Das Verhütungspflaster als Verhütungsmittel

Bild: Das Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster – Achtung vor Ablösen des Pflasters.

Spaß zu haben, ohne Angst vor einer Schwangerschaft, ist der Wunsch vieler Paare. Seit diverse Verhütungsmittel, etwa Pille oder Kondom, auf den Markt gekommen sind, ist dies durchaus möglich. Genauso erfolgversprechend wie seine Vorgänger ist das Verhütungspflaster.

Verhütungspflaster – Das steckt dahinter

Ein Pflaster zum Aufkleben auf die Haut schützt Sie vor einer möglichen Schwangerschaft. Wie die Pille, ist auch das Verhütungspflaster ein hormonelles Verhütungsmittel. Die schützenden Hormone müssen jedoch nicht erst über Ihren Magen wandern, sondern gelangen direkt über die Haut in den Blutkreis. Um sich mit Hilfe des Hormonpflasters vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen, kleben Sie das 4,5 mal 4,5 Zentimeter große Pflaster auf die Haut. Das hautfarbene Pflaster kann beispielsweise auf den Arm, die Pobacken oder auf die Schulterblätter geklebt werden.

So wirkt das Hormonpflaster

Das Verhütungspflaster ist mit Gestagenen angereichert. Kleben Sie es auf die Haut, wirken die Hormone an drei wichtigen Stellen in Ihrem Körper: Gehirn, Hormonspiegel und Gebärmutterschleimhaut. Im Gehirn greifen die Hormone in den Regelkreis ein und unterdrücken den Eisprung. In Ihrem Hormonhaushalt sorgen sie für einen erhöhten Gestagen-Spiegel. Dieser bewirkt, dass sich ein Schleimpfropfen vor dem Eingang der Gebärmutter bildet. Spermien kommen dort nur schlecht hindurch. Auf die Gebärmutterschleimhaut wirken die Gestagene insofern, dass diese umgebaut wird. Eine befruchtete Eizelle kann sich nach dem Umbau nur schwer einnisten.

Die richtige Anwendung

Damit das Verhütungspflaster seine volle Wirkung entfalten kann, kommt es auf den richtigen Gebrauch an. Für den Umstieg auf das Verhütungspflaster warten Sie bis zum ersten Tag Ihrer Monatsblutung. Kleben Sie an diesem Tag das Pflaster auf eine trockene und saubere Stelle Ihres Körpers. Beachten Sie dabei, dass die gewählte Hautstelle keine Verletzungen oder Rötungen aufweist. Gute Stellen für das Hormonpflaster sind etwa das Gesäß, der Bauch oder der Oberkörper. Das Verhütungspflaster darf jedoch nicht auf die Brüste geklebt werden, da das Brustgewebe äußerst empfindlich auf die Sexualhormone reagiert. Stellen, an denen eine erhöhte Reibung entstehen kann (unter eng sitzender Kleidung etwa), sind für das Anbringen des Pflasters ebenso ungeeignet. Hier kann sich das Hormonpflaster leicht ablösen. Haben Sie einen geeigneten Platz gewählt, drücken Sie das Pflaster fest auf die Haut, sodass auch die Ränder gut haften bleiben. An dieser Stelle verbleibt das Hormonpflaster für eine Woche. Damit die Gestagen-Zufuhr nicht versehentlich unterbrochen wird, schauen Sie sicherheitshalber täglich nach, ob das Pflaster noch gut klebt. Nach Ablauf einer Woche und am selben Wochentag entfernen Sie das Pflaster und kleben ein Frisches auf einen anderen Ort Ihres Körpers. Die Uhrzeit spielt für den Wechsel des Verhütungspflasters keine Rolle.

