Röteln bei Kindern – 6 Fakten für Eltern

Die Kinderkrankheit Röteln ist heute durch Impfungen relativ selten geworden. Betroffen sind vor allem Kleinkinder bis vier Jahre. Für Kinder ist die Viruserkrankung relativ unproblematisch, und in vielen Fällen sind die Symptome so unauffällig, dass die Krankheit nicht einmal bemerkt wird. Gefährlich wird eine Rötelnerkrankung, wenn sie während der Schwangerschaft auftritt. Hier können schwerwiegende Gesundheitsschäden für das ungeborene Kind die Folge sein.

Kinderkrankheit Röteln: für Kleinkinder nur selten gefährlich

Röteln zählen zu den klassischen Kinderkrankheiten, da vor allem – aber nicht nur – kleine Kinder an Röteln erkranken. Die meisten Betroffenen sind Kleinkinder im Alter von einem bis vier Jahren. Für Kinder ist die Krankheit relativ ungefährlich; in den meisten Fällen verläuft sie ohne Komplikationen und geht von selbst vorbei. Grundsätzlich gilt: Je jünger der Betroffene ist, desto geringer ist das Gesundheitsrisiko. Bei älteren Patienten können allerdings unter Umständen eine Ohren-, Gelenk- oder Lungenentzündung, Herz- oder Blutstörungen oder sogar eine Hirnhautentzündung die Folge sein.

Röteln ist eine ansteckende Krankheit. Die Ansteckung erfolgt über eine Tröpfchenübertragung, also vor allem durch Niesen und Husten. Die ersten Symptome treten etwa zwei bis drei Wochen nach der Infektion auf. Der Patient kann allerdings schon andere Personen anstecken, bevor überhaupt die ersten Symptome sichtbar sind. Die Ansteckungsphase beginnt etwa eine Woche vor Auftreten der ersten Symptome und endet eine Woche nach Abklingen der Krankheit. Aus diesem Grund ist es relativ schwer, erkrankte Kinder vor dem Kontakt zu anderen Kindern zu bewahren.

Ausschlag und Fieber: typische Symptome

Eine Rötelnerkrankung beginnt meist mit klassischen Grippesymptomen, die mit Ausschlag, roten Flecken oder Schwellungen einhergehen. Diese Symptome werden auf den ersten Blick häufig mit anderen Viruserkrankungen verwechselt. Ein Besuch beim Kinderarzt bringt jedoch in der Regel schnell Klarheit. Der typische Röteln-Ausschlag breitet sich vom Gesicht aus über den ganzen Körper aus. Rund die Hälfte aller Patienten erleidet bei einer Rötelnerkrankung einen solchen Ausschlag, während die andere Hälfte keine sichtbaren Symptome entwickelt. Der Ausschlag geht normalerweise nach einigen Tagen von selbst zurück.

Abgesehen vom Ausschlag verläuft eine Rötelnerkrankung meist relativ unauffällig. Betroffene Kinder klagen oftmals über Gliederschmerzen, Fieber oder einen leichten Husten. Außerdem können die Lymphknoten an Nacken, Ohren und Hinterkopf anschwellen. Auch eine Bindehautentzündung kann ein Anzeichen für eine Rötelnerkrankung sein. Ein Juckreiz tritt bei einem Rötelnausschlag normalerweise nicht oder nur sehr leicht auf.

Vorbeugen durch Impfung, behandeln mit Fiebermitteln

Gegen die Rötelnviren selbst besteht keine Behandlungsmöglichkeit. Die Symptome bilden sich bei Kindern normalerweise ohne Komplikationen nach einigen Tagen zurück. Behandelt werden lediglich die Begleiterscheinungen wie Fieber oder Husten, wenn dies nötig sein sollte. Generell fühlen sich erkrankte Kinder nur wenig krank und überwinden die Viruserkrankung ohne Probleme. Nach einer Erkrankung besteht ein lebenslanger Schutz gegen die Rötelnviren.

Eine Impfung gegen Röteln ist empfehlenswert.

Eine Impfung gegen Röteln wird dennoch aus zwei Gründen empfohlen. Einerseits besteht ein hohes Risiko bei einer Rötelnerkrankung während der Schwangerschaft, und auch für ältere Menschen kann eine Infektion schwere Komplikationen nach sich ziehen. Andererseits sind Röteln hochansteckend. Da die Ansteckungsphase schon beginnt, bevor die ersten Symptome auftreten, lässt sich der Kontakt zu anderen Personen nur schwer verhindern.

