmittel zu sein, machte! Richtig, die Empfängnisverhütung war nicht sehr erfolgreich mit diesen „Lumpen“. Die nächste, wirksame Generation von Kondomen wurde dann aus Schafsdärmen oder anderen tierischen Hohlorganen gemacht. Diese sind sogar heutzutage noch erhältlich. Jedoch sollten Sie sich sehr gut überlegen, ob Sie solche Naturkondome benutzen wollen. Nachweislich schützen sie nämlich nicht vor sexuell übertragbaren Krankheiten, wie z.B. HIV oder Hepatitis B und C. Im Jahre 1839 war es dann Charles Goodyear (der mit den Reifen), der mit der Erfindung der Vulkanisierungvon Kautschuk ein neues Zeitalter einläutete. Von nun an gab es Gummi auf der Erde. 1855 wurde dann von Goodyear das erste Kondom aus Gummi gefertigt. Dieses war 2 mm dick und mit einer Naht versehen. Der Gummifabrikant Jules Fromm entwickelte dann im Jahr 1912 die bahnbrechende Methode, Kondome in einem Stück, ohne Naht herzustellen. Ab den 1930-ern wurden Kondome meisten aus Latex gefertigt. In Zeiten von hohem Allergie-Vorkommen im Gesamten, sowie einer Latex-Allergie im Speziellen, werden Kondome inzwischen auch latexfrei angeboten.
Kondome sind, werden sie korrekt gehandhabt, ein relativ sicheres Verhütungsmittel. Vorsicht, wenn Sie lange Fingernägel haben!

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Die Anti-Baby-Pille – Verhütung zum Schlucken

Bild: Die erste Pille

Das erste Mal die Pille ist für jede Frau ein kleines Abenteuer.

Bei den Verhütungsmitteln ist die Anti-Baby-Pille zweifellos die bekannteste und beliebteste. Und sie gehört bei der Empfängnisverhütung zu den sichersten Methoden überhaupt. Jedoch ist nicht jede Anti-Baby-Pille für jede Frau gleichermaßen geeignet. Grundsätzlich werden Anti-Baby-Pillen in folgende Kategorien eingeteilt: Kombinationspräparate, welche Gestagen und Östrogen enthalten und die Minipille, welche als Wirkstoff nur Gestagen enthält. Die Verhütung mit der Pille ist unter deutschen Frauen nach wie vor die beliebteste Methode. Dabei entscheiden sich die meisten für eine Kombi-Pille, welche den Monatszyklus auf einen 28-Tage-Rhythmus einstellt. Das Prinzip ist Folgendes: Sie nehmen 20 oder 21 Tage lang eine Pille ein. Dann folgt die sieben- oder achttägige „Pillenpause“. In dieser Zeit stößt dann die Gebärmutter ihre Schleimhaut ab, es kommt zur Blutung. Danach beginnt der neue Zyklus. Die Hormone der Kombi-Pillen wirken alle in gleicher Weise. Sie verdicken den Schleim in der Gebärmutter und unterdrücken den monatlichen Eisprung. Ebenfalls hemmen sie den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut. So kann sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten. Bei sachgemäßer Anwendung ist die Anti-Baby-Pille ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Klären Sie jedoch unbedingt mit Ihrem Frauenarzt etwaige Risiken und Nebenwirkungen ab. Ganz wichtig ist es zu wissen, ob Sie Raucherin sind oder nicht.

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Bild: Die Mikropille

Die Mikropille enthält sowohl Gestagene als auch Östrogene, ganz im Gegensatz zur Minipille.

Die Mikropille

Dieses Verhütungsmittel ist kein eigenständiger Anti-Baby-Pillen Typ, sondern sie zählt auch zu den Kombi-Pillen. Früher sollte über den Namen Mikro ausgesagt werden, dass diese Pille extrem niedrig dosiert ist. Da heutzutage aber alle Anti-Baby-Pillen niedrig dosiert sind, fällt diese Unterscheidungsmethode flach. Die Wirksamkeit der Mikropille ist genauso hoch wie die der „normalen“ Anti-Baby-Pille. Sehr oft wird die Mikropille mit der Minipille verwechselt. Deren Beschreibung folgt nun.

