Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen?

Was darf ich in der Schwangerschaft nicht essen?

Kaum ist Frau schwanger, wird sie von gut gemeinten Ratschlägen überschüttet. Von Kaffee, rohem Schinken und Sushi müsse sie künftig die Finger lassen – das haben die Meisten sicher schon einmal gehört. Doch warum eigentlich? Und müssen alle diese Empfehlungen unbedingt ernst genommen werden? Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen, weil die Nahrungsmittel ein Sicherheitsrisiko für Mutter und Kind darstellen? Anbei finden sich einige Hinweise, an denen sich Schwangere orientieren sollten, um sich und ihr ungeborenes Baby nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Die gute Nachricht zuerst: Es bleiben eine Menge Nahrungsmittel übrig, die werdende Mamas mit gutem Gewissen verzehren dürfen. Bei einigen Leckereien sollten Schwangere sogar oft zugreifen, da sie für das Baby wichtige Vitamine und Mineralstoffe wie etwa Eisen oder Kalzium enthalten.

Obst und Gemüse: Vorgeschnittenes und Sprossen meiden

Schwangere sollten auf abgepacktes Obst und Gemüse verzichten und lieber zu den frischen Varianten greifen.

Schwangere sollten auf abgepacktes Obst und Gemüse verzichten und lieber zu den frischen Varianten greifen.

Früchte und Gemüse sind für Mutter und Kind wahre Vitaminbomben, die täglich auf dem Speiseplan einer Schwangeren stehen sollten. Sie sind kalorienarm und belasten den Organismus nicht. Im Rahmen einer gesunden Mischkost darf die werdende Mama an Obst eigentlich alles verzehren, was ihr schmeckt. Aber auf die Zubereitungsweise kommt es an: Frauen sollten Obst sozusagen am Stück kaufen, und auf vorgeschnittene Portionen Obstsalat oder vorgeschnittene Salate komplett verzichten. Diese Fertigprodukte stehen zwar im Kühlregal zum Kauf bereit, sind oft aber doch nicht mehr ganz frisch. Die Keimbelastung in Fertigobst und Fertigsalaten kann deshalb enorm hoch sein. Deshalb sollten solche Produkte nicht verzehrt werden – nicht einmal, wenn sie vor dem Essen gut gewaschen werden, kann ausgeschlossen werden, dass alle schädlichen Keime restlos vernichtet sind.

Ähnlich verhält es sich mit Sprossen, die entweder solo gekauft werden können, oder Salatmischungen beigefügt sind. Auch sie sind oft mit Keimen belastet, deshalb sollten Schwangere darauf verzichten.
Für jegliches Obst und Gemüse gilt ansonsten: Vor dem Essen unbedingt gut waschen. Dann müssen Schwangere auf keine Obstsorte verzichten. Bei Gemüse verhält es sich ähnlich: Manch werdende Mutter stellt allerdings fest, dass sie Gemüse wie Lauch und Zwiebeln nicht gut verträgt und davon Blähungen bekommt. Doch dies sind individuelle Reaktionen, die jede Frau für sich selbst austesten kann.

Fisch und Fleisch: Vorsicht vor Keimen und Schwermetallen

Fisch und Fleisch sind wichtige Nährstofflieferanten für eine Schwangere. Sie enthalten Proteine und liefern sowohl Eisen als auch Jod. Hier sind alle Produkte tabu, die entweder roh, kaltgeräuchert oder nicht genügend erhitzt sind. Lebensmittel wie innen noch rotes Fleisch – also das klassische Steak medium – Tatar oder Sushi aber auch Räucherlachs und sämtliches an rohen Wurstware, zu denen auch Salami zählt, sollte nicht auf dem Teller landen. Bei diesen Nahrungsmitteln ist ebenfalls die Keimbelastung das Problem: Roher Fisch und rohes Fleisch kann so stark mit Keimen kontaminiert sein, dass schwere Erkankungen von Magen und Darm die Folge sein können. Sogar Fehlgeburten oder Wehen können ausgelöst werden.

Bei einigen Fischsorten wie Merlin oder Schwertfisch kommt hinzu, dass sie stark quecksilberbelastet sind. Schwermetalle sind auch in Innereien enthalten wie etwa Leber.
Ansonsten gilt: Ein saftiges Steak darf es für die künftige Mama jederzeit sein, aber bitte gut durchgebraten. 

Milchprodukte und Eier

Bei Milch und Eiern können Schwangere beherzt zugreifen. Bei Käse ist es abhängig von der Art des Käses.

Bei Milch und Eiern können Schwangere beherzt zugreifen. Bei Käse ist es abhängig von der Art des Käses.

