Mastitis: Ursachen, Symptome und Therapie bei Brustentzündung

Mastitis - Brustentzündung

Die Entzündung der weiblichen Brust (Mastitis) betrifft meist stillende Mütter. Doch auch Frauen, die nicht stillen, können an einer Brustentzündung erkranken. Rechtzeitig erkannt und richtig behandelt heilt sie meist folgenlos aus. Die Ursachen können jedoch vielfältig sein, weshalb eine gründliche Diagnostik und Beratung der betroffenen Frauen nötig ist. Hier erfahren Sie, woran Sie eine Mastitis erkennen, wie die ärztliche Behandlung aussieht und was Sie selbst tun können. Dabei klären wir auch die Frage, ob Stillen während einer Brustentzündung sinnvoll ist.

Ursachen der Brustentzündung: Nicht immer sind Bakterien schuld

Man unterscheidet verschiedene Formen von Mastitis. Sie kann während der Stillzeit auftreten (Mastitis puerperalis) oder außerhalb (Mastitis non-puerperalis). Meist betrifft sie Frauen zwischen 20 und 40; nach der Menopause kommt sie nur selten vor. Die häufigste Form der Brustentzündung setzt in der 2. bis 4. Woche nach der Entbindung ein. Ursachen können zum Beispiel sein:

  • unzureichende Entleerung der Brust beim Stillen;
  • übermäßige Milchbildung, zum Beispiel durch eine übermäßige Ausschüttung des Milchbildungshormons Prolaktin;
  • Behinderung des Milchabflusses, Milchstau;
  • Eindringen von Bakterien in die Brust.

Bakterien gelangen meist über die Brustwarze in die Brust der Mutter. Besonders groß ist das Risiko, wenn Risse oder kleine Verletzungen der Brustwarze (Rhagaden, Schrunden) den Erregern Eintrittspforten bieten. Auslöser der Brustentzündung ist häufig Staphylococcus aureus, ein Bakterienstamm, der auf der Haut und auch im Nasen-Rachen-Raum keine Seltenheit ist und dort auch kein Problem darstellt. Erst wenn er – zum Beispiel beim Stillen – in die Brust eindringt und sich dort vermehrt, kommt es zur Infektion. Sie kann sich auf die Milchgänge beschränken oder auch auf das Bindegewebe zwischen den Milchgängen übergreifen.

Oft beginnt die Brustentzündung jedoch zuerst mit einem Sekretstau. Wenn die Muttermilch sich in den Milchgängen staut, kann Milch in das umliegende Gewebe austreten. Da sie vom Immunsystem als Fremdkörper angesehen wird, kommt es zu einer Immunreaktion, einer zunächst nicht-bakteriellen Entzündung. Schon sie macht sich durch die typischen Symptome bemerkbar, die im nächsten Absatz beschrieben werden. Da die gestaute Muttermilch einen ausgezeichneten Nährboden für eindringende Bakterien bildet, kann nun aus der „sterilen“ Entzündung eine bakterielle werden, zumal wenn die Brust nicht vollständig entleert wird.

Symptome: Schmerzen, Schwellung, Rötung

Wenn sich Krankheitserreger ausbreiten, kommen auch die typischen Symptome einer Infektion auf: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Unwohlsein und Fieber.

Wenn sich Krankheitserreger ausbreiten, kommen auch die typischen Symptome einer Infektion auf: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Unwohlsein und Fieber.

Bei einer beginnenden Mastitis stellen sich die typischen Entzündungssymptome ein: Die betroffene Brust – meist ist es nur eine – fühlt sich geschwollen und überwärmt an, und die Entzündungsherde sind sehr druckempfindlich. Oft ist auch eine deutliche Rötung der Haut zu sehen, da entzündete Bereiche stärker durchblutet werden. Im entzündeten Bereich lassen sich verdickte Stellen und Knoten ertasten, und oft fühlen sich die Brustwarzen wund und gereizt an. Auf der betroffenen Seite können die Lymphknoten in der Achselhöhle geschwollen sein. Wenn einige dieser Symptome zusammen auftreten, ist es sehr wahrscheinlich, dass es sich um eine Brustentzündung handelt.

 

Wenn sich Krankheitserreger in der Brust ausbreiten, stellen sich auch die typischen Symptome einer Infektion ein: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Unwohlsein und Fieber. In dieser Phase spürt man deutlich, dass aus der beginnenden Brustentzündung nun mehr geworden ist als ein örtlich begrenztes Problem; der ganze Körper wird in Mitleidenschaft gezogen, und das Krankheitsgefühl tritt in den Vordergrund. Spätestens jetzt sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn wenn die bakterielle Entzündung nicht frühzeitig behandelt wird, kann sich innerhalb von Tagen ein eingekapselter Abszess in der Brust bilden.

