Für Männer: wie fühlt sich eure schwangere Frau?

Frauen wünschen sich, dass der Mann Interesse an der Schwangerschaft zeigt.

Fragt man eine Frau, die schon ein Kind zur Welt gebracht hat, oder schon mehrere Schwangerschaften hinter sich hat, hört man zu diesem Thema oft: „Das Bauchgefühl ist sehr schön, aber der Rest… das brauche ich nicht so schnell wieder „. Es scheint also darauf anzukommen, wie die Schwangerschaft verläuft, und auch die Umstände und die Gesundheit spielen wohl eine große Rolle.

Was wünschen sich schwangere Frauen von ihren Männern?

Laut einer Umfrage kam folgendes heraus:

  • nimm meine Stimmungsschwankungen einfach mit einem Lächeln hin,
  • sag mir immer wieder wie schön und sexy ich ausschaue mit meinem Bauch,
  • bring mir öfter Blumen mit,
  • zeige Interesse an der Schwangerschaft,
  • betrüge mich bitte nicht während dieser Zeit,
  • fahre für mich und das Kleine auch Mal nachts zum Fast Food Restaurant,
  • verwöhne mich, zum Beispiel mit Fußmassagen,
  • helfe mir, die Veränderung meines Körpers positiv zu sehen,
  • nimm dir viel Zeit für mich und für das Kind, das in meinem Bauch heranwächst,
  • komm mal mit zu einem Gynäkologentermin und schau dir beim Ultraschall unser Kind an,
  • nimm mich bitte ernst, auch wenn ich nicht immer angemessen reagiere.

 

Schauen wir uns zu dem Thema auch ein paar Beispiele aus der Praxis an:

Fallbeispiel Judith, 26 Jahre

Judith beschreibt sich als Energiebündel, doch schon zu Beginn der Schwangerschaft kippt dies ins Gegenteil. Sie ist extrem müde und erschöpft, eine bleierne Schwere macht sich breit in ihrem Körper – hinzu kommen ständige Kreislaufprobleme und Übelkeit. Judith fällt es anfangs sehr schwer den normalen Alltag zu bewältigen, ohne dass sie das Gefühl hat, besonders viel zu leisten. Selbst die Lust auf ihren geliebten Sport ist ihr vergangen, und sie muss sich fast zwingen sich auf den Weg ins Studio zu machen.

Bring mir öfter Blumen mit!

Heißhungerattacken folgen, wie sie sie nie gekannt hat und denen sie sich nicht widersetzten kann. Dann die ständigen Toilettengänge, auch nachts, so im Durchschnitt zweimal. Die Konzentration ist auf der Strecke geblieben und im Büro fühlte sie sich einfach nur krank und irgendwie ferngesteuert. So verlaufen die ersten Monate. Später kommen noch enorme Rückenschmerzen dazu und ein alter Bandscheibenvorfall in der LWS macht sich wieder bemerkbar.

Fallbeispiel Jenny, 20 Jahre

Jenny fühlt sich seit dem Anfang der Schwangerschaft körperlich nicht mehr belastbar, alles ist nur noch anstrengend. Sie hat das Gefühl ständig kurz vorm Kreislaufkollaps zu sein und fühlt sich wie im Jetlag und ihr läuft das Wasser im Mund zusammen vor lauter Übelkeit. Da fällt es schon schwer nach außen hin Freude zu zeigen und sich selbst vielleicht mit den Worten “ du bist nur schwanger “ zu beruhigen. Irgendwie wird man „zwangsruhigestellt“, auch launisch und das kann sehr belasten, überhaupt, wenn es um Menschen wie sie geht, die sonst, so ohne Kind im Bauch, sehr aktiv am Alltagsgeschehen teilnehmen. Jenny fühlt sich einfach nur noch kaputt und hat zu nichts mehr richtig die Kraft. Das kann zwischendurch schon mal die Vorfreude auf das Baby etwas trüben. Das Schlimmste ist für sie die Kombination aus extremer Müdigkeit, gepaart mit Übelkeit und der ständige Kampf gegen das Schwarzwerden vor Augen. Sie fühlt sich während der gesamten Schwangerschaft, als wenn sie mit der vollen Packung der hormonellen Umstellungsgaudi konfrontiert wird.

Fallbeispiel Debbi, 32 Jahre

Schwangere Frauen wünschen sich, verwöhnt von ihrem Mann zu werden.

Debbi ist überzeugt, dass die Empfindungen von Frau zu Frau anders sind, es hat beispielsweise wenig mit dem Alter der Schwangeren zu tun, sondern mit der Bereitschaft, bereit dafür zu sein, selber Erfahren zu wollen und zu verinnerlichen, dass man in der Lage ist, Leben zu schenken. Debbi beschreibt ihre Schwangerschaft als wunderschön. Sie spürt ganz deutlich, dass sie nicht mehr alleine ist. Sie fühlt diese Liebe und möchte das kleine Ding, das in ihr nun heranwächst immer beschützen. Sie ist vorsichtiger geworden in allem, was man tut, isst und trinkt bewusster. Sie weiß, dass ihr Baby im 3. Monat noch ganz winzig ist, redet aber schon mit ihm und streichelt es oft. Debbi findet, dass sie ruhiger geworden ist, und sieht es so, dass sie ihre Mitte gefunden hat. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, welches nur eine Frau haben kann! Wenn beispielsweise der ganze Bauch einfach hin und her geht, weil das Ungeborene gerade Lust hat, Purzelbäume zu schlagen, oder ein kleiner Fuß eine greifbare Beule in ihre Bauchdecke drückt. Es passiert sogar, dass das Kind Schluckauf hat und dann zuckt der ganze Bauch mit.

Fazit

Wenn man die Schwangerschaft erst begriffen hat, verändert sich auch der Blick auf das Leben – das kann sicherlich nur eine Schwangerschaft in dieser Dimension auslösen und das möchte letztendlich niemand mehr missen.

 

 

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Klara

Über 

Klara ist Dipl.-Pädagogin und unsere Expertin für Babys und Kleinkinder.

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Klara

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