Wer ein Baby bekommt hat einen erhöhten Nährstoffbedarf, vor allem Kalzium muss dem Körper ausreichend zugeführt werden, da es wichtig für den Knochenerhalt der Mutter und den Knochenaufbau des Babys ist. Da Milchprodukte von Natur aus viel Kalzium enthalten, sollten Frauen hier also beherzt zugreifen. Auch Eier sind wichtig: Sie liefern dem Körper Folsäure und Eisen. Unpasteurisierte Käse sollten nicht gegessen werden, dazu gehören alle Weichkäse, die Weißschimmel enthalten wie Brie, Ziegenmilchkäse und Camembert. Auch Blauschimmelkäse wie Gorgonzola oder Roquefort sollte gemieden werden. Alle nicht pasteurisierten, weichen Käsesorten, darunter auch Schaf- oder Ziegenkäse sollten ebenfalls vermieden werden.Das Problem: Die im Käse enthaltenen Bakterienkulturen können schädlich sein, zum Beispiel können Listerien eine Lebensmittelvergiftung auslösen. Da die Käse feucht sind und weniger Säuren enthalten, sind sie für Listerien der ideale Nährboden. Diese Käsesorten sind für das ungeborene Baby deshalb selbst dann schädlich, wenn sie pasteurisiert sind.

Listerien werden ausschließlich durch längeres Kochen unschädlich gemacht. Wenn es eine Käse-Soße zur Pasta sein soll, muss sie also nur lange genug gekocht werden – so sollte eine Gorgonzola-Soße also nicht nur geschmolzen, sondern wirklich durch und durch erhitzt werden.

Unbedenkliche Käsesorten sind dagegen Hartkäse wie CheddarChester, geräucherte Varianten, halbfeste SchnittkäseComtéBergkäse, Emmentaler, EdamerGrana PadanoGludaGreyerzer, Parmesan, PecorinoFeta, Mozzarella, Ricotta und Quark oder Frischkäse. In jeder Form verzehrt werden dürfen Sauerrahm, Joghurts oder probiotische Lebensmittel.

Die Rinde sollte bei Käse niemals von Schwangeren mitgegessen werden, da auch hier die Belastung mit Keimen und Bakterien hoch sein kann.

Getränke: Null Alkohol, wenig Koffein

Eine Schwangere muss täglich darauf achten, viel zu trinken. Sie sollte täglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Empfehlenswert sind vor allem Wasser, Tee und Schorle.
Vor allen Dingen muss eine Schwangere auf Alkohol komplett verzichten – von der schnapshaltigen Praline bis hin zum Gläschen Sekt zu besonderen Anlässen. Denn Alkohol kann das zentrale Nervensystem des ungeborenen Babys stark schädigen. Das Baby trinkt genauso viel Alkohol wie die Mutter, da der Alkohol komplett in die Blutbahn geht, die sich Mutter und Kind während der Schwangerschaft nun einmal teilen. Da nicht genau bekannt ist, wie schädlich schon geringe Dosen Alkohol für das Baby sind und an welchen Tagen das Kind besonders wichtige Nervenbahnen oder Gehirnregionen ausbildet, sollte die Mutter für neun Monate komplett abstinent leben.

Grobe Faustregel für koffeinhaltige Getränke, wie Kaffee oder Cola, in der Schwangerschaft: 300 mg sind erlaubt.

Grobe Faustregel für koffeinhaltige Getränke in der Schwangerschaft: 300 mg sind erlaubt.

Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Cola müssen nicht komplett gemieden werden. Manch Schwangere hat einen so niederen Blutdruck, dass ein Tässchen Kaffee hilfreich sein kann, um in die Gänge zu kommen. Doch mehr als zwei Tassen pro Tag sollten es nicht sein. Am Besten ist es, wenn die Schwangere den Kaffee mit viel Milch aufgiesst, dann ist auch gleich eine Extraportion Kalzium enthalten. Wenn Kaffee getrunken wird, sollte auf Cola verzichtet werden, damit die Koffein-Bilanz nicht zu hoch ausfällt. Grobe Faustregel: 300 mg sind erlaubt.

Auf Energie-Drinks sollte die werdende Mutter komplett verzichten. Diese Drinks enthalten zu viel Koffein, das den Blutdruck zu sehr in die Höhe treibt und auch beim Baby Unruhe und Unwohlsein auslösen kann.
Vorsicht ist auch geboten bei Getränken, die Chinin enthalten, wie etwa Bitter Lemon: Dieser Inhaltsstoff kann vorzeitige Wehen auslösen.

Ernährung: Nicht verrückt machen lassen

Insgesamt muss gesagt werden, dass sich eine werdende Mutter nicht verrückt machen lassen sollte. Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen, ist eine Frage, auf die es klare Antworten gibt. Alles andere ist pure Geschmackssache. Eine zu starke Einschränkung des Speiseplans macht keinen Sinn, denn Essen soll vor allem in der Schwangerschaft vor allem auch Spass machen.

Bild 1: ipsilonek – Fotolia.com
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Kimberly Kolmorgen

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ist Mama von zwei wunderbaren Kindern und unsere Expertin rund um die Themen Schwangerschaft und Geburt.

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Kimberly Kolmorgen

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