Was tut der Arzt bei Mastitis?

Neben einer Ultraschalluntersuchung der Brust gehört auch eine Blutuntersuchung dazu, denn im Blut lassen sich Entzündungsstoffe nachweisen.

Neben einer Ultraschalluntersuchung der Brust gehört auch eine Blutuntersuchung dazu, denn im Blut lassen sich Entzündungsstoffe nachweisen.

Vor der Therapie steht die Diagnostik. Ihr Arzt wird sich deshalb erst einmal ein Bild machen, was die Störung verursacht. Neben einer Ultraschalluntersuchung der betroffenen Brust gehört auch eine Blutuntersuchung dazu, denn im Blut lassen sich Entzündungsstoffe nachweisen, und auch der Hormonspiegel lässt sich im Blutbild ablesen. Hat ein erhöhter Prolaktinspiegel die Erkrankung mit verursacht, kann der Arzt Prolaktinhemmer verschreiben, die der überschüssigen Milchbildung entgegenwirken. Liegt eine bakterielle Entzündung des Bindegewebes vor, die sich nicht nur auf die Milchgänge beschränkt, wird er ein Antibiotikum geben, um die Erreger zu dezimieren – vorzugsweise eines, das für die Stillzeit geeignet ist und kein Abstillen nötig macht.

Medikamente allein sind jedoch noch nicht die ganze Therapie. Entscheidend ist es auch, dass die Brust – entweder beim Stillen, durch Ausmassieren oder durch das Abpumpen überschüssiger Muttermilch – immer wieder vollständig entleert wird, um Stauungen zu beseitigen und den Erregern den Nährboden zu entziehen. Ansonsten können Sie die Heilung durch eigene Maßnahmen unterstützen:

  • Die betroffene Brust sollte mit einem straff sitzenden BH oder durch Hochbinden ruhig gestellt werden.
  • Auch Fehler beim Anlegen des Kindes können für einen Milchstau sorgen. Deshalb ist auch eine Beratung über die richtige Technik beim Stillen meist Teil der Therapie.
  • Kühlende Umschläge der Brust (zum Beispiel Quarkwickel oder Eisbeutel) können helfen, die Entzündung zu dämpfen, sind allerdings nur sinnvoll, wenn sich noch kein Abszess gebildet hat.

Darüber hinaus gilt, was bei Infektionen immer gilt: Trinken Sie viel und beiben Sie im Bett – das hilft dem Körper, sich selbst zu heilen.

Hat sich die Entzündung schon eingekapselt, muss der Abszess in einer einfachen Operation geöffnet werden, damit der Eiter abfließen kann. Dies ist jedoch nur ein kleiner Eingriff; manchmal genügt es schon, den Eiter mit einer Spritze abzusaugen.

Stillen bei Mastitis – ja oder nein?

Auch bei einer Brustentzündung ist es möglich, dass die Mutter weiter stillt.

Auch bei einer Brustentzündung ist es möglich, dass die Mutter weiter stillt.

Früher sah man ein Abstillen bei einer bakteriellen Mastitis als unumgänglich an. Inzwischen wird es nur noch in Ausnahmefällen empfohlen, zum Beispiel bei Frühgeburten; auch bei einer Brustentzündung ist es möglich und aus ärztlicher Sicht erwünscht, dass die Mutter weiter stillt. Eine Ansteckung des Kindes über die Muttermilch ist unwahrscheinlich. Da sich der Geschmack der Milch jedoch bei einer Entzündung verändert – sie schmeckt salziger – kann es sein, dass das Kind das Trinken verweigert. Dann wird möglicherweise ein Abstillen nötig.

Auch bei einer Antibiotikabehandlung kann weiter gestillt werden. Die Belastung für das Kind ist in der Regel gering, und es kommt nur selten zu Nebenwirkungen wie Durchfällen beim Kind.

Bei Verdacht auf Mastitis gleich den Arzt aufsuchen!

Schmerzen und Schwellungen der Brust oder Milchstau in der Stillzeit sollten Sie zwar einerseits nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber es gibt auch keinen Grund zur Panik. Wenn die Behandlung früh genug einsetzt, heilt die Brustentzündung folgenlos innerhalb kurzer Zeit ab. Wichtig ist, die Untersuchung nicht zu lange hinauszuzögern, damit sich möglichst kein Abszess bildet. Doch selbst wenn es zur Abszessbildung kommt, kann der Arzt mit vergleichsweise einfachen Mitteln, die auch für das Kind ungefährlich sind, Abhilfe schaffen.


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Klara

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Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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