Laufen lernen: Babys erste Schritte

Laufen lernen: Babys erste Schritte

Das Laufen lernen gehört zu den wichtigsten Meilensteinen im Leben Ihres Kindes. Zunächst steht es noch an die Couch gelehnt und versucht erste kleine Schritte in Ihre offenen Arme. Doch mit der Zeit funktioniert dies immer besser und damit lässt das Kind auch seine Baby-Zeit hinter sich. Aus dem vorsichtigen Tapsen wird ein quirliger Wirbelwind, der kaum zu zügeln ist, die Umgebung nicht nur erkundet, sondern auch unsicher macht. Bis es so weit ist, ist es jedoch ein langer Weg. Für Sie als Eltern gibt es einige Möglichkeiten, wie Sie Ihr Kind unterstützen können.

Ab wann lernen Babys ungefähr laufen?

Meist fangen Babys im 9. Monat an zu laufen.

Meist fangen Babys im 9. Monat an zu laufen.

Im 8. Monat ungefähr beginnen die Kleinen meist, sich an allem, woran sie sich festhalten können, hochzuziehen, um auf ihren Füßen zu stehen. Meist fangen die Kinder im 9. Monat an zu laufen. Es kann sich jedoch ebenso bis zu einem Alter von 1,5 Jahren hinauszögern. Der genaue Zeitpunkt hängt unter anderem davon ab, wann das Gehirn des Kindes die nötige Reife zum Laufen lernen hat und wann die Muskeln, Gelenke und Sehnen entsprechend ausgebildet sind. Es folgen erste wackelige Schritte an Möbelstücken oder Wänden entlang. Mit 11 Monaten etwa gelingt es den meisten Babys, alleine zu stehen und sich selber hinzusetzen. Irgendwann in der Zeit danach folgen dann die ersten freien Schritte. Dies ist ein sehr bedeutendes Ereignis für die Eltern und das Kind und ein großer Schritt Richtung Selbständigkeit und Unabhängigkeit.

Wie können die Eltern ihre Kinder hierbei unterstützen?

Normalerweise braucht das Kind die Eltern nicht für das Laufen lernen. Häufig wollen die Kinder dabei auch keine Hilfe, denn sie sind stolz, wenn sie es eigenständig schaffen. Dies stärkt ihr Selbstbewusstsein. Helfen sollten Sie daher lediglich, wenn das Kind Sie dazu auffordert. Am besten beschränken Sie sich darauf, dem Kind Hilfestellung zu leisten, es aufzufangen, wenn es fällt und es vor Stößen zu bewahren. Auf keinen Fall darf das Kind dazu gezwungen werden. Es ist wichtig, dass abgewartet wird, bis es so weit ist, denn mit einem zu frühen Lauftraining können beim Kind körperliche Schäden verursacht werden. Den Drang zum Laufen entwickelt das Baby von ganz allein. Auch der Einsatz der Lauflernhilfen ist umstritten, da diese nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile aufweisen. Zu den Maßnahmen, mit denen Sie Ihr Baby beim Laufen lernen unterstützen können, gehören folgende Dinge:

Den Weg für das Kind frei machen

Das Kind hat optimale Bedingungen für die Entwicklung der Lauffähigkeiten, wenn es genügend Platz hat und Stolperfallen aus dem Weg geschaffen werden, beispielsweise Teppiche, Schuhe und Kabel. Gefährliche Ecken und Kanten sollten ausgepolstert werden, denn beim Aufstehen stoßen sich viele Kinder gern am Kopf, zum Beispiel am Tisch.

Das Kind motivieren

Motivation ist beim Laufen lernen sehr wichtig. Daher sollten Sie Ihrem Baby selbst für kleine Fortschritte Anerkennung schenken. Genauso wichtig ist es natürlich auch, es zu beruhigen, falls es nicht so klappt.

Barfuß laufen lernen hilft Babys, denn so lernen sie das Abrollen des Fußes.

Barfuß laufen lernen hilft Babys, denn so lernen sie das Abrollen des Fußes.

Barfuß laufen lernen

Das Kind sollte barfuß laufen lernen, damit es ein Gefühl für den Fußboden entwickelt und es lernt, die Füße abzurollen. Wenn es zu kühl ist, sind spezielle Anti-Rutsch-Socken ideal.

Was sollte im Haushalt beachtet werden?

