Der Körper nach der Schwangerschaft

Ihr Körper nach der Schwangerschaft

Nach einer Schwangerschaft hat Ihr Körper ein wahres Mammut-Programm absolviert. In mehr als neun Monaten ist ein neuer Erdenbürger in Ihnen herangewachsen, der nach der Geburt das Licht der Welt erblickt hat. Dass diese Entwicklung und die Geburt nicht spurlos an Ihrer Psyche und Ihrem Körper vorübergehen, ist entsprechend kaum verwunderlich.

Körperliche Veränderungen sind nach einer Schwangerschaft unvermeidlich

Bild: Schwangerschaftsstreifen

Eine Schwangerschaft geht nicht ohne Veränderungen des Körpers vorbei. Hierzu gehören Schwangerschaftsstreifen

Körperliche Veränderungen während und nach der Schwangerschaft sind unumgänglich, da Ihr Körper während der neun Monate seine gesamte Energie darauf verwendet hat, Ihr Baby bestens gedeihen zu lassen. Da Ihr Baby im Bauch heranwuchs, ist ein faltiger und schlaffer Bauch nach der Geburt keine Seltenheit. Ihre Taille ist anfangs nahezu komplett verschwunden und auch kleine Risse in der Haut am Bauch- oder Oberschenkelbereich können eine Folge der Schwangerschaft sein. Dennoch sollten Sie sich über diese Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft nicht zu sehr ärgern, da Sie die meisten Kilos direkt nach der Geburt durch das Ausscheiden überflüssiger Wassereinlagerungen und anschließend beim kontinuierlichen Stillen problemlos wieder verlieren.

 

Eine drastische Gewichtszunahme ist während einer Schwangerschaft selbstverständlich

Bild: Gewichtszunahme

Eine Gewichtszunahme während der Schwangerschaft ist das Normalste der Welt

Dass eine deutliche Gewichtszunahme im Rahmen einer Schwangerschaft etwas vollkommen Normales ist, begründen Mediziner mit der Tatsache, dass sich vermehrte Wassereinlagerungen, die wachsende Gebärmutter und das Kind zwangsläufig im zunehmenden Gewicht der werdenden Mutter widerspiegeln müssen. Durchschnittlich zeigt die Waage eine Gewichtszunahme an, die zwischen zwölf und 20 Kilogramm beträgt und das Ausgangsgewicht in weite Ferne rückt. Dieses Gewicht verteilt sich auf den wachsenden Uterus, wachsende Brüste, eine zunehmende Menge an Blut, vermehrte Wasser- und Fetteinlagerungen, die bis zu drei Kilogramm und mehr betragen können. Der Fötus einschließlich der Plazenta und des Fruchtwassers erhöht das Körpergewicht der Schwangeren zudem um durchschnittlich knapp fünf Kilogramm.

 

Starten Sie zaghafte Abnehmversuche frühestens sechs Wochen nach der Geburt

Bild: Walking

Walking ist eine gute Methode um nach der Schwangerschaft wieder langsam und schonend abzunehmen

Um Ihr Abnehmprogramm zu starten, sollten Sie sich nach der Entbindung etwa sechs Wochen Zeit lassen. Dennoch sollten Sie sich vor Ihrer Abnehmkur vor Augen führen, dass Ihr Körper während der Schwangerschaft so enorme Veränderungen erlebt hat, die sich auch durch Sport nicht von heute auf morgen beseitigen lassen. Um Ihr Gewicht auf sanfte Weise zu reduzieren, empfehlen Ihnen Experten, sich ausreichend Zeit für das Frühstück zu lassen und mindestens fünfmal am Tag Obst und Gemüse zu sich zu nehmen. Mahlzeiten mit hohem Reichtum an Ballaststoffen wirken sich ebenso positiv auf eine Gewichtsreduktion aus wie stärkehaltige Nahrungsmittel wie Pasta, Reis oder Brot. Bitte achten Sie darauf, etwa zwölf Gläser Wasser pro Tag zu trinken. Auf frittierte Speisen, Limonaden, Fastfood oder Süßwaren sollten Sie hingegen verzichten. Zusätzlich zur gesunden Ernährungsweise können Sie Ihr Sportprogramm mit leichten Übungen wie Dehnungstraining oder dem Walking beginnen. Genießen Sie die Natur bei regelmäßigen flotten Spaziergängen mit Ihrem Kind, wird Ihnen Ihre Waage gewiss einen baldigen Erfolg anzeigen. Zusätzlich zu diesem Sportprogramm sollten Sie nicht auf Rückbildungsgymnastik verzichten.