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Die Minipille

Die herkömmliche Minipille erhält normalerweise das Gestagen Levonorgestrel als Wirkstoff. Dies ist ein synthetisches Gestagen. Dieses Gestagen verändert die Konsistenz des Zervixschleims (das ist der Schleimpfropf im Gebärmutterhals) und macht es so den Spermien fast unmöglich, in die Gebärmutter einzudringen. Ebenfalls wird die Gebärmutterschleimhaut derart verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle gar nicht einnisten kann. Dieses Verhütungsmittel ist relativ unsicher. Hingegen sind die neuen Minipillen, mit dem Gestagen Desogestrel als Wirkstoff, ebenso wirksam wie die Mikropille. Bei diesen neuen Minipillen wird, neben der Veränderung der Gebärmutterschleimhaut und des Zervixschleims, auch der Eisprung unterdrückt.Das Wirkprinzip ist bei der neuen Minipille also dasselbe wie bei den gängigen Mikropillen: die Ovulationshemmung.
Die neue Minipille sollte immer zur selben Tageszeit (morgens, mittags oder abends) eingenommen werden. Sind Sie Raucherin? Dann sind Sie für die Minipille absolut geeignet. Sie wurde konzipiert für Raucherinnen, Frauen mit Bluthochdruck und Frauen mit Thromboseneigung. Ebenfalls kann die neue Minipille von stillenden Frauen eingenommen werden. Sie ist dabei genauso sicher wie die herkömmliche Anti-Baby-Pille.

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Die Pille danach

Bild: Die Pille danach

Die Pille danach ist kein Verhütungsmittel.

Nicht zu Verwechseln mit der „normalen“ Anti-Baby-Pille ist die „Pille danach“. Diese zählt nicht zu den Verhütungsmitteln und stellt auch keine Alternative dazu dar. Sie dient nur dazu eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern, falls das Einnehmen der Pille vergessen wurde oder eine andere Verhütungspanne wie ungeschützter Geschlechtsverkehr oder ein gerissenes Kondom passiert ist. Die „Pille danach“ besteht aus dem gestagenartigen Hormon Levonorgestrel, welches unabhängig vom Zyklustag der Einnahme die Reifung der Eizelle sowie den Eisprung verhindert, solange dieser noch nicht stattgefunden hat. Der Transport der Eizelle im Eileiter sowie die Einnistung der Eizelle in der Gebärmutter werden mit diesem hochwirksamen Medikament verhindert. Die „Pille danach“ wirkt allerdings nicht, wenn sich das Ei bereits in der Gebärmutter eingenistet hat. Die „Pille danach“ ist ein gut verträgliches Medikament, trotzdem kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Nach der Einnahme des Präparats können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Brustspannen, leichte Bauchschmerzen, Schwindelgefühle und leichte Schmierblutungen auftreten. Durch die kurzfristige Hormonzuführung kann es zu Zyklusverschiebungen, Menstruationsstörungen und zur einer Verschiebung der Follikelreifung im nächsten Zyklus kommen. Um übermäßigen Konsum und Missbrauch dieser Pille zu vermeiden, ist sie in Deutschland verschreibungspflichtig und kann entweder von einem Frauenarzt oder einem Hausarzt verschrieben werden. Fällt die Verhütungspanne auf ein Wochenende oder einen Feiertag, sollte ein Krankenhaus aufgesucht werden, das Notdienst hat und die „Pille danach“ auch verschreibt. Nachdem die „Pille danach“ eingenommen wurde, sollte spätestens nach 3 Wochen eine Kontrolluntersuchung erfolgen, auch wenn keine Nebenwirkungen aufgetreten sind.

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Das Hormonimplantat

Bild: Das Hormonimplantat

Das Hormonimplantat – Zur Einsetzung benötigt man den Frauenarzt.