Dies ist bei der Anwendung zu beachten

Wenn Sie das Verhütungspflaster verwenden, verzichten Sie auf Cremes oder Lotion in der Nähe der Klebestelle. Auch Make-Up oder sonstige Kosmetika müssen der Anwendungsstelle fern bleiben, damit die Haftfähigkeit nicht gefährdet wird. Beim Wechseln des Pflasters, achten Sie auf Folgendes: Das neue Verhütungspflaster muss auf eine andere Stelle, jedoch im selben Körperbereich geklebt werden. War das Hormonpflaster zuvor auf dem linken Schulterblatt, bringen Sie es anschließend auf dem rechten Schulterblatt an. Wie bei der Pille, gibt es auch bei der Anwendung des Verhütungspflasters eine „Pause“. Demnach nehmen Sie Ihr Pflaster am 22. Zyklustag ab. Dies entspricht der vierten Woche. In dieser Zeit kommt es in der Regel zur Blutung. Auch wenn keine Blutungen eingetreten sind oder die Blutung noch nicht vorbei ist, kleben Sie am siebten Tag ein neues Verhütungspflaster auf Ihre Haut. Falls Sie einmal den Pflasteraustausch am „Wechseltag“ vergessen haben, holen Sie das Aufkleben des neuen Pflasters innerhalb von 48 Stunden nach. Wenn Sie mehr als sieben Tage pflasterfrei waren, ist der Verhütungsschutz nicht mehr ausreichend. Zusätzlicher Schutz in Form eines Kondoms ist dann notwendig.
Wichtig: Haben Sie bisher ein anderes, hormonelles Verhütungsmittel verwendet, sprechen Sie vor der Umstellung auf das Verhütungspflaster mit Ihrem Frauenarzt. So kann der richtige Zeitpunkt für den Wechsel festgelegt werden.

Soviel Sicherheit bietet es

Das Verhütungspflaster bietet etwa soviel Schutz wie die Pille. Der Pearl-Index des Pflasters liegt bei 0,9. Das bedeutet, dass bei 100 Anwenderinnen pro Monat auf ein Jahr gesehen nur 0,9 Frauen ungewollt schwanger werden.

Für wen das Pflaster geeignet ist

Grundsätzlich ist das Verhütungspflaster für Sie geeignet, wenn Sie die Pille vertragen haben und unter 90 Kilogramm wiegen. Vor allem stellt das Hormonpflaster eine gute Alternative dar, wenn Sie sich nur schwer oder nicht an die regelmäßige Einnahme der Pille halten können. Falls Sie unter Magen- und Darmproblemen leiden, stellt das Hormonpflaster für Sie ebenfalls eine ideale Option dar. Nicht verwenden dürfen Sie das Pflaster, wenn Sie unter schweren Lebererkrankungen sowie an thromboembolischen Erkrankungen leiden oder das Risiko einer thromboembolischen Erkrankung besteht. Ebenso ist die Verwendung des Hormonpflasters bei bös- oder gutartigen Lebertumoren oder sexualhormonabhängigen Tumoren für Sie nicht möglich.

Vorteile des Verhütungspflasters

Ihr größter Vorteil bei der Pflasteranwendung liegt darin, dass Sie nicht täglich daran denken brauchen. Zudem treten bei dem Verhütungspflaster keine Hormonspitzen auf, da das Gestagen konstant und gleichmäßig abgegeben wird. Da die Hormonaufnahme über die Haut erfolgt, gelangt das Gestagen nicht in den Magen-Darm-Trakt. Bei Erbrechen oder Durchfall besteht somit keine Unterbrechung des Schwangerschaftsschutzes.

Nachteile des Hormonpflasters

Bild: Verhütungspflaster aus Versandapotheke

Nach Ausfüllen eines Fragebogens bekommt man das Verhütungspflaster auch über die Versandapotheke.

Trotz des guten Schwangerschaftsschutzes bietet das Verhütungspflaster keine Sicherheit vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Aids, Syphilis oder Tripper. Zudem kommt es bei ungefähr jeder fünften Frau zu Hautreizungen. Die Einnahme von manchen Antibiotika oder Antiepileptika beeinträchtigen die Wirkung und damit den Schutz. Da die Verhütungspflaster recht groß sind, stören sich manche Frauen trotz der Hautfarbe an der Auffälligkeit des Pflasters. Weitere Nachteile können sein: Übelkeit, Kopfschmerzen, Brustbeschwerden und eine erhöhte Gefahr für arterielle oder venöse Thromboembolien.

Bezugsquelle und Kosten

Ist der Umstieg auf das Verhütungspflaster mit Ihrem Frauenarzt geklärt, bekommen Sie von ihm ein Rezept. Dieses lösen Sie in Ihrer Apotheke ein. Alternativ bestellen Sie das Hormonpflaster in einer Online-Apotheke. Hier beantworten Sie wahrheitsgemäß die gestellten Fragen zu Ihrer Person und Ihrer Gesundheit. Der Arzt, welcher mit der Versandapotheke zusammen arbeitet, wertet Ihre Antworten aus und bekommt somit die Basis, Ihnen das Hormonpflaster guten Gewissens zu verschreiben. Die Kosten des Hormonpflasters betragen für eine Dreimonats-Packung etwa 40 Euro.

Bild 1: © alco81/fotolia.com
Bild 2: © By L. Willms, via Wikimedia Commons

Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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