Tipps für eine effektive Rückbildungsgymnastik

Bild: Der Vierfüßlerstand

Eine gute Übung für Bauch und Beckenboden nach der Schwangerschaft.

Etwa sechs Wochen nach der Entbindung oder zu dem Zeitpunkt, an dem Sie sich bereit dazu fühlen, können Sie mit der Rückbildungsgymnastik beginnen. Diese Rückbildungsgymnastik können Sie im Rahmen von durch Hebammen angebotenen Kursen durchführen.
Doch auch zu Hause können Sie Ihrer Fitness und Ihrem Körper in einer ruhigen Minute etwas Gutes tun. Damit Ihre Bauchmuskeln zu ihrer alten Form zurückkehren, sollten Sie sich auf den innersten Muskel – den Transversus Abdominis – konzentrieren. Um diesen Muskel zu stärken, begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand, um anschließend Ihren Beckenboden anzuspannen und Ihren Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule zu bewegen. Diese Übung führen Sie optimal aus, wenn Sie Ihre angespannten Muskeln an der Bauchseite spüren, ohne dass sich Ihr Rücken bewegt. Diese Übung wiederholen Sie etwa acht- bis zehnmal.
Zum Beckenkippen legen Sie sich auf den Rücken, winkeln zusätzlich die Knie an und positionieren Ihre Füße flach auf dem Boden. Während Sie tief in den Bauch atmen, spannen Sie den Beckenboden an und ziehen beim Ausatmen Ihre Bauchmuskeln ein. Bitte vergessen Sie bei dieser Übung nicht, Ihren Rücken flach auf den Boden zu drücken. Auch diese Übung sollten Sie etwa acht- bis zehnmal wiederholen.

Wiederholen Sie das Beckenbodentraining mehrmals täglich

War Ihr Damm wund oder wurde während der Geburt ein Dammriss oder Dammschnitt durchgeführt, sollten Sie ebenfalls nicht auf ein effektives Beckenbodentraining verzichten. Damit dieser Bereich nach kurzer Zeit besser durchblutet wird oder Ihre Beckenbodenmuskeln nicht zu deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden, sollten Sie folgende Übung mehrmals pro Tag für mehrere Male wiederholen. Nehmen Sie auf einem harten Stuhl Platz, auf dem Sie sich etwas nach vorn lehnen. Platzieren Sie Ihre Füße im hüftbreiten Abstand auf dem Boden und legen Sie eine Hand auf Ihren Unterbauch und die andere Hand auf den Po. Achten Sie darauf, dass Ihre Beckenbodenmuskeln den Boden nicht berühren und Sie die Muskeln derart anspannen, als müssten Sie das Urinieren verhindern. In dieser Position zählen Sie bis vier, um die Muskulatur anschließend zu lockern. Wichtig ist es bei dieser Übung, dass Sie nicht den Po anspannen und nicht Ihren Bauch einziehen.

Erwarten Sie keine Wunder und schätzen Ihren Körper so, wie er ist

Bild: Übelkeit in der Schwangerschaft

Wenn Ihnen während der Schwangerschaft sehr übel war, kann es länger dauern, bis der Körper wieder im Normalzustand ist

All diese Übungen und regelmäßige Sporteinheiten tragen dazu bei, dass sich Ihr Körper immer stärker seinem Zustand vor der Geburt nähert. Allerdings sollten Sie keine Wunder erwarten und Ihren Körper trotz der Veränderungen so lieben, wie er ist. Zeigt die Waage nicht den gewünschten Erfolg oder fühlen Sie sich länger unwohl, führen Sie sich stets vor Augen, welch nährstoffraubende und anstrengende Leistungen Ihr Körper vollbracht hat. Bedenken Sie ebenfalls, dass von Ihnen nicht beeinflussbare Umstände dazu führen können, dass Ihr Körper längere Zeit benötigt, um wieder in den Normalzustand zu gelangen. Erfreuten Sie sich während der Schwangerschaft bester Gesundheit und haben sich nährstoffreich ernährt, wird Ihr Körper auch die oftmals schwierigere Phase nach der Geburt meistern, sodass Sie sich schon bald wieder richtig fit fühlen. Hatten Sie mit schwangerschaftsbedingten Problemen wie vermehrter Übelkeit oder Lebensmittelunverträglichkeiten zu kämpfen, benötigt Ihr Körper im Regelfall ein Jahr oder noch länger, um alle Anstrengungen einer Schwangerschaft zu verarbeiten. Geben Sie Ihrem Körper einfach die Zeit, die er benötigt – Ihrem persönlichen Wohlergehen und dem Wohlergehen Ihres Kindes zuliebe

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Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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