Das Hormonimplantat ist ein relativ neues Verhütungsmittel. Es handelt sich hierbei um ein kleines Stäbchen, welches vom Frauenarzt in einem kleinen Eingriff unter die Haut implantiert wird. Dort verbleibt es für 3 Jahre und schützt in dieser Zeit vor ungewollten Schwangerschaften. Die Wirkung dieses Verhütungsmittels setzt dabei sofort ein, und es gibt in diesen 3 Jahren immer eine gleichbleibende Menge des Hormons Gestagen ab. Dieses hemmt bekanntlich den Eisprung und verändert die Schleimhaut von Gebärmutter und Gebärmutterhals. Die monatliche Regelblutung setzt, ähnlich wie bei der Einnahme der Pille, regelmäßig ein. Wird dieses Hormonimplantat von der Trägerin nicht mehr gewünscht, so kann es zu jeder beliebigen Zeit wieder entfernt werden. Dies muss aber der Frauenarzt machen. Wenn das Stäbchen vor Ablauf der drei Jahre entfernt wird, ist es zudem ein relativ teures Verhütungsmittel. Die Fruchtbarkeit setzt nach der Entfernung bei den meisten Frauen innerhalb weniger Wochen wieder ein. Auch hier liegen die Tücken wieder in der korrekten Anwendung. Wird das Hormonimplantat unsachgemäß eingesetzt, so kann das Risiko einer ungewollten Schwangerschaft bestehen. Auch wurden schon Fälle berichtet, in denen das Hormonimplantat im Körper gewandert ist. Es wurde z.B. im Oberarm eingesetzt und beim nächsten Kontrolltermin war es etwa in der Achselhöhle. Deshalb ist es sehr wichtig, falls Sie sich für ein solches Hormonimplantat entscheiden, dass Ihr Frauenarzt die korrekte Lage des Stäbchens kurze Zeit nach dessen Einsetzen überprüft. Auch sollte dies in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Die Zuverlässigkeit dieses Verhütungsmittels ist sehr hoch.

 


Die Dreimonatsspritze

Die Dreimonatsspritze - für vergessliche Menschen genau die richtige Verhütungsmethode.

Die Dreimonatsspritze – für vergessliche Menschen genau die richtige Verhütungsmethode.

Kennen Sie das auch? Sie vergessen in regelmäßigen Abständen, Ihre Anti-Baby-Pille zu nehmen? Gut, bei den neuen Pillen ist das meist kein Problem, denn, innerhalb von 12 Stunden, kann die vergessene Anti-Baby-Pille noch eingenommen werden, um ihre Wirkung zu tun. Dieses Problem stellt sich beim nächsten Verhütungsmittel nicht: die Dreimonatsspritze. Die Anwendung ist denkbar einfach. In den ersten fünf Tagen des Monatszyklus spritzt der Frauenarzt das Präparat entweder in den Arm- oder Gesäßmuskel der Patientin. Danach wirkt dieses Verhütungsmittel für 3 Monate. Es ist hochdosiert an Gestagen. Der Körper nimmt dieses Gestagen langsam auf, und im Gehirn wird dadurch der Regelkreis für die Eireifung im Eierstock verhindert. Zudem hemmt dieses Verhütungsmittel die Ausschüttung des sogenannten luteinisierenden Hormons und unterdrückt so den Eisprung. Eine weitere Wirkungsweise der Dreimonatsspritze ist die Veränderung des Schleimpfropfs am Eingang der Gebärmutter. Das hohe Gestagen bewirkt, dass der Pfropf schlecht durchgängig für die Samenzellen wird. Nur in einigen wenigen Fällen funktionierte dies nicht. Auch bewirkt das Verhütungsmittel, dass sich die Gebärmutterschleimhaut insoweit verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle sehr schwer einnisten kann. Diese Art der Verhütung ist für alle Frauen geeignet, welche andere Verhütungsmittel nicht vertragen oder die Anti-Baby-Pille nicht einnehmen können. Ihre Wirksamkeit ist relativ hoch, ähnlich die der Pille.

 


Das Verhütungspflaster

Bild: Das Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster – Achtung vor Ablösen des Pflasters.