Die Wohnung muss nun unbedingt kindersicher gemacht werden:

  • Es sollte sich in der Nähe des Babys nichts befinden, das es sich über den Kopf ziehen oder um den Hals wickeln könnte, beispielsweise bodenlange Gardinen oder Plastiktüten.
  • Besondere Vorsicht gilt auch den Tischdecken, denn an diesen wird gern gezogen. Dadurch sind schwerste Verbrühungen möglich, wenn sich auf dem Tisch beispielsweise Kaffee oder Tee befindet.
  • Aufgrund der Absturzgefahr darf ein Baby natürlich niemals auf einem Wickeltisch allein und unbeaufsichtigt liegen.
  • Treppen müssen spätestens im Krabbelalter mit einem Schutzgitter gesichert werden.
  • Durch Türkeile wird ein Zufallen vermieden. Daraus resultiert eine Klemm- und Quetschgefahr.
  • Fenster sind aufgrund der Aussicht natürlich sehr verlockend. Es ist wichtig, die Fenstergriffe mit einem Schloss zu sichern. Ansonsten sollte sich das Kind niemals allein in einem Raum mit einem geöffneten Fenster oder auf dem Balkon aufhalten. Kletterhilfen wie ein Stuhl gehören außer Reichweite.
  • Auch für Steckdosen gibt es Schutzvorrichtungen. Grundsätzlich sollten Sie Ihrem Kind ab dem Laufen lernen verständlich machen, dass davon eine höchste Gefahr droht. Das Gleiche gilt für den Herd etc.
  • Putzmittel, Medikamente und Alkohol bewahren Sie am sichersten in verschlossenen Schränken auf.
  • Giftige Pflanzen sollten sich nicht in der Reichweite des Kindes befinden.

Welche Vor- und Nachteile haben Lauflerngeräte?

Viele Eltern kaufen ihrem Kind ein Lauflerngerät, um das Laufen lernen zu unterstützen. Diese Geräte sind in sehr verschiedenen Ausführungen erhältlich, beispielsweise in der Form eines Lauflernwagens. Diese Geräte haben sowohl ihre Vor- und Nachteile, die abgewägt werden sollten. Der Laufwagen verfügt nicht nur über vier Räder und einen Bügel, um sich festzuhalten, sondern häufig auch über einen kleinen Spieltisch. Dadurch kann sich das Baby mit den Spielgeräten beschäftigen und somit auf eine spielerische Art und Weise das Laufen lernen.

Die Vorteile eines Lauflerngerätes

Wenn das Kind zu stehen übt, wird ihm durch das Lauflerngerät eine Sicherheit gegeben, denn es kann die ersten Schritte wagen, ohne Angst vor Stürzen haben zu müssen. Das Kind hat einen sicheren Halt, da es sich abstützen kann. Da die meisten Lauflerngeräte zusätzlich noch eine kleine Ablagefläche bieten, kann der Nachwuchs darauf sein Lieblingsspielzeug transportieren. Der Laufwagen trainiert gleichzeitig den Gleichgewichtssinn und schult die Koordination.

Baby im Lauflerner/Laufnernwagen.

Um den Lauflernwagen nutzen zu können, sollte das Baby in der Lage sein, einige Schritte zurücklegen zu können.

Die Nachteile eines Lauflerngerätes

Ein Nachteil ist, dass das Lauflerngerät aufgrund der Rollen eine Geschwindigkeit von bis zu 10 km/h erreichen kann, sodass das Kind leicht gegen die Tische fahren oder noch schlimmer die Treppe hinunter stürzen könnte. Dies kann schwere Kopfverletzungen nach sich ziehen. Die motorische Entwicklung des Kindes wird durch das Lauflerngerät gehemmt, denn bei einem Sturz zum Beispiel benutzt es ohne solch ein Gerät seine natürlichen Reflexe, was beim Umkippen des Gerätes nicht der Fall ist. Zudem wird häufig darüber diskutiert, ob das Lauflerngerät auch zu Rückenproblemen, Fehlstellungen der Beine und Füße oder zu Muskelverkürzungen führen kann, da diese Geräte keine freie Bewegung und eigenständige aufrechte Haltung ermöglichen.

Was sollte beim Kauf beachtet werden?

Wenn Sie einen Lauflernwagen kaufen möchten, sollten Sie einige Dinge beachten. Neben dem Alter ist auch der Entwicklungsstand des Kindes relevant. Um den Lauflernwagen nutzen zu können, sollte es in der Lage sein, einige Schritte zurücklegen zu können. Nur dann profitiert es von den fördernden Eigenschaften des Lauflernwagens. Ein wichtiges Sicherheitskriterium stellen die Bremsen dar, die den Schub beim Laufen des Kindes etwas bremsen. Bei hochwertigen Lauflernwagen können Sie die Bremskraft individuell einstellen. Auch höhenverstellbar sollte das Gerät sein, damit es auf die Bedürfnisse des Kindes genau angepasst werden kann. Achten Sie zudem auf eine gute Verarbeitung. Scharfe Kanten und herausnehmbare Einzelteile sind Ausschlusskriterien. Eine gute Stabilität wird beispielsweise durch die Verarbeitung mit echtem Holz gewährleistet. Lassen Sie Ihr Kind beim Laufen lernen mit dem Gerät nicht aus den Augen.

Bild 1: © Tobilander – Fotolia.com
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Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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