Die Rötelnimpfung erfolgt normalerweise zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat als MMR-Impfung. Das ist eine kombinierte Mumps-, Masern- und Röteln-Impfung, die bei fast allen Kindern im ersten Lebensjahr durchgeführt wird. Eine Wiederholungsimpfung erfolgt frühestens nach einem Monat und spätestens vor dem zweiten Geburtstag. Die Zweitimpfung ist aufgrund eines geringen Restrisikos nötig, da in einigen wenigen Fällen nach der ersten Impfung keine Antikörper gebildet werden.

Röteln in der Schwangerschaft als Gesundheitsrisiko

Für Kinder können Röteln zum Problem werden, wenn die Mutter während der Schwangerschaft erkrankt. Vor allem während der ersten vier Monate besteht ein hohes Risiko von Fehlbildungen des Kindes, einer Frühgeburt oder einer Fehlgeburt. Besonders häufig treten Schädigungen an Herz, Augen und Innenohr des Kindes auf, aber auch andere Organe können betroffen sein. Problematisch ist vor allem der Umstand, dass eine Rötelnerkrankung nicht immer als solche erkannt wird. Wenn die Mutter nicht weiß, dass sie keinen Impfschutz besitzt, kann sie unbemerkt erkranken und ihr Kind gefährden.

Wenn bei einer Schwangerschaft kein Impfschutz besteht, ist es wichtig, sich so weit wie möglich von Röteln-Kranken fernzuhalten. Das betrifft vor allem kleine Kinder mit Röteln oder grippeähnlichen Symptomen. Besonders groß ist die Gefahr für das Baby im ersten Schwangerschaftsmonat; danach nimmt das Risiko mit fortschreitender Schwangerschaft ab. Aufgrund der großen Gefahr für das ungeborene Kind wird eine Röteln-Antikörper-Bestimmung bei allen schwangeren Frauen im Rahmen der Mutterschaftsvorsorge durchgeführt.

Keine Impfung während der Schwangerschaft

Aufgrund des hohen Risikos für das Kind sollte eine fehlende Impfung rechtzeitig nachgeholt werden, wenn eine Schwangerschaft geplant ist. Während der Schwangerschaft darf nicht gegen Röteln geimpft werden, da ein Lebend-Impfstoff verwendet wird. Das bedeutet, dass die geimpfte Person mit lebenden Rötelnviren geimpft wird und durch die Impfung eine leichte Rötelninfektion erleidet. Der Körper bildet anschließend von selbst Antikörper gegen die Viren, wodurch der Infektionsschutz entsteht.

Die Anzahl der verwendeten Viren ist bei einer Impfung zwar sehr gering, kann für das ungeborene Kind jedoch theoretisch eine Gefahr darstellen. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit relativ niedrig, dass bei einer Impfung in den ersten Schwangerschaftswochen das Kind infiziert wird. Wenn die Schwangerschaft noch nicht bekannt war und eine Impfung durchgeführt wurde, ist es daher nicht nötig, gleich in Panik zu verfallen. Der Frauenarzt kann ab der 18. Schwangerschaftswoche eine Ultraschall-Untersuchung durchführen, um eine Schädigung des Babys so weit wie möglich auszuschließen.

Röteln und Ringelröteln – zwei verschiedene Krankheiten

Röteln und Ringelröteln sind zwei verschiedene Kinderkrankheiten, die aufgrund der ähnlichen Namen häufig verwechselt werden. Die Unterscheidung ist jedoch wichtig, da es gegen Ringelröteln keinen Impfschutz gibt und eine Impfung gegen Röteln keinen Schutz gegen Ringelröteln bietet. Ebenso wie eine Rötelninfektion können auch Ringelröteln für das ungeborene Kind eine Gefahr darstellen, wenn die Mutter nicht aufgrund einer vorherigen Erkrankung bereits immun gegen Ringelröteln ist.

Eine Ringelröteln-Erkrankung verläuft ähnlich wie bei Röteln häufig symptomfrei oder mit leichten, grippeähnlichen Symptomen. Auch ein Ausschlag wie bei einer Rötelnerkrankung ist möglich; der Ausschlag unterscheidet sich jedoch deutlich vom typischen Rötelnausschlag. Während bei einer Rötelnerkrankung kleine rote Punkte auftreten, ist der Ausschlag bei Ringelröteln durch große rote Flecken und ein ringförmiges Muster zu erkennen.

Bildquelle 1: © athomass – fotolia.com
Bildquelle 2: © Dmitry Lobanov / fotolia.com

 

Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

Article written by

Klara

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

Leave a Reply

*