Auch eine relativ neue Methode der Empfängnisverhütung ist das Verhütungspflaster. Zur Behandlung von Wechseljahrsbeschwerden wird dieses Verhütungsmittel schon länger eingesetzt. Hierbei wird der Wirkstoff über die Haut (transdermal) aufgenommen. Das Pflaster wirkt dabei in gleicher Weise wie z.B. die Anti-Baby-Pille. Das Hormonpflaster wird drei Wochen lang, ohne Unterbrechung, getragen. Einmal in der Woche muss es jedoch erneuert werden. Nach diesen drei Wochen wird eine Woche auf das Pflaster verzichtet. In der setzt dann, ähnlich wie bei der Pillenpause, die sogenannte Entzugsblutung ein. Das Hormonpflaster als Verhütungsmittel eignet sich besonders für Frauen, welche unter chronischen Magen-Darm Erkrankungen leiden und für solche, welche aufgrund des Berufes eine Anti-Baby-Pille nicht regelmäßig einnehmen können.
Aber auch Nachteile hat die Verhütung mittels Pflaster! Zum einen ist es natürlich sichtbar auf der Haut angebracht und zum Anderen kann es sich ablösen, was Sie als Trägerin vielleicht gar nicht gleich wahrnehmen. Die Wirkung des Präparates ist damit nicht mehr ausreichend gewährleistet. Wird der korrekte Sitz jedoch regelmäßig überprüft, ist das Verhütungspflaster ähnlich sicher wie eine Mikropille. Ebenfalls kann es, durch die hohe Abgabe von Hormonen, zu unerwünschten Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, veränderte Libido) kommen. Auch sollte das Pflaster bei Frauen, welche mehr als 90 kg wiegen, nicht angewendet werden.

Zum ganzen Artikel des Verhütungspflasters

 


Der Vaginalring

Bild: Der Verhütungsring

Der Verhütungsring – Weich, sehr dünn und super einfach anwendbar.

Seit Anfang 2003 gibt es als Verhütungsmittel den sogenannten Verhütungsring. Dieser 53 mm breite Ring aus Kunststoff hat es in sich! Der NuvaRing ist weich und sehr dünn, wodurch er sich von der Frau relativ leicht in die Scheide einführen lässt. Er verbleibt dort für drei Wochen und gibt kontinuierlich die Hormone Ethinylöstradiol und Etonogestrel (Gestagen) ab. Diese Wirkstoffe des Verhütungsmittels gelangen dann über die Vaginalschleimhaut in den Organismus. So wird der Eisprung verhindert. Nach einer Tragezeit von 3 Wochen wird der Ring entfernt und ca. drei Tage danach setzt die Abbruchblutung bei der Frau ein. Nach einer Pause von sieben Tagen muss dann ein neuer Ring eingelegt werden. Der Vorteil des Verhütungsringesist, dass er mit einer weit niedrigeren Hormonmenge auskommt, als die Anti-Baby-Pille und es so für die Trägerin zu weniger unerwünschten Nebenwirkungen kommt. Auch ist ein Herausrutschen des Ringes kein größeres Problem. Wird er innerhalb von drei Stunden wieder eingeführt, bleibt die Verhütung zuverlässig gewährleistet. Der Verhütungsring ist nicht für alle Frauen geeignet. Starke Raucherinnen über 30 Jahren, Frauen mit Leberfunktionsstörungen und Frauen, bei denen in der Familie Thrombosen vorkamen, sollten sich ein anderes Verhütungsmittelaussuchen. Der Verhütungsring erhöht das Risiko einer tiefen Venenthrombose um das Eineinhalb- bis Zweifache gegenüber der herkömmlichen Anti-Baby-Pille.

Zum ganzen Artikel des Vaginalrings

 


Das Diaphragma

Bild: Das Diaphragma

Das Diaphragma – Anwendung und Benutzung nur bei Bedarf.

