Kaffee in der Schwangerschaft

Kaffee in der SchwangerschaftEine Tasse Kaffee oder Cappuccino gehört für viele zu einem guten Frühstück dazu. In der Schwangerschaft müssen werdende Mütter jedoch von einigen Gewohnheiten und Ritualen vorerst Abschied nehmen. So gelten der Verzehr von Alkohol, Tabak und anderen Drogen als absolutes Tabu. Zweifelsohne wirkt sich im Allgemeinen alles, was Sie zu sich nehmen, auch auf die Gesundheit Ihres Kindes aus. Wie steht es jedoch mit koffeinhaltigen Getränken, wie beispielsweise Cola, schwarzem Tee oder dem morgendlichen Kaffee?

Welche Wirkung hat Kaffee auf den menschlichen Körper?

In Kaffee ist Koffein enthalten, welcher eine aufputschende Wirkung erzielt. Dies äußert sich darin, dass Ihre Herzfrequenz steigt, Ihr Stoffwechsel angeregt wird und sie sich somit wachsamer fühlen. Eine ähnliche Wirkung hat Koffein aber auch auf Ihr Kind. Sie werden nach einer Tasse Kaffee höchstwahrscheinlich merken, wie sich Ihr Kind unruhig verhält und die Position mehrmals wechselt. Gleiche Auswirkungen hat jedoch auch ein Sprint zum Zug oder Hektik auf Ihren Körper und den Ihres Kindes. Auch hier wird die Herzfrequenz erhöht, die Atmung steigt an und Ihr Stoffwechsel wird angeregt. Sie sollten daher den Verzehr der nächsten Tasse Kaffee stets im Verhältnis zu bereits erbrachten Leistungen an Ihrem Tag beurteilen. Wenn Sie bereits viel Stress hatten, könnte auch ein koffeinfreier Kaffee eine angenehme Entspannungsmethode sein. Zudem hat Kaffee eine harntreibende Funktion, was sich besonders in den letzten Monaten der Schwangerschaft durch eine enorm gesteigerte Urinproduktion bemerkbar machen wird.

Koffein und Schwangerschaft

Eine erste Entwarnung gibt eine brasilianische Studie, die besagt, dass Sie unbesorgt bis zu zwei Tassen Kaffee am Tag trinken dürfen. Lange Zeit galt in der Wissenschaft das Thema Koffein und Schwangerschaft als eine umstrittene Frage, auf die es keine eindeutige Antwort gab. So wurde zunächst angenommen, dass das Koffein während der Schwangerschaft zu einem höheren Risiko einer Fehlgeburt oder Frühgeburt führen könnte. Dies konnte durch Tests und Studien aber nicht eindeutig belegt werden. Lediglich Auswirkungen auf den Schlafzyklus des Säuglings konnten wissenschaftlich belegt werden. So wurde festgehalten, dass geringe Mengen unter 300 Milligramm pro Tag keinen Einfluss auf den Schlafverlauf des Säuglings haben. Von größeren Mengen wird jedoch nach wie vor abgeraten. Falls Sie ein Kaffeegenießer sind, können Sie hier jedoch auf koffeinfreien Kaffee umsteigen und unbesorgt auch mehr trinken.

Wenn Sie Ihren Koffeinkonsum jedoch genauestens kontrollieren und bewachen möchten, sollten Sie berücksichtigen, dass sich auch in einem kleinen Riegel Schokolade 25 bis 50 Milligramm Koffein befinden können, welche Sie natürlich ebenfalls berücksichtigen sollten. In einem normalen Filterkaffee hingegen verstecken sich 140 Milligramm, in einer Tasse grünem Tee 50 Milligramm und in einer Dose Cola sogar nur 40 Milligramm – entgegen des schlechten Rufes.

Gewichtsabnahme des Kindes durch Kaffee

Eine weitere Studie aus England, die im Rahmen des Magazins „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass auch geringe Mengen Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben könnten. So wurde in einer Vergleichsstudie festgestellt: Je mehr Koffein Sie während der Schwangerschaft zu sich nehmen, desto geringer wird wahrscheinlich das Geburtsgewicht des Kindes ausfallen. Grund hierfür ist, dass der Koffeingehalt im Blut Ihres Kindes wesentlich langsamer abgebaut wird als in Ihrem eigenen Blutkreislauf.

Die Verringerung des Gewichts hat zwar bei gesunden Kindern zunächst keine negativen Auswirkungen. Allerdings kann diese Reduktion dazu führen, dass immer häufiger stressige Situationen für die werdende Mutter entstehen, wenn sie sich um ihren Säugling sorgt. Darüber hinaus kann es zu negativen Folgen für bereits untergewichtige Säuglinge kommen, die vielleicht sogar als Frühgeburt das Licht der Welt erblicken. Eine Studie aus Norwegen mit rund 60.000 Probanden konnte jedoch feststellen, dass entgegen aller Vermutungen der erhöhte Konsum von Koffein nicht zwangsläufig zu einer Frühgeburt führt. Langzeitstudien über die gesundheitlichen Auswirkungen auf den weiteren biografischen Verlauf des Kindes liegen bislang hierzu noch nicht vor. Zu Beginn Ihrer Schwangerschaft sollten Sie dennoch abwägen, wie wichtig Ihnen Kaffee oder Koffein im Allgemeinen ist und den Konsum, falls notwendig, entsprechend verringern.

Koffein abgewöhnen als Lösung?

Häufig ist dies gar nicht nötig. Während der ersten drei Monate Ihrer Schwangerschaft kann sich Ihr Geschmackssinn so stark verändern, dass Sie unter Umständen keinen Kaffee mehr mögen. Wenn Sie den Koffeinkonsum jedoch vollständig reduzieren wollen, können einfach Tipps schon einen schnellen Erfolg verzeichnen: So können Sie beispielsweise die Zeit, in welcher Ihr Tee zieht, reduzieren. Bei Earl Grey reduzieren Sie die Zeit von fünf Minuten auf eine. Bei allen anderen koffeinhaltigen Getränken können Sie stets die koffeinfreie Version Ihres Lieblingsprodukts erwerben. Sollten Sie keinen koffeinfreien Kaffee mögen, können Sie auch Instant-Kaffee verwenden. Dieser verfügt über eine geringere Koffeinmenge und ist allgemein besser verträglich für Ihren jetzt wahrscheinlich empfindlichen Magen.

Wenn Sie in der Zeit vor der Schwangerschaft jedoch ein besonders großer Kaffeefan waren, könnten bei Ihnen einige Entzugserscheinungen auftreten. Hierunter fallen zum Beispiel Schwäche, Müdigkeit, Kopfschmerzen oder auch Trägheit. Die Symptome halten jedoch nur wenige Tage an und verschwinden anschließend vollständig. Um die Folgen in ihren Ausmaßen zu reduzieren, sollten Sie Ihre Koffein-Dosis jedoch langsam reduzieren.

Bildquelle: © keerati / fotolia.com

Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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