Wann kommt die erste Periode nach der Geburt?

Erste Periode nach der Geburt

Wann die Periode nach der Geburt wieder einsetzt, kann pauschal nur schwer gesagt werden. Denn jede Frau ist anders. Zudem spielen unterschiedliche Faktoren für den Beginn der Regel eine entscheidende Rolle. Dazu zählen der Hormonhaushalt der Frau, der nach der Geburt erst langsam wieder in den Normalbetrieb wechselt, die Intensität und die Dauer des Stillens sowie der Prozess der Rückbildung. Nach der Geburt ist übrigens ein über mehrere Wochen hindurch andauernde Wochenfluss ganz normal, der jedoch nichts mit der normalen Periode zu tun hat. Vielmehr handelt es sich beim Wochenfluss um eine Erscheinung der Abheilung, die nach der Geburt eines Kindes ganz normal ist. In jedem Fall gilt: auch wenn die Periode noch nicht zu Tage kommt, können Sie nach einer Geburt trotzdem alsbald wieder schwanger werden.

Wann die Periode nach der Geburt wieder einsetzen kann

Nach der Geburt Ihres Kindes dauert es zumindest fünf Wochen lang, bevor Sie die Regel erstmals wieder bekommen. Denn der erste Eisprung ist erst nach zirka drei Wochen nach der Geburt möglich. Danach dauert es noch etwa zwei Wochen bis zum Einsetzen der Regel. Es kann aber auch bis zu einem Jahr lang dauern, bis die Periode wieder wie gewohnt kommt. Dies hängt vor allem damit zusammen, wie intensiv Sie Ihr Baby stillen, da für die Milchbildung das Hormon Prolaktin benötigt wird. Prolaktin ist ein Hormon, das dafür verantwortlich ist, dass die Eizellreifung und der damit verbundene Eisprung gehemmt wird. Wenn Sie Ihr Kind in den ersten Monaten ausschließlich stillen, und auch während des Zufütterns ab dem siebten Lebensmonats Ihr Baby weiterhin zusätzlich säugen, dann kann sich der Einsatz der Periode dementsprechend hinaus verzögern. Es gilt also: umso länger und intensiver Sie stillen, desto später beginnt die Regel. Bei Müttern, die Ihr Kind nicht stillen, oder alsbald abstillen, kann die Regel ab der sechsten Woche bis spätestens drei Monate nach der Entbindung wieder einsetzen.

Welche Faktoren noch für das Einsetzen der Periode eine Rolle spielen

Eine weitere wichtige Voraussetzung, damit Sie Ihre Regel nach der Geburt wieder bekommen, ist die vollständige Rückbildung der Gebärmutter und des Gewebes. Denn erst dann kann sich Ihr Hormonhaushalt wieder normalisieren. Gleich nach der Geburt setzt der Wochenfluss ein, der durch das Ablösen der Plazenta hervorgerufen wird. Der Wochenfluss dauert in der Regel zwischen vier und sechs Wochen lang. Nicht selten setzt die erste Regelblutung gleich nach dem Ende des Wochenflusses wieder ein, der auf eine vollständige Rückbildung hindeutet. Damit Sie den Wochenfluss von der normalen Regel unterscheiden können, hilft es zu wissen, dass der Wochenfluss zu Beginn Rot erscheint, dann braun und gelb wird und zum Schluss zur Farbe Weiß wechselt. Wenn nach dem weißgefärbten Wochenfluss wieder eine hell- bis tiefrote Blutung kommt, dann handelt es sich um Ihre normale Periode.

Hat das Einsetzen der Periode Auswirkungen auf das Stillen?

Grundsätzlich hat der Beginn der Periode keinen Einfluss auf das Stillen.

Grundsätzlich hat der Beginn der Periode keinen Einfluss auf das Stillen.