Ein relativ sicheres Verhütungsmittel ist das Diaphragma. Dies ist eine weiche Gummimembran, welche kuppelartig über eine Spirale gespannt ist. Das Diaphragma gibt es in verschiedenen Größen (von 6-8 cm) und wird individuell vom Frauenarzt der jeweiligen Patientin angepasst. Dieses Verhütungsmittel sollte maximal ein bis zwei Stunden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Zusammen mit der samenabtötenden Creme, welche vorher auf das Diaphragma aufgetragen wurde, bildet es eine unüberwindbare Barriere. Dabei bilden sich zwei Areale: zum einen der Muttermund auf der oberen Seite, zum Anderen der untere Bereich, in dem das Glied des Mannes sich befindet. Dieses wird durch das Diaphragma an einem direkten Kontakt des Muttermundes gehindert. Bei richtiger Lage ist das Verhütungsmittel werde für die Frau noch für den Mann zu spüren. Und genau diese richtige Lage muss nach dem Einsetzen immer überprüft werden. Dabei ertastet die Frau mit den Fingern durch das Diaphragma den Muttermund. Ganz wichtig ist es, immer die samenabtötende Creme auf das Diaphragma aufzutragen. So wir die Verhütung auch dann noch gewährleistet, wenn es einigen Samenzellen gelingt, bis an den Diaphragmarand zu gelangen. Nach dem Verkehr muss das Verhütungsmittel noch zwischen acht und vierundzwanzig Stunden in der Scheide verbleiben. Bei guter Pflege hält das Diaphragma mindestens ein bis zwei Jahre. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass das Verhütungsmittel nicht porös wird, denn sonst ist eine Empfängnisverhütung nicht mehr gewährleistet. Der Vorteil dieser Art von Verhütung ist die einfache Anwendung und die Benutzung nur bei Bedarf. Ebenfalls kann das Diaphragma während der Stillzeit verwendet werden.

Zum ganzen Artikel des Diaphragmas

 


Die Spirale/Hormonspirale

Bild: Die Spirale

Die Spirale – Aus Kupfer oder Plastik erhältlich.

Eine Spirale ist immer T-förmig. Sie wird vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingelegt (intrauterin). Jedoch gibt eine Spirale keine Hormone ab, sondern wirkt durch einen Kupferdraht. Dieser Draht gibt Kupferionen ab, welche die Spermien schädigen und so die Empfängnis verhindern. Die reinen Plastikspiralen jedoch wirken als Fremdkörper und hemmen so die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter. Zudem verändert die Spirale die Schleimhaut der Gebärmutter und des Muttermundes in der Form, dass sich eine befruchtete Eizelle dort nicht mehr einnisten kann. Eingelegt wird die Spirale (aus Kupfer oder Plastik) in die Gebärmutterhöhle vom Frauenarzt während der Regelblutung. Dabei geben die sogenannten Rückholfäden, welche in die Scheide ragen, der Patientin die Möglichkeit, den richtigen Sitz der Spirale zu kontrollieren. Die Spirale eignet sich für alle Frauen, die eine Langzeitverhütung wünschen. Für ganz junge Anwenderinnen, welche noch kein Kind geboren haben, ist die Anwendung nicht zu empfehlen. Bei diesen jungen Frauen kann das Einlegen ziemlich schmerzhaft sein und ist deshalb nicht sehr ratsam. Aufgrund der langen Verweildauer (bis zu fünf Jahre) muss die korrekte Lage der Spirale regelmäßig vom Frauenarzt kontrolliert werden. Es kann bei falscher Lage zu Eileiterentzündungen kommen. Die Hormonspirale wirkt nach demselben Prinzip, wie die Plastik- oder Kupferspirale. Nur das dieses Verhütungsmittel auch noch Hormone abgibt, welche dieselben empfängnisverhütenden Eigenschaften wie die Mikropille haben. Auch sind Spiralen ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Ebenfalls gibt es die Möglichkeit, die „Spirale danach“ zu benutzen. Haben herkömmliche Verhütungsmittel versagt oder wurden vergessen, kann die Spirale innerhalb von 3 Tagen von einem Frauenarzt eingesetzt werden. So wird die Einnistung des Eis in die Gebärmutter noch verhindert. Die Spirale kann dann bis zur nächsten Regelblutung oder für eine längere Dauer, dort verbleiben.

