Wenn Ihr Baby sitzen lernt: So können Sie helfen

So können Sie helfen, wenn Ihr Baby sitzen lernt.

Die ersten Monate im Leben eines jeden Kindes sind wohl gleichzeitig auch die schönsten für die Eltern. Die Babys fangen an zu krabbeln, beginnen damit, ihre Umgebung zu begutachten und ihre ersten Erfahrungen zu sammeln. Es folgen die ersten Worte und Schritte. Zu den aufregendsten Momenten zählt ebenfalls jener, in dem das eigene Kind erstmals eigenständig sitzt. Bis dahin ist es allerdings ein mühsamer Weg für das Baby. Mit jedem neuen Versuch, der misslingt, fragen sich Eltern oftmals, auf welche Art und Weise sie ihrem Nachwuchs dabei helfen können. Doch ist es ratsam, die natürliche Entwicklung durch Hilfe von außen zu beschleunigen und wenn ja, wie?

Wann und wie erlernen Babys das Sitzen?

Bereits zwischen dem vierten und siebten Monat versuchen die meisten Babys sich erstmals zu setzen. Mithilfe der Arme schaffen sie es, auch wenn nur für wenige Sekunden, erstmals eine Sitzposition einzunehmen. Entscheidend für diese frühen Erfolge ist die stetige Entwicklung der Muskulatur, welcher mit der Geburt beginnt. Nach spätestens neun bis zehn Monaten schaffen es die meisten Babys schließlich sich ganz ohne Hilfe zu setzen und die Position beizubehalten. Sollte ihr Kind bislang noch nicht so weit sein, ist das kein Grund zur Sorge. Wie auch in allen anderen Entwicklungsprozessen sind einige Babys schneller und andere etwas langsamer. Nur wenn die Entwicklung ihres Kindes deutlich zurückliegt, sollten Sie bei ihrem Kinderarzt vorstellig werden. Bis Babys das erste Mal selbstständig sitzen können, durchlaufen sie eine Vielzahl von kleinen Entwicklungen. Erstes Anzeichen für ein zunehmendes Interesse an der Vertikale ist zu erkennen, wenn ihr Baby sein Köpfchen erstmals aus einer liegenden Position leicht anhebt. Von nun an werden Sie fast täglich Fortschritte erkennen – Kopf und Oberkörper richten sich von Versuch zu Versuch weiter auf, während die Arme zunächst als stützende Hilfe genutzt werden. Dieser angeborene Drang sich weiterzuentwickeln sorgt in der Folge dafür, dass das Aufsetzen und Sitzen die nächsten Schritte sind.

Wie können Sie ihrem Baby beim Sitzen helfen?

Legen Sie ihr Baby bäuchlings auf den Boden und schaffen Sie ihm Anreize, die ihn zu Bewegungen treiben.

Legen Sie ihr Baby bäuchlings auf den Boden und schaffen Sie ihm Anreize, die ihn zu Bewegungen treiben.

Die größte Hilfe, die Sie ihrem Baby zukommen lassen können, ist Freiraum. Lassen Sie keine Gelegenheit aus, in der sich ihr Kind frei bewegen kann. Auf diesem Weg lernt es am schnellsten seine Bewegungen zu koordinieren und stärkt gleichzeitig seine Muskulatur. Achten Sie ebenfalls darauf, gestütztes Sitzen wie etwa auf Hochstühlen zu vermeiden. Setzen Sie ihren Sprössling stattdessen auf ihren Schoß und lassen ihn frei darüber entscheiden, welche Position er einnehmen möchte. Sollte eine Haltung irgendwann zu anstrengend für das Baby sein, so wird es sich entweder bemerkbar machen oder eine neue Position suchen. Des Weiteren sind jegliche Bewegungen, die auf Motivation basieren, fördernd für die Entwicklung. Legen Sie ihr Baby bäuchlings auf den Boden und schaffen Sie ihm Anreize, die ihn zu Bewegungen treiben. Sobald es Kopf und Brustkorb anhebt, um Sie oder auch interessantes Spielzeug anzusehen, stärkt dieser Vorgang eine Vielzahl von Muskelgruppen. Insbesondere für den Nacken, welcher ausschlaggebend für die Kontrolle über den Kopf und damit verbunden für das spätere Sitzen ist, sind Bewegungen dieser Art sehr wichtig.