Grundsätzlich hat der Beginn der Regelblutung keinen Einfluss auf das Stillen. Sie müssen auch keinesfalls Abstillen, wenn die Periode wieder einsetzt. Die Periode hat also keine Auswirkungen auf das Stillen. Der einzige Nebeneffekt, den die Zeit während der Menstruationsblutung mit sich bringen kann, ist, dass Ihre Brustwarzen während des Stillens empfindlich sein können und Sie das Füttern Ihres Babys als unangenehm empfinden. Dieses Gefühl verschwindet aber auch wieder mit dem Nachlassen bzw. mit dem Ende der Regelblutung. Da sich während der Menstruation Ihr Hormonhaushalt ebenfalls ein wenig verändert, könnten Ihre Tage zudem Einfluss auf den Geschmack der Muttermilch haben. Vielleicht merken Sie dies Ihrem Baby an, wenn es die Milch zu dieser Zeit weniger gerne mag. Jedoch ist Ihre Muttermilch weiterhin genauso gesund und gut für Ihr Kind während der Zeit der Periode, wie davor oder danach.

Tampons nach der Geburt verwenden?

Während des Wochenflusses sollten Sie auf Tampons jedenfalls verzichten. Denn das Tampon könnte Keime in den noch nicht verheilten Mutterleib bringen und für Entzündungen sorgen. Ein Infektionsrisiko ist in den ersten fünf Wochen nach der Geburt also besonders hoch, weshalb Sie ausschließlich gute, saugstarke Binden verwenden sollten. Nach der Geburt kann es zudem sein, dass Sie fortan auf andere Tampongrößen zurückgreifen müssen. Auch das Einführen der Tampons ab der sechsten Woche nach der Geburt kann sich etwas ungewohnt anfühlen. Der Grund für dieses komische Gefühl ist, dass sich die innere Scheide durch die natürliche Geburt verändert hat. Das Einführen sollte jedoch weiterhin kein Problem sein. Haben Sie trotzdem irgendwelche Probleme beim Einführen der Tampons oder sogar Schmerzen, dann sollten Sie weiterhin Binden verwenden und Ihr Anliegen mit einem Gynäkologen besprechen. Übrigens: Auch wenn Ihre erste Regelblutung nach der Geburt Ihres Babys noch nicht eingesetzt hat, könnten Sie trotzdem erneut schwanger werden. Denken Sie also auch rechtzeitig an eine entsprechende Verhütung, wenn Sie mit einer erneuten Schwangerschaft noch etwas warten, oder diese gänzlich verhindern möchten.

Ändert sich etwas an der Periode nach einer Geburt?

Vor allem die erste Periode wird von vielen Frauen als schmerzhafter empfunden als vor der Geburt.

Vor allem die erste Periode wird von vielen Frauen als schmerzhafter empfunden als vor der Geburt.

Bis sich Ihr Hormonhaushalt nach der Geburt Ihres Kindes wieder vollends eingependelt hat, kann in Bezug auf die Periode durchaus noch etwas Chaos herrschen. Dies betrifft insbesondere die ersten drei bis fünf Zyklen. Vor allem die erste Periode wird von vielen Frauen als schmerzhafter empfunden, als vor der Geburt. Auch kann die erste Monatsblutung durchaus zwei Wochen lang hindurch andauern. Danach hat es nicht unbedingt etwas zu bedeuten haben, wenn die Regel nicht pünktlich kommt. Manchmal kann sie früher einsetzen oder sich auch länger als sonst Zeit lassen. Auch in Bezug auf die Intensität und die Dauer der Blutungen kann es Abweichungen geben: mal ist sie stärker, mal schwächer, mal dauert sie länger, mal kürzer. All diese Unregelmäßigkeiten der Regel sind nach der Geburt ganz normal. Sicher ist jedoch, bei einem normalen Gesundheitszustand, dass die Regel nach ein paar Zyklen und spätestens nach dem Abstillen Ihres Kindes wieder ganz normal in Erscheinung tritt. Und in den meisten Fällen kommt die Regel nach der Geburt, wenn sich der Hormonhaushalt wieder normalisiert hat, noch pünktlicher, als bei Frauen, die noch keine Geburt erlebt haben.

Bild 1: © kei907 – Fotolia.com
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Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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