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Die Vasektomie des Mannes

Auch Männer können etwas für die Verhütung tun. Allerdings ist das eine sehr rigorose Methode und sollte wirklich nur nach sorgfältiger Überlegung angewendet werden. Der Mann sollte sich sehr sicher sein, dass er die Familienplanung abgeschlossen hat, denn einmal gemacht, gibt es bei der Vasektomie kein zurück mehr! Bei der Sterilisation des Mannes werden beide Samenleiter im Hodensack durchtrennt. Dadurch können keine Samen mehr in die Samenflüssigkeit gelangen, es kann nicht mehr befruchtet werden. Auch wenn die Samenleiter bei der Operation durchtrennt werden, geht die Produktion von Hormonen und Spermien ungehindert weiter. Da die Spermien bei dieser Art der Verhütung nicht mehr in die Samenflüssigkeit gelangen können, werden sie vom Körper einfach abgebaut. Die Vasektomie kann deshalb auf keinen Fall mit einer Sterilisation, bei der die Hodenfunktion zerstört wird, verglichen werden. Es kann nach wie vor ejakuliert und Lust empfunden werden. Auch ist der Mann nach wie vor in der Lage, eine Erektion und einen Orgasmus zu bekommen.
Eine Vasektomiesollte nicht vorschnell über´s Knie gebrochen werden, denn sie ist „für die Ewigkeit“. Deshalb ist ein sehr ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt wirklich wichtig und auch mit der Partnerin sollte über Vor- und Nachteile dieser Verhütung gesprochen werden. Die Vasektomie des Mannes ist das sicherste Verhütungsmittel überhaupt.

 


Die Sterilisation der Frau

Bei dieser Methode der Verhütung muss nicht wieder erwähnt werden, dass sie dauerhaft und unumkehrbar ist. Sie sollte von der Frau wirklich nur in Betracht gezogen werden, wenn diese mit herkömmlichen Verhütungsmitteln absolut nicht klar kommt, bzw. diese nicht verträgt. Auch sollte sichergestellt werden, dass die Familienplanung zu 100 Prozent abgeschlossen ist. Im Gegensatz zur Vasektomie beim Mann ist die Sterilisation der Frau eine richtige Operation mit Eröffnung des Bauchraumes. Hier liegt auch die Gefahr: Bei der Operation können die Bauchfell-bänder beschädigt werden, was zur Folge hat, dass die Eierstöcke unterversorgt werden und so die Wechseljahre früher einsetzen können. Und das möchte ja keine Frau gerne haben! Weitere Komplikationen können sein, dass eine Eileiterschwangerschaft passiert und die Regelblutung kann stärker ausfallen oder unregelmäßig sein. Eine Frau sollte sich, noch eingehender als ein Mann, Gedanken über eine Sterilisation machen. Im Zweifel sollte doch herkömmliche Verhütung das Mittel der Wahl sein.

Verhütung, kein anderes Thema ist in Zeiten von Beruf und Karriere für eine Frau wichtiger! Stellen Sie sich einmal vor, Ihre 15-Jährige Tochter kommt vom Frauenarzt nach Hause und berichtet Ihnen, dass sie schwanger ist. Kein Schulabschluss in der Tasche, von einer Ausbildung mal ganz abgesehen. Was hat dieses Mädchen denn für eine Zukunft? Hartz 4 wird ihr sicherlich drohen, vielleicht schafft sie den anstrengenden Alltag mit Baby auch nicht und Sie sind in der Pflicht. Sprechen Sie so früh wie möglich mit Ihrem Kind (egal ob Junge oder Mädchen) über geeignete und sichere Verhütung! Nehmen Sie ihre Tochter, auch wenn diese sich anfänglich vielleicht sträubt, zu Ihrem Frauenarzt mit und lassen Sie ihn die Arten der Verhütung erklären.
Aber auch Sie sollten sich überlegen, welcher Verhütung Sie letzten Endes vertrauen. Die Auswahl einer geeigneten Verhütung ist groß, für jeden ist sicher etwas dabei, was zusagt. Besprechen Sie sich mit Ihrem Frauenarzt unter Einbeziehung aller Risikofaktoren.

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Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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