In erster Linie sollten Sie allerdings darauf achten, dass ihr Baby das Sitzen im Grunde selbstständig erlernt. In keinem Fall sollten Sie versuchen, es durch Hilfe in Form von Abstützen dazu zu bringen, denn der Aufbau der Muskulatur braucht seine Zeit. In der Regel vergehen etwa sieben bis acht Monate bis Babys selbstständig sitzen können. Lassen Sie ihrem Nachwuchs also genug Zeit, sich zu entwickeln und möglichst eigenständig das Sitzen zu erlernen. Andernfalls können gravierende Haltungsschäden die Folge sein. Selbiges gilt im Übrigen auch für die ersten Gehversuche. Nicht selten werden Babys bei ihren ersten Versuchen auf zwei Beinen an den Armen nach oben gezogen und gehalten. Dies führt dazu, dass die Muskulatur sich nicht ausreichend entwickeln kann, da das Gewicht, welches eigentlich auf den Beinen lasten müsste, reduziert wird. Statt ihrem Baby direkt unter die Arme zu greifen, indem sie es in der Sitzposition stützen, ist es sinnvoller, es dazu zu ermuntern, sich selbstständig zu setzen. Schaffen Sie weiterhin Anreize, die ihr Kind zu Bewegungen animieren. Instinktiv wird es früher oder später das Sitzen oder Laufen mit den entsprechenden Bewegungsabläufen einordnen können.

Zu viel Hilfe schadet der Entwicklung ihres Babys

Muskuläre und motorische Eigenschaften entwickeln sich bei Ihrem Baby nach und nach.

Muskuläre und motorische Eigenschaften entwickeln sich bei Ihrem Baby nach und nach.

Auch wenn der Wunsch dem Baby zu helfen selbstverständlich groß ist, so sollten Sie nicht voreilig eingreifen und versuchen, den Entwicklungsprozess zu beschleunigen. Die Natur hat uns mit einem äußerst komplexen und eng verknüpften System ausgestattet. Nach und nach entwickeln wir muskuläre und motorische Eigenschaften sowie Fähigkeiten, die aufeinander aufbauen. Wird dieser Prozess gestört, indem zu viel Einfluss auf die Entwicklung von Bewegungen und Haltungen genommen wird, gerät dieser Vorgang ins Stocken. Wird das Baby in eine Sitzposition gebracht, ohne dass es selbstständig dazu in der Lage ist, erkennt das Gehirn nicht, aus welchem Grund der Körper die Position eingenommen hat. Infolge dessen verzögert sich der Entwicklungsprozess und es dauert länger, bis das Baby das Sitzen erlernt. Daher sollten Sie es ebenso vermeiden, häufig auf Geräte wie Babywalker zurückzugreifen. Diese stützen zwar das Baby, fördern aber in keiner Weise das Erlernen von Bewegungen oder den Fortschritt der motorischen Fähigkeiten.

Allen Eltern fällt es schwer ihrem Baby dabei zuzusehen, wie die ersten Versuche des Sitzens oder Laufens scheitern. Dennoch sollten Sie zum Wohl ihres Kindes darauf verzichten, zu viel Hilfe zu leisten. Geben Sie ihm etwas Zeit und früher oder später werden Sie stolz dabei zusehen, wie der natürliche Fortschritt seinen Lauf nimmt. Versuchen Sie nicht, die Entwicklung unnötig zu beschleunigen – genießen Sie stattdessen jeden Moment, in dem Sie dabei zusehen können und freuen Sie sich über die ersten Erfolge im Leben ihres Kindes.

Bild 1: © trebro – Fotolia.com
Bild 2: Model Foto: Colourbox.de
Bild 3: © athomass – Fotolia.com

Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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