Nur das Beste für Ihr Kind: Ernährung während der Stillzeit

Ernährung Stillzeit: Nur das Beste für Ihr Kind

Jede Mutter möchte das Beste für Ihr Baby. Besonders in den ersten Lebensmonaten ist das Baby besonders zart, anfällig und schutzbedürftig. In dieser Zeit spielen sich im Körper des Kindes wichtige Entwicklungsprozesse ab, welche die Grundsteine für die spätere physische und psychische Entwicklung bilden. Im Sinne Ihres Kindes sollten Sie in dieser Zeit nichts dem Zufall überlassen. Stillen Sie ihr Kind. Muttermilch ist beste Ernährung für das Kind. Kein künstliches Milchpulver kann Mutter Natur ersetzen. Wenn es der Mutter gut geht, dann geht es auch dem Kind gut. Diese Binsenweisheit gilt auch beim Stillen. Deshalb sollten Sie Ihrer Ernährung während der Stillzeit besonders viel Aufmerksamkeit widmen.

Stilldauer richtet sich allein nach dem Mutterinstinkt

Vielleicht gehören Sie auch zu den Müttern, die sich fragen, wie lange Sie ihr Kind stillen sollen. Dazu gibt es kein Patentrezept. Viele Mütter stillen ihr Kind nur wenige Monate, weil ihnen die Zeit fehlt. Experten raten Müttern dazu, ihr Baby mindestens zwölf Monate zu stillen. Danach ist es bestens gerüstet, gegen sämtliche Krankheitserreger, die das Kind im Laufe des Lebens heimsuchen könnten. Eine Mutter, die länger als zwölf Monate stillt, transportiert noch mehr Antikörper gegen Bakterien zum Kind. Das Kind ist dann mit einer kleinen Anti-Bakterien-Armee ausgerüstet. Es ist statistisch erwiesen, dass Stillkinder, die länger als zwölf Monate in den Genuss von Muttermilch gekommen sind, weniger anfällig für Allergien, Entzündungen und schwere Erkrankungen sind. Entgegen anderer Meinungen zehrt das Stillen die Mutter überhaupt nicht aus, wenn die Ernährung während der Stillzeit abwechslungsreich ist.

Stillende Mütter haben einen erhöhten Energiebedarf

Mit der Ernährung während der Stillzeit sollten Sie sich als Mutter keinen Stress bereiten. Eine spezielle Diät ist nicht erforderlich. Wichtig ist nur, dass Sie sich abwechslungsreich, gesund und ausgewogen ernähren. Dann wird auch das Kind mit den nötigen Nährstoffen versorgt. Gesund ist alles, was für eine Frau im entsprechenden, gebärfähigen Alter empfohlen wird. Bei der Ernährung während der Stillzeit darf nicht vergessen werden, dass das Stillen körperlicher Arbeit gleichkommt. Als stillende Mutter haben Sie einen erhöhten Energiebedarf. Sie sollten um die 600 Kalorien mehr aufnehmen, jedoch nicht zwanghaft. Grundsätzlich können Sie sich auf ihren natürlichen Hungerinstinkt verlassen. Vermeiden Sie Unterernährung. Das verringert die Milchproduktion. Schlankheitswahn in der Stillzeit ist also völlig unangebracht.

Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe lassen das Baby gedeihen

Ernährung während der Stillzeit: Zum Frühstück empfiehlt sich Müsli mit Früchten und Milch.

Vollkornmüsli mit Früchten und Milch ist ein guter Start in den Tag während der Stillzeit.

Wie erwähnt sollte die Ernährung während der Stillzeit vor allem ausgewogen sein. Das bedeutet, dass die Nahrungsmittel viele Eiweiße, Vitamine und Mineralstoffe enthalten dürfen. Eiweißhaltig sind Eier in Maßen, Quark, Jogurt und Milch. Auch Vollkornprodukte sollten auf Ihrem Speiseplan stehen. Am besten Sie beginnen den Tag mit einem Vollkornmüsli mit getrockneten Früchten und Milch. Für den kleinen Hunger zwischendurch bieten sich frische Obst- und Gemüsemahlzeiten an. Dabei sollten Sie die komplette Farbpalette essen: rot, grün, gelb, blau und orange. Dann können Sie sicher sein, ausreichend Nährstoffe und Vitamine aufzunehmen. Experten empfehlen für die Ernährung während der Stillzeit den Verzehr von zwei Portionen fetthaltigen Seefisch in der Woche. Dazu gehören zum Beispiel Makrele, Lachs und Hering. Dieser Fisch enthält die begehrten ungesättigten Omega-3 und Omega-6- Fettsäuren. Die Säuren beeinflussen das zentrale Nervensystem, die Entwicklung von Gehirns, Augennetzhaut, Leber, sowie des Abwehrsystems Ihres Babys ausgesprochen positiv. Weiterhin sollten Sie dreimal pro Woche fettarmes Fleisch verzehren, um ihren Bedarf an Eisen, Vitamin B und Zink abzudecken.

Vereinzelt ist zu hören, dass die Babys von bestimmten Nahrungsmitteln Blähungen bekommen. Dazu gehören beispielsweise Knoblauch, Hülsenfrüchte, Zwiebeln oder Kohl. Das ist nur in Ausnahmefällen der Fall. Sie sollten bei der Ernährung während der Stillzeit nicht darauf verzichten. Essen Sie die genannten Nahrungsmittel einfach maßvoll. Sollte Ihr Baby dennoch Blähungen bekommen, dann lassen Sie die Nahrungsmittel einfach weg.

Vor dem Stillen ein Glas Wasser trinken

Es ist egal ob Sie zwei oder vier Flaschen Wasser am Tag trinken. Die Menge der Flüssigkeitszufuhr hat keinen Einfluss auf die Milchmenge. Zur Ernährung während der Stillzeit gehört dennoch, dass Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Diese sollte sich zwischen 2 und 2.5 Liter bewegen. Am besten Sie trinken vor dem Stillen ein Glas Wasser. Geeignet sind auch ungesüßte Kräutertees oder Saftschorlen. Wenn Sie gern Kaffee trinken, dann sollten Sie während der Stillzeit entkoffeinierten Kaffee bevorzugen.

Vorsicht bei vegetarischer und veganer Ernährung

Die künstliche Zufuhr von Vitaminen, Jod, Fluorid oder Magnesium ist im Normalfall nicht erforderlich. Bei eventuellen Mangelerscheinungen sollten Sie sich mit Ihrem Arzt abstimmen.

Vegetarische oder vegane Ernährung während der Stillzeit

Bei vegetarischer oder veganer Ernährung während der Stillzeit, sollten Sie vom Arzt überprüfen lassen, ob die Einnahme von zusätzlichen Nährstoffen notwendig ist.

Vorsicht ist bei veganer oder vegetarischer Ernährung geboten. Beim Stillen können Sie davon ausgehen, dass der Muttermilch wichtige Nährstoffe fehlen. Bereits während der Schwangerschaft sollten Sie die Ernährung während der Stillzeit mit Ihrem Arzt besprechen. Hier ist die Einnahme von zusätzlichen Nährstoffen erforderlich. Gerade der Stoff Eisen wird vorwiegend über Fleisch aufgenommen. Es ist darüber hinaus bekannt, dass Veganerinnen unter Vitamin B12 Mangel leiden. Fehlt das Vitamin in der Muttermilch bildet das Baby unter Umständen neurologische Schäden aus. Eine übertriebene vegane Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit schadet deshalb mehr, als Sie nützt. Vergessen Sie daher nicht, dass Sie eine große Verantwortung für Ihr Baby haben.

Rauchen verboten

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte das Motto: Rauchen verboten lauten. Dass das Rauchen ohnehin schädlich ist, dürfte bekannt sein. Doch während der Stillzeit gehen die schädlichen Inhaltsstoffe der Zigaretten sofort in die Muttermilch über. Selbst mehr als eine Stunde nach der letzten Zigarette kann das Gift noch in der Muttermilch nachgewiesen werden. Mütter, die zwischen zehn und 15 Zigaretten am Tag rauchen, haben eine verminderte Milchproduktion. Babys von Raucherinnen sind unruhig und neigen zu Koliken, sowie zum Erbrechen. Die Entwicklung des Babys verläuft zudem verzögert. Raucherinnen benötigen besonders viele Vitamine, da der Körper diese zur Entgiftung aufbraucht. Wenn Sie das Rauchen dennoch nicht lassen können, dann sollten Sie vor dem Stillen mehr als eine Stunde pausieren. Auch für das Rauchen gilt, dass Sie für das Baby eine Verantwortung tragen.

Während der Stillzeit auf Alkohol verzichten

Bei der Ernährung während der Stillzeit hat Alkohol nichts zu suchen. Auch die Inhaltsstoffe vom Alkohol gehen direkt in die Muttermilch über. Der Alkohol behindert die natürlichen Reflexe des Babys. Daher ist der völlig Verzicht auf Alkohol während der Stillzeit ratsam. Ist das nicht möglich, dann liegt die Alternative bei sehr geringen Mengen, direkt nach dem Stillen. Bis zum Stillen kann der Alkohol dann abgebaut werden. Sowohl für rauchende, als auch Alkohol trinkende Mütter gilt, dass das Risiko für den plötzlichen Kindstod steigt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Ernährung während der Stillzeit keine besonderen Umstände bereitet. Wichtig ist, dass Sie sich ausgewogen, gesund und abwechslungsreich ernähren. Dabei sollten Sie alle wichtigen Vitamine, Eiweiße und Mineralstoffe aufnehmen. Der Verzicht auf Alkohol und Nikotin muss während der Stillzeit selbstverständlich sein.

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